Eis-Zauber in Schladming: Meillard siegt beim Nacht-Riesentorlauf

FIS Alpine Skiing World Cup in Schladming
Der Schweizer Loic Meillard fängt in Schladming beim Riesentorlauf den Brasilianer Braathen ab. Auf sehr eisiger Piste rutscht ÖSV-Star Schwarz noch nach hinten.

Irgendwie schade, dass Henrik Kristoffersen seit seinem Auszucker beim Slalom in Wengen offiziell verwarnt ist und sich daher nichts mehr zu Schulde kommen lassen darf. Es wäre nur zu interessant gewesen, was dem impulsiven und verhaltensoriginellen Norweger sonst alles zur eisigen Planai eingefallen wäre.

Schon Kristoffersens diplomatisches Statement ließ  tief blicken. „In 14 Jahren im  Weltcup bin ich noch nie einen Riesentorlauf gefahren, bei dem es so eisig war“, erklärte er vielsagend.

Beim Riesentorlauf in Schladming wurden die Skistars  am Dienstag ordentlich aufs Glatteis geführt. Diese ungewohnten Pistenbedingungen  stellten die Läufer auf  der steilen Planai vor extreme  Herausforderungen und ließen selbst viele Topstars schlecht aussehen.

Am besten kam mit diesen Verhältnissen noch Loic Meillard zurecht: der coole Schweizer krönte sich zum Eiskönig von Schladming.

Loic Meillard überholte im zweiten Lauf noch den brasilianischen Halbzeitführenden Pinheiro Braathen, der mit einem Rückstand von knapp einer Sekunde auf dem zweiten Rang landete. 

Pinheiro Braathen führt nach dem ersten Durchgang in Schladming

Pinheiro Braathen führt nach dem ersten Durchgang in Schladming

Zum Sensationsmann des Riesentorlaufs avancierte der Franzose Alban Elezi Cannaferina. Der 22-jährige Allrounder, 2023 Juniorenweltmeister im Riesentorlauf, bejubelte als Dritter den ersten Podiumsplatz seiner Karriere.

ÖSV hinterher

Die Österreicher wurden im Kampf um die Top-Platzierungen auf Eis gelegt. Marco Schwarz  hatte nach dem ersten Lauf  als Vierter noch das Podium im Visier, im zweiten Durchgang wurde der Kärntner auf Rang acht durchgereicht. 

Zweitbester ÖSV-Läufer wurde Joshua Sturm, der mit Rang 12 seine beste Platzierung in einem Riesentorlauf erreichte.

Stefan Brennsteiner plagte sich beim Heimrennen und kam auf dem Eislaufplatz nicht richtig in Fahrt. Der Sieger des Riesentorlaufs von  Copper Mountain musste sich vor seinem Teamkollegen Patrick Feurstein  mit Rang 15 begnügen, die kleine Kristallkugel rückt damit immer weiter in Ferne.

Marco Schwarz gewann in dieser Saison schon einen Riesentorlauf

Marco Schwarz gewann in dieser Saison schon einen Riesentorlauf

Fellers Abschied 

Manuel Feller hatte in Schladming seinen letzten offiziellen Auftritt in einem Weltcup-Riesentorlauf. Die erhoffte Qualifikation für den zweiten Durchgang blieb dem Tiroler erwartungsgemäß verwehrt.

Feller, der das Riesentorlauf-Training in den vergangenen Monaten auf ein Minimum reduziert hatte, verlor fast 5 Sekunden auf die Bestzeit.

Es ist für den 33-Jährigen trotzdem ein Abschied ohne Wehmut und Groll.  „Ich wollte noch einmal unten  abschwingen“, meinte der Sieger des Hahnenkammslaloms, der sich fortan auf seine Paradedisziplin konzentrieren wird.

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