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Sport Wintersport
01/04/2022

Starker Wind: Tournee-Springen in Innsbruck musste abgesagt werden

Der dritte Tournee-Bewerb in Innsbruck fiel dem Wind zum Opfer. Es ist die erst zweite Absage nach 2008.

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Vierschanzentournee der Skispringer ist am Dienstag eine Konkurrenz abgesagt worden, erneut in Innsbruck. Auf der windanf√§lligen Schanze war bei der 70. Auflage des Klassikers wegen zu starken F√∂hns eine Durchf√ľhrung des Bewerbs ebenso nicht m√∂glich wie 2008. Damals ist die Tournee mit zwei Bewerben in Bischofshofen zu Ende gegangen. So wird es auch diesmal sein, wie in einer Krisensitzung am Nachmittag beschlossen wurde.

Laut Renndirektor Sandro Pertile hatte es gegolten, in einer komplizierten Situation mit allen beteiligten Partnern eine L√∂sung zu finden. Es soll nun am Mittwoch um 11.30 Uhr mit einem Trainingsdurchgang losgehen, die Qualifikation ist f√ľr 13.00 Uhr und der Innsbrucker Ersatz-Bewerb f√ľr 16.30 Uhr angesetzt. Am Donnerstag soll es die Qualifikation f√ľr den vierten Bewerb ab 14.30 Uhr und den ersten Wertungsdurchgang ab 17.30 Uhr geben. Aber auch da sind die Wetterprognosen nicht einwandfrei.

Keine Flutlichtanlage

Am Montag hatten bei den beiden Trainingsdurchg√§ngen sowie in der Qualifikation noch passable Bedingungen geherrscht, tags darauf war aber schon an die Abhaltung des f√ľr 12.00 Uhr angesetzt gewesenen Probedurchgangs nicht zu denken. Der Bewerbsbeginn wurde zun√§chst mit 13.30 Uhr belassen, in einigen Jury-Sitzungen aber in vier Etappen auf letztlich 15.00 Uhr verschoben. Zun√§chst wurde daf√ľr noch gr√ľnes Licht gegeben, letztlich ging es aber auch mit neu gefr√§ster Spur doch nicht.

Ohnehin w√§re zu der dann sp√§testm√∂glichen Beginnzeit nur ein Durchgang durchgef√ľhrt worden, da die Lichtverh√§ltnisse nicht mehr zugelassen h√§tten. Der Innsbrucker Bergisel ist mittlerweile der einzige Tournee-Bakken, an dem es noch keine Flutlichtanlage gibt. Ganz anders u.a. in Bischofshofen, wo der Bewerb am Dreik√∂nigstag grunds√§tzlich erst am sp√§ten Nachmittag angesetzt ist. In Innsbruck w√§re es vielleicht zu dieser Zeit gegangen, diese Option gab es aber eben nicht.

70th Four Hills Tournament

Die Durchf√ľhrung des Bergisel-Springens in einem Durchgang hat es vor f√ľnf und acht Jahren gegeben. 2017 dauerte der erste Heat aufgrund windbedingter Verz√∂gerungen mehr als eineinhalb Stunden, die nahende D√§mmerung machte das vorzeitige Ende unumg√§nglich. 2014 war die Konkurrenz ebenfalls stark vom Wind beeintr√§chtigt gewesen, neun Aktive vor Ende des zweiten Durchgangs musste schlie√ülich abgebrochen werden. In die Wertung kam das Ergebnis des ersten Durchgangs.

Hopp oder drop

"Es ist wirklich schade", kommentierte √ĖSV-Cheftrainer Andreas Widh√∂lzl die nunmehrige Absage. "Wir sind nach dem Training und der Quali mit voller Motivation hergefahren. Wir haben uns immer wieder vorbereitet. Aber es ist leider so: wenn am Bergisel der F√∂hn geht, dann ist es extrem schwierig. Es w√§re zu gef√§hrlich gewesen f√ľr die Athleten." Der Quali-Vierte Daniel Huber war ebenso entt√§uscht wie der -Zweite Jan H√∂rl. "Ich habe ja gestern sehr gut reingefunden", meinte H√∂rl.

F√ľr Stefan Kraft h√§tte ein Bewerb in einem Durchgang einen gewissen Reiz gehabt. "Ich mag das ganz gerne, ein Sprung hopp oder drop. Man muss seine Sachen beieinanderhaben. Das w√§re heute ein cooler Test gewesen, ob ich das schaffe." Er wolle aber nun eben in Bischofshofen wieder mehr Stabilit√§t in seine Leistung hineinbekommen und wieder einmal zwei tolle Spr√ľnge hintereinander hinlegen. Und das auf einer "Flieger-Schanze", wie sie Widh√∂lzl bezeichnete. "Und die taugt uns sehr."

H√∂rl wollte bei der gleich anschlie√üenden Weiterfahrt nach Bischofshofen sein gutes Gef√ľhl mit ins Gep√§ck nehmen. "Und dann den Trainingssprung in Bi'hofen nutzen und dann angreifen. Auch lasse ich mich noch vom Physio behandeln, damit ich dann fit dastehe." Huber meinte, dass es f√ľr ihn zwar noch nie so 100-prozentig in Bischofshofen geklappt habe, er die Schanze aber sehr gerne mag. "Es ist ein bisschen etwas Eigenes mit dem flachen Anlauf, wenig Radius", wusste der 29-j√§hrige Salzburger.

Vor 14 Jahren gewann der Finne Janne Ahonen am Tag nach der Absage das Ersatz- und dann auch das regul√§re Springen in Bischofshofen, daraus resultierte sein f√ľnfter Tournee-Gewinn. Damit ist der Skandinavier der erfolgreichste Athlet der Tournee-Geschichte. In Bischofshofen k√∂nnte nun wieder mit einem Doppel Geschichte geschrieben werden. Denn der Japaner Ryoyu Kobayashi h√§tte die Chance, mit zwei weiteren Siegen als Erster zum zweiten Mal alle Bewerbe einer Tournee zu holen.

Verl√§uft alles nach Plan, dann gibt es nun sogar vier Skisprung-Wettk√§mpfe en suite auf der Paul-Au√üerleitner-Schanze, denn am Samstag ist ein Team-Bewerb und f√ľr Sonntag ein weiteres Weltcup-Springen angesetzt.

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