Blick zurück: Benjamin Raich gewann den letzten Herren-Riesenslalom in Åre – 2009 vor Didier Cuche (CH) und Ted Ligety (USA).

© APA//Barbara Gindl

Ski Alpin
12/11/2014

Rückkehr nach fünfeinhalb Jahren Pause

Erstmals seit 2009 fahren die Herren wieder in Åre um Weltcuppunkte.

Das Weltcup-Finale des Winters 2008/’09 war der Schauplatz der letzten Alpin-Rennen der Herren in Åre. Die Kleinstadt in Westschweden, 2019 wieder und 2007 zuletzt WM-Ausrichter, hat sich für die laufende Saison eine neue Flutlichtanlage gegönnt. Und diese ist ein Argument gewesen, dass die 1400-Einwohner-Gemeinde den Zuschlag als Ersatzort für die ursprünglich in Frankreich vorgesehenen Weltcuprennen erhalten hat.

Zu wenig Schnee in Val d’Isère (Herren), zu wenig auch in Courchevel (Damen) – genug Schnee und Minusgrade in Åre. Am Freitag machen die Damen mit ihrem Riesenslalom den Anfang (10 Uhr/13 Uhr, live ORF eins), es folgen die Herren mit ihrer Riesenslalom-Premiere unter Flutlicht (16 Uhr/19 Uhr, live ORFeins).

Herren-Vierkampf

Der letzte Sieg eines Österreichers in Åre war zugleich auch der bislang letzte des Benjamin Raich: Vor gut fünfeinhalb Jahren gewann der heute 36-jährige Pitztaler vor dem inzwischen zurückgetretenen Schweizer Didier Cuche und Ted Ligety aus den USA, der zuletzt mit seinem Erfolg in Beaver Creek (USA) noch einmal seinen Ruf als Mister Giant Slalom unterstrichen hat.

Für Benjamin Raich wäre es ohnehin an der Zeit, wieder einmal zu gewinnen: Seit dem Super-G im schweizerischen Crans Montana sind mehr als zweieinhalb Jahre vergangen – und Lebensgefährtin Marlies Schild führt in der partnerschaftlichen Wertung nach wie vor mit 37:36.

In der alpinen Basisdisziplin ist ein Vierkampf entbrannt: Hier die Österreicher Marcel Hirscher (Sieger in Sölden, Dritter in Beaver Creek) und Benjamin Raich (jeweils Vierter), dort der Franzose Alexis Pinturault (Dritter und Zweiter) und natürlich Ted Ligety (Zehnter und Erster), der sich knapp drei Wochen nach dem Bruch seiner linken Hand wieder seiner Bestform annähert.

Mit seinem Erfolg am vergangenen Sonntag hat der Amerikaner sein Schweizer Kindheitsidol Michael von Grünigen (23 Riesenslalom-Weltcupsiege) eingeholt, nun bleibt Ligety nur noch eine Marke, die allerdings hat es in sich: die 46 Erfolge des Schweden Ingemar Stenmark. Apropos Marke: Seit diesem Winter stattet der 30-Jährige neben anderen auch die Schweizerin Lara Gut mit Brillen, Rückenprotektoren, Helmen und Bekleidung seiner Firmen Shred und Slytech aus.

Damen-Vielkampf

Mit der wiedererstarkten Tina Maze hat sich zuletzt die Olympiasiegerin aus Slowenien im Rennen um Siege zurückgemeldet, sie gesellt sich zu den Österreicherinnen Anna Fenninger und Kathrin Zettel – und zu Eva-Maria Brem, der Tiroler Aufsteigerin des Kalenderjahres 2014, deren Stern im März in Åre mit den Plätzen drei und vier so richtig aufgegangen ist.

Der Kreis der Podestkandidatinnen ist groß wie schon lange nicht mehr, haben doch auch die Deutsche Viktoria Rebensburg und die Italienerin Federica Brignone in Åre schon aufgezeigt, hinzu kommt Mikaela Shiffrin, die nach ihren – für ihre Verhältnisse – durchwachsenen Leistungen bei ihren Heimrennen in Aspen vor zwei Wochen Nachholbedarf hat.

Diesen hat auch der Winter 2014/’15: Zwar sind die Damen-Rennen in Val d’Isère am kommenden Wochenende offiziell bestätigt; ob aber die Herren zur gleichen Zeit im Grödnertal in Südtirol abfahren können, das wird sich frühestens am heutigen Freitag entscheiden.

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