Skispringen: Letztes Fünkchen Hoffnung

Schlierenzauer fehlen 112 Punkte auf Bardal: "Jetzt liegen natürlich alle Trümpfe bei Anders."

Natürlich lebt die Chance, selbstverständlich ist alles noch möglich, aber selbst ein Berufsoptimist wie Gregor Schlierenzauer weiß, dass er nun schon ein kleines Skisprung-Wunder braucht, um doch noch den großen Coup und also bei der großen Kristallkugel zu landen: 112 Punkte auf den Norweger Anders Bardal, drei Bewerbe vor Schluss. "Jetzt liegen natürlich alle Trümpfe bei Anders", muss sich denn auch Schlierenzauer eingestehen.

Es ist die fehlende Konstanz, die den Tiroler in diese Situation manövriert hat. Während sein norwegischer Konkurrent zwar auch nicht brilliert, aber stets zielsicher in den Top 5 landet, leistete sich Schlierenzauer vor allem im letzten Saisondrittel immer wieder einen Ausrutscher. In Trondheim war ihm zuletzt nicht einmal der Sprung unter die ersten zehn gelungen (12.).

Emotional

Ein schwacher Trost, dass es nun auf die erklärten Lieblingsschanzen des 22-jährigen Tirolers geht. Mit dem ehrwürdigen Holmenkollen in Oslo, wo am Sonntag gesprungen wird (14.15 Uhr, live in ORFeins) verbindet Schlierenzauer ganz besondere Erinnerungen. Im Vorjahr hatte er ebendort mit WM-Gold einen seiner emotionalsten Triumphe gefeiert. Vor der Rückkehr an die Stätte des Erfolges erklärte er deshalb: "Ich will den Wettkampf einfach genießen."

Um doch noch die Mini-Chance auf seinen zweiten Weltcup-Gesamtsieg nach 2008/’09 zu wahren, muss Gregor Schlierenzauer in Oslo wohl zumindest auf dem Podest landen – auf jeden Fall aber vor seinem Widersacher Anders Bardal. Dann wäre noch ein spannenderes Weltcup-Finale auf der Flugschanze in Planica garantiert. Auch Schlierenzauer setzt noch Hoffnungen auf das Fliegen. "Im Skifliegen kann noch einmal viel passieren", meint der Stubaier. Allerdings: In diesem Winter war Gregor Schlierenzauer in einem Skifliegen noch nie besser als Siebenter.

( Kurier ) Erstellt am 10.03.2012