Der König von Zagreb: Drei Siege in Folge holte Hirscher in Sljeme.

© REUTERS/ANTONIO BRONIC

Ski alpin
01/05/2017

Slalom: Doppeltes Jubiläum in Zagreb

Der Weltcup wird 50 Jahre alt, und Marcel Hirscher steht vor dem 100. Podestplatz.

von Stefan Sigwarth

Es war am 9. März 2008, als Marcel Hirscher im Slalom von Kranjska Gora erstmals auf ein Weltcup-Podest steigen durfte: Der 19-Jährige, zwei Wochen zuvor Junioren-Weltmeister in Slalom und Riesenslalom geworden, wurde Dritter hinter dem Italiener Manfred Mölgg und dem Kroaten Ivica Kostelic. "Skifahren ist mein Leben", sagte Hirscher am Ende seines erst zehnten Weltcup-Rennens.

Es war am 13. Dezember 2009 in Val d’Isère, als Marcel Hirscher beim 38. Einsatz erstmals als Sieger gefeiert wurde. Exakt zehn Monate zuvor hatte der Salzburger noch über Platz vier im WM-Riesenslalom am gleichen Ort geflucht, sieben Hundertstelsekunden hatten ihn um die ersehnte Medaille gebracht. "Es zieht sich durch die ganze Saison, immer die blöden Hundertstel. Man sagt, die bekommt man irgendwann zurück, und das hoffe ich auch."

Die Rückzahlung sollte beginnen an diesem 13. Dezember, und wie: Aus fünf Hundertstelsekunden Vorsprung nach Lauf eins machte Hirscher deren 79. "Ich weiß nicht, wie das gegangen ist. Es war in einer ganz anderen Liga", gab er zu Protokoll, und der KURIER adelte ihn als "Riesenversprechen für die Zukunft".

Der nächste Schritt

Nicht ganz zu Unrecht: 2580 Tage und fünf gewonnene Gesamtweltcups später steht Marcel Hirscher am heutigen Donnerstag in Zagreb im Fokus. Beim Nachtslalom am Sljeme (14.45 und 18 Uhr, live ORF eins) kann er zum vierten Mal in Folge siegen, vor allem aber kann er seinen 100. Podestplatz holen. Damit würde der 27-Jährige zum Vorarlberger Wahl-Luxemburger Marc Girardelli aufschließen, und dann bleibt nur noch der Größte in der Geschichte des alpinen Skirennlaufs – Ingemar Stenmark, der 155-mal aufs Siegertreppchen gefahren ist.

Zeit hätte Marcel Hirscher genug – Stenmark fuhr von 1973 bis 1989 im Weltcup. Für den Salzburger, der 2007 sein Debüt gegeben hat, hieße das, er müsste bis 2023 fahren. "Da bin ich aber garantiert nicht mehr auf Rennskiern unterwegs", sagt Hirscher. "Momentan ist mein nächstes Ziel Olympia 2018."

In einem Punkt hat er den großen Schweden Stenmark schon hinter sich gelassen: In 77 Prozent aller Rennen, in denen er in die Top Ten kam, landete er auch auf dem Podest (77 Stockerlplätze bei 128 Top-Ten-Platzierungen), Stenmark kam auf 72 Prozent (155/205).

189-mal stand Hirscher bisher am Start, und eine seiner größten Stärken ist die Konstanz: Der letzte Ausfall im Riesenslalom datiert vom 6. Februar 2011 (Hinterstoder), seit dem 12. Jänner 2013 (16. in Adelboden) war er nie schlechter als Sechster. Im Slalom ist er in den letzten 14 Bewerben seit März 2015 zwei Mal ausgeschieden – und war sonst stets Erster oder Zweiter.

Nummer 25

Am 10. März 2012 holte Hirscher in Kranjska Gora seinen 25. Podestplatz, als Dritter im Riesenslalom hinter Ted Ligety (USA) und Alexis Pinturault (FRA). Und er legte den Grundstein für seinen ersten Gesamtweltcup: Fünf Tage später wurde Hirscher beim Saisonfinale in Schladming sensationell Dritter im Super-G, und mit dem Sieg im Riesenslalom am 17. März war klar, dass die große Kristallkugel erstmals nach sechs Jahren (Benjamin Raich) wieder nach Österreich gehen würde.

Nummer 50

Von nun an ging’s dahin: Schon am 22. Dezember 2013 folgte mit dem Sieg beim Riesenslalom von Alta Badia Podestplatz Nummer 50. Hirscher beendete damit eine 16 Jahre lange Durststrecke der Österreicher beim Klassiker – und eine Phase voller Sorgen, ob, wie und wann der damals im Riesenslalom so dominante Ted Ligety denn zu schlagen sei.

Nummer 75

Der 75. Podestplatz – der Sieg im Riesenslalom von Beaver Creek am 6. Dezember 2015 – stand im Schatten von Nummer 74: Tags zuvor hatte Hirscher in Colorado seinen ersten Super-G gewonnen. "Ich habe ich mich übertroffen, was meine Möglichkeiten anbelangt", lautete nun das Resümee. Doch Grenzen scheint es für den 27-jährigen Annaberger kaum zu geben. Wie gab doch sein Speed-Kollege Vincent Kriechmayr seinerzeit zu Protokoll? "Marcel lässt uns ausschauen wie Lehrbuben."

Und was sagte der Oberösterreicher nach Hirschers Podestplatz Nummer 98 bei der Kombination in Santa Caterina am 29. Dezember 2016? "Der Marcel hängt uns schon wieder ab – jetzt müssen wir einmal angasen, denn das kann’s nicht sein."

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