Maze bricht Herminators Punkterekord

Tina Maze schrieb erneut ein Stück Geschichte. © Bild: Reuters/MICHAEL DALDER

Die Gesamtweltcup-Siegerin gewinnt die Garmisch-Abfahrt und toppt die magische 2.000-Punkte-Marke von Hermann Maier.

Toll, toll, toll!" Eigenlob war angebracht. Denn Tina Maze hat in dieser Ski-Saison neue Maßstäbe gesetzt. Die Slowenin gewann am Samstag die Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen und knackte damit den 2.000-Punkte-Rekord von Hermann Maier im Weltcup. Die 29-Jährige hält sieben Rennen vor Schluss bereits bei 2.024 Zählern. Es war der neunte Saisonsieg sowie der 20. Podestplatz im 30. Rennen des Winters. Maze hat damit 2012/2013 Rennen in allen Disziplinen gewonnen, das gelang vor ihr nur der Salzburgerin Petra Kronberger (1990/91) und der Kroatin Janica Kostelic (2005/06).

Maze gewann auf der Kandahar 0,39 Sekunden vor der US-Amerikanerin Laurenne Ross und 0,50 vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch. Stefanie Moser wurde als Fünfte beste Österreicherin (0,80), sonst schaffte es keine ÖSV-Läuferin in die Top-Ten.

Tina Mazes Siegshow.
Germany's Maria Hoefl-Riesch (L) watches as Slovenia's Tina Maze arrives for the winners presentation of the women's Alpine Skii… © Bild: Reuters/MICHAEL DALDER

Frühe Startnummern waren am Samstag nicht begünstigt. Nach einem Sturz von Alice McKennis (Nummer 12), für die nach dem Bruch des rechten Schienbeinkopfes die Saison vorbei ist, kam die Sonne heraus und die Sicht wurde deutlich besser. Zu diesem Zeitpunkt waren aber beispielsweise die Österreicherinnen Anna Fenninger (schlussendlich 14.) und Regina Sterz (16.) bereits gefahren.

"Am meisten freut mich heute, dass ich die Abfahrt gewonnen habe. Ich bin dieses Jahr gut gefahren, aber nicht ohne Fehler gewesen. Bei meinem ersten Abfahrtssieg (2008 in St. Moritz/Anm.) war Glück dabei, da hatte ich Sonne und die anderen Nebel. Heute war es nicht Glück. Deshalb bin ich topzufrieden. Eine Abfahrt zu gewinnen, ist das Schönste, es ist eine sehr spezielle Disziplin", sagte Maze, die ihrem Erfolgs-Puzzle ein weiteres Steinchen hinzufügte. "Ich habe alles gewonnen in dieser Saison, nur die Abfahrt fehlte noch. Deshalb habe ich alles probiert."

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ALPINE SKI-WM IN SCHLADMING: MAZE (SLO)

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Tina Maze of Slovenia celebrates on the podium aft

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FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP

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Tina Maze of Slovenia smiles in Zauchensee

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Canada Womens World Cup Downhill Skiing

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Maze of Slovakia during women's World Cup Downhill

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HOSP FLEMMEN MAZE

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Tina Maze, Tessa Worley, Federica Brignone

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Switzerland Alpine Skiing World Cup

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CANADA VANCOUVER 2010 OLYMPIC GAMES

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Slovenia's Maze reacts after winning the women's A

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Tina Maze knöpft ihren Anzug auf.

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Italy Alpine Skiing World Cup

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Slovenia's Maze celebrates in front of a cameraman

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AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP

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VORBERICHTERSTATTUNG ALPINE SKI-WM SCHLADMING 2013

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Slovenia's Tina Maze shows the silver medal of the…

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GERMANY ALPINE SKIING WORLD CHAMPIONSHIPS

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ALPINE SKI-WM IN SCHLADMING: TIROLBERG- MAZE

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CANADA VANCOUVER 2010 OLYMPIC GAMES

Unbeschreiblich

Im Abfahrtsweltcup ist nur noch das Rennen beim Finale in Lenzerheide ausständig. Maze liegt ein Pünktchen hinter der verletzten, aber immer noch führenden Lindsey Vonn ( USA). Das heißt, Maze muss in der Schweiz unter die Top-15 kommen, um sich das nächste Kristall nach jenem für den Gesamtweltcup und die Riesentorlaufwertung abzuholen. Kristallkugeln waren das Ziel von Maze für diesen Winter gewesen, die 2.000 Punkte von Maier aus der Saison 1999/2000 hatten nicht dazu gehört. "Aber wenn ich gut fahre, kommt das eh von selbst", hatte sie stets betont. Vonn war an diesem Vorhaben vergangenen Winter mit 1.980 Zählern nur knapp gescheitert.

Maze und ihr Erfolgsteam.
Slovenia's Tina Maze, top center, celebrates on the podium with her team members after winning an alpine ski, women's World Cup … © Bild: AP/Marco Trovati

Wenn die 2.000er-Bestmarke dann aber doch erfolgreich erledigt vor einem liegt, dann ist das auch für Maze kaum zu beschreiben. "Es ist unglaublich, ich habe dafür nicht viele Worte. Nach so einer Saison ist es schwierig, die richtigen Worte zu finden. Die Konstanz über die ganze Saison verdanke ich der gemeinsamen Arbeit von meinem Team und mir. Das ist gute Organisation, gute Planung und gutes Material." Auch für die restlichen Saison hat sie noch viel vor. "Ruhig bleiben, konzentriert sein, Vollgas geben. Die Wertungen inAbfahrt,Super-GundSlalomsind noch offen."

Gesteigert

Für Moser war es ein schöner Tag.
Fifth placed Austria's Stefanie Moser celebrates at the finish area of an alpine ski, women's World Cup downhill, in Garmisch-Pa… © Bild: AP/Marco Trovati

Moser egalisierte ihr bestes Weltcupergebnis der Karriere, bereits vor Weihnachten in Lake Louise war sie Fünfte gewesen. "Es ist ein echt schöner Tag. Ich habe alles riskiert, es ist voll aufgegangen. Ich habe mich von Training zu Training gesteigert", sagte die 24-jährige Tirolerin, für die es nach dem starken Saisonauftakt nicht mehr nach Wunsch gelaufen ist. "Ich habe zu denken angefangen, wie ich das toppen oder bestätigen kann. Das war ein großer Fehler. Besser ist, ich konzentriere mich nur aufs Skifahren", weiß Moser heute.

Sie habe keine leichte Zeit hinter sich, deshalb sei sie nun überglücklich, das Problem in den Griff bekommen zu haben. "Ich bin um einiges lockerer geworden. Heute bin ich dafür beloht worden und deshalb bin ich überglücklich", sagte Moser. "Ich werde mich weiter konzentrieren und es wird dann schon noch irgendwann die Zeit kommen, wo ich ganz vorne mitfahren kann."

Zurückgerutscht

Fenninger war nicht ganz auf Zug.
Anna Fenninger of Austria speeds down during the women's Alpine Skiing World Cup Downhill race in Garmisch-Partenkirchen March 2… © Bild: Reuters/WOLFGANG RATTAY

Mit ihren Fahren zufrieden sein durften auch Fenninger und Sterz, auch wenn sich das letztlich platzierungsmäßig nicht niederschlug. "Ich bin die Kurven gut gefahren, es hat mir getaugt. Die Zielkurve habe ich schon im Training nicht so gut erwischt, ich bin nicht ganz auf Zug gefahren. Vielleicht habe ich da ein bisschen Speed verloren", meinte Fenninger, die mit Nummer zehn an der Reihe war und die bis dahin führende Teamkollegin Sterz an der Spitze abgelöst hatte.

"Schauen wir mal, ich glaube, es hat ganz gut gepasst", sagte die Tirolerin Sterz. Da die Sichtbedingungen für die Topgruppe deutlich besser wurden, rutschten die ÖSV-Damen im Klassement weit zurück. Elisabeth Görgl wurde 17., Nicole Schmidhofer 25. und Andrea Fischbacher 30.

Endstand
1. Tina Maze SLO 1:40,46
2. Laurenne Ross USA 1:40,85
3. Maria Höfl-Riesch GER 1:40,96
4. Lara Gut SUI 1:41,20
5. Stefanie Moser AUT 1:41,26
6. Julia Mancuso USA 1:41,39
7. Tina Weirather LIE 1:41,45
8. Viktoria Rebensburg GER 1:41,52
9. Stacey Cook USA 1:41,53
10. Ilka Stuhec SLO 1:41,69
11. Marion Rolland FRA 1:41,80
12. Nadia Fanchini ITA 1:41,97
13. Daniela Merighetti ITA 1:42,02
14. Anna Fenninger AUT 1:42,25
. Mirena Küng SUI 1:42,25
16. Regina Sterz AUT 1:42,32
17. Elisabeth Görgl AUT 1:42,35
Weiter:
25. Nicole Schmidhofer AUT 1:43,10
30. Andrea Fischbacher AUT 1:43,54

Nicht gestartet: Margret Altacher (AUT)Out u.a.: Alice McKennis, Leanne Smith (beide USA), Fränzi Aufdenblatten (SUI)

Erstellt am 02.03.2013