Aleksander Aamodt Kilde holte sich die kleine Kugel im Super-G.

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Alpines Saisonfinale
03/17/2016

Kriechmayr scheidet aus, Super-G-Weltcup an Kilde

Vincent Kriechmayr scheidet aus und vergibt die Chance auf den Gewinn der kleinen Kugel.

Der Ausfall von dem noch um die kleine Kugel mitk√§mpfenden Vincent Kriechmayr im finalen Weltcup-Super-G in St. Moritz ist ein bezeichnender Schlusspunkt unter der bescheidenen Speed-Saison der √ĖSV-Herren gewesen. Den Disziplinsieg holte sich der Norweger Aleksander Aamodt Kilde als Ex-Aequo-Tageszweiter mit Kjetil Jansrud. Es siegte der Schweizer Beat Feuz, Marcel Hirscher wurde F√ľnfter.

Norwegens Skiherren waren in diesem Skiwinter eine Macht, die Dominanz spiegelt sich eindrucksvoll in der Super-G-Wertung wider. Kilde holte sich vor seinen Landsleuten Jansrud und Aksel Lund Svindal die Kugel. "Wir waren so stark in diesem Jahr, Aksel ist zur Halbzeit ausgeschieden und trotzdem noch auf dem Podest. Es ist ein Wahnsinn, dass unser ganzes Team auf dem Podest steht", sagte der 23-jährige Kilde am Donnerstag.

"Angefressener" Kriechmayr

Zum f√ľnften Mal in Folge nach Svindal (2012, 2013, 2014) und Jansrud (2015) ging die Super-G-Kugel an Norwegen. Kriechmayr wurde in der diesj√§hrigen Endabrechnung Vierter, er hatte vor dem finalen Rennen 37 Z√§hler R√ľckstand auf Kilde und eigentlich um die Kugel mitfighten wollen.

"Ich bin angefressen auf mich. Ich wollte schon riskieren, aber das hat nichts mit dem Risiko zu tun. Es war ein bissl dumm. Ich habe ein bissl zu fr√ľh umgelegt. Wenn ich eine Zehntel warte, dann geht es sich sch√∂n aus. So war ich um das Alzerl zu fr√ľh, habe Stress bekommen und mich reingelegt. Das darf auf dem Niveau nicht passieren, wenn man einer der Besten sein will", sagte der Ober√∂sterreicher.

"Schade. Ich h√§tte durchaus die Qualit√§t gehabt, dass ich da heute gewinne, das muss ich auf den Schnee bringen", wei√ü Kriechmayr, woran es lag. "Es ist jetzt bitter, aber es gibt so viele schlimmere Sachen. Wenn ich mich da aufrege, w√§re das so gemein, das tue ich auch nicht. Mit dem werde ich leicht fertig. Es w√§re das i-T√ľpfelchen gewesen, aber es kommen noch Saisonen", wei√ü Kriechmayr.

Er lag in der Super-G-Endabrechung zwei R√§nge vor dem sechstplatzierten Hirscher. Dass er ohne am Abfahrstraining teilgenommen zu haben, auf der "Corviglia" so eine starke Leistung zeigte, √ľberraschte den Gesamtweltcupsieger. "Es ist ein neues Gel√§nde f√ľr mich, ich bin sehr zufrieden mit der Platzierung", sagte der Salzburger, der nach dem in Kranjska Gora fixierten Gewinn der f√ľnften gro√üen Kugel auch ein paar Tage Pause gemacht hatte.

"Es ist schon l√§ssig, wenn man hierherkommt und das Rennen genie√üen kann. Es ist ein komisches Gef√ľhl so ohne Druck und ohne Punktegeiern." Als Sechster der Super-G-Weltrangliste darf er in der kommenden Saison aus der Topgruppe starten.

Wundersamer Feuz

Feuz sorgte f√ľr ein kleines Schweizer Winterwunder, nach der Abfahrt gewann er vor Heimpublikum auch im Super-G, dabei hatte er sich erst am Sonntag in Kvitfjell den Finalstartplatz gesichert. "Ich habe in Kvitfjell gesagt, wenn es sich nicht ausgeht, will ich in St. Moritz als Vorl√§ufer an den Start gehen", erkl√§rte der 29-J√§hrige, der nach einem Achillessehnen-Einriss im vergangenen September erst Mitte J√§nner in den Weltcup eingestiegen war. F√ľr ihn war es der siebente Sieg, der dritte in einem Super-G.

In dem aufgrund der Kurssetzung sehr herausfordernden Rennen kamen nur 15 der 23 L√§ufer in die Wertung, Romed Baumann wurde Zehnter, Max Franz Elfter. Wie Kriechmayr schieden aus dem √ĖSV-Team auch Hannes Reichelt und Patrick Schweiger (beide Torfehler) aus.

Endstand im Super-G-Weltcup

Weltcup-Super-G in St. Moritz

1.

Beat Feuz (SUI)

1:16,17

Min.

2.

Kjetil Jansrud (NOR)

1:16,27

+0,10

.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

1:16,27

+0,10

4.

Adrien Theaux (FRA)

1:16,37

+0,20

5.

Marcel Hirscher (AUT)

1:16,66

+0,49

6.

Andreas Sander (GER)

1:17,06

+0,89

7.

Peter Fill (ITA)

1:17,12

+0,95

8.

Thomas Tumler (SUI)

1:17,13

+0,96

9.

Bostjan Kline (SLO)

1:17,17

+1,00

10.

Romed Baumann (AUT)

1:17,21

+1,04

11.

Max Franz (AUT)

1:17,37

+1,20

12.

Ralph Weber (SUI)

1:17,44

+1,27

13.

Christof Innerhofer (ITA)

1:17,57

+1,40

14.

Alexis Pinturault (FRA)

1:17,64

+1,47

15.

Carlo Janka (SUI)

1:18,58

+2,41

Ausgeschieden: Vincent Kriechmayr, Hannes Reichelt, Patrick Schweiger (alle AUT), Travis Ganong, Andrew Weibrecht (beide USA), Mattia Casse (ITA), Erik Guay (CAN), Matthieu Bailet (FRA)

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