Nach dem Springen am Bergisel: Großer Frust bei Überflieger Stefan Kraft
Unzufrieden: Stefan Kraft
Die 74.Vierschanzentournee wird Stefan Kraft eher nicht in guter Erinnerung behalten. Der Rekordspringer im Weltcup (129 Podestplätze) findet sich auf den Ergebnislisten in Regionen wieder, auf die sich die Blicke normalerweise nicht richten. 9 (Oberstdorf), 26 (Garmisch) und 13 (Innsbruck) – Stefan Kraft stellt an sich deutlich höhere Ansprüche.
Mit Skispringen, wie er es sich vorstellt, hätten die Auftritte bei der Tournee jedenfalls nichts zu tun, monierte der 32-Jährige. „Ich hänge irgendwie in der Luft und bin wie ein Moorhuhn unterwegs. Das nervt mich schon“, meinte Vorjahressieger Stefan Kraft nach dem Bergiselspringen.
Auch Jan Hörl, der Bergiselgewinner von 2024, haderte in Innsbruck mit sich und dem Schanzengott. Wobei es beim Pongauer, zugegeben, Jammern auf hohem Niveau ist. Denn nach seinem vierten Platz in Innsbruck liegt Hörl in der Gesamtwertung noch immer an zweiter Stelle. „Aber meine Sprünge haben nicht gepasst. Und das ärgert mich halt einfach“, sagte Hörl. Auch Titelverteidiger Daniel Tschofenig war nach seinem sechsten Platz nicht gerade in Feierlaune.
Die zufriedensten Gesichter machten da im Auslauf noch die Funktionäre und Politiker rund um Sportminister Andreas Babler. Im Rahmen des Bergiselspringens wurde am Sonntag die Installierung einer Flutlichtanlage hochoffiziell abgesegnet und präsentiert.
Integration der Frauenwettkämpfe
Zum 75.Jubiläum wird der Vierschanzentournee im kommenden Winter ein Licht aufgehen. Das sorgt einerseits für Planungssicherheit bei Wetterkapriolen – Innsbruck war die letzte Tournee Schanze ohne Flutlichtanlage – und öffnet zugleich die Tür für eine eigene Tournee der Frauen, die 2026/’27 ihre Premiere erleben soll.
„Die Integration der Frauenwettkämpfe in das Programm der Vierschanzentournee ist gelebte Gleichstellung im Spitzensport“, sagt Andreas Babler.
4,8 Millionen Euro sind für die Flutlichtanlage veranschlagt, die Kosten teilen sich Bund und Land (jeweils ein Drittel) sowie die Stadt Innsbruck und der Österreichische Skiverband.
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