Weichenstellung für Österreichs Eishockey

© Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Nach der Qualifikation für die A-WM 2013 macht sich der Verband daran, Fehler der Vergangenheit auszubessern.

Nach dem 7:2 gegen Ungarn und der damit verbundenen Qualifikation für die A-Weltmeisterschaft 2013 in Finnland und Schweden herrschte bei den Österreichern große Freude. Das dürfte auch Ansporn sein, Fehler aus der Vergangenheit auszubessern.

So installiert der Verband einen  Sportdirektor. Im Vertrag mit dem international hoch angesehenen Alpe Suhonen sind nur noch juristische Details zu klären. Der 63-Jährige war finnischer Teamchef, NHL-Coach und Trainerlegende in der Schweiz.

Weiters soll in den nächsten Wochen der neue Kooperationsvertrag des Verbandes mit der Erste Bank Liga ausverhandelt sein. Dabei will der Verband eine Reduktion der Legionärszahlen in der Liga erreichen.

"Nicht um jeden Preis"

Teamchef Manny Viveiros erhofft sich dadurch, dass "er in in fünf Jahren aus 100 Spielern auswählen kann und nicht mehr aus 40." Generalsekretär Christian Hartl, der in Laibach gemeinsam mit Präsident Dieter Kalt die  Verhandlungen mit der Liga und Sponsor Erste Bank führt, bekräftigt: "Wir wollen eine gemeinsame Lösung. Aber wir werden den Vertrag nicht um jeden Preis unterschreiben."

Die Kritik am Verband in den letzten Jahren hat offenbar zu einem verstärkten Tatendrang geführt. Und die Tatsache,  dass mit der Saison auch der bisherige Kooperationsvertrag ausgelaufen  ist, stärkt die Position des Verbandes enorm. Der kommende wird über  fünf Jahre laufen.

In diesem Zeitraum muss sich vieles ändern. Sollte es  nicht schon im ersten Jahr zu einer Legionärsreduktion kommen, dann dürfte  es eine Übergangsregelung geben. Auch Förderungen, die an Nachwuchsarbeit gekoppelt werden, soll es geben. Präsident Kalt will den Klubs nichts über die Medien ausrichten, sagte aber: "Die Liga wird am  Wochenende von uns ein paar schriftliche Vorschläge bekommen."

"Kärntner Mafia"

Teamchef Manny Viveiros, der seine Assistenten Rob Daum (Linz) und Christian Weber (KAC) behalten will, hatte vor dem bedeutungslosen Spiel am Samstag gegen Slowenien (20 Uhr, ORF Sport Plus) noch einen Problemfall zu lösen. Verteidiger Stefan Ulmer hatte den Teamchef in den Vorarlberger Nachrichten schwer attackiert ("Als Vorarlberger kann  man gegen die Kärntner Mafia nichts machen"), weil er gegen Ungarn kaum spielte. Verbandskapitän Giuseppe Mion konterte: "Es geht nicht darum, ob der Herr Ulmer zufrieden ist, oder nicht. Es geht um das Wohl der Mannschaft."

Ulmer wurde daraufhin umgehend aus dem Kader gestrichen, entschuldigte sich dann aber bei den Teamkollegen und den Verantwortlichen. "Meine Aussagen waren inakzeptabel. Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen", erklärte der Spieler nach einem klärenden Gespräch mit Teamchef Manny Viveiros, der aber weiter mit Ulmer plant. "Er ist ein guter, junger Spieler. Die Entschuldigung war aufrichtig und wichtig für Teamkollegen und Betreuer. Aufgrund der Härte der Aussagen mussten wir durchgreifen", erklärte Teammanager Giuseppe Mion.

Von den Spielern, die heuer nicht dabei waren, dürfte nur Tormann Bernd Brückler wieder kontaktiert werden. "Wir wollten heuer Starkbaum die Erfahrung geben. Brückler wird wieder ein Thema sein", meinte Teamchef Viveiros.

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Erstellt am 20.04.2012