Karriereende: Maria Höfl-Riesch

© APA/EPA/PETER SCHNEIDER

Ski alpin
03/20/2014

Maria Höfl-Riesch beendet Karriere

"Ich werd' sicherlich immer mit Freude und Stolz auf diese Zeit zurückblicken", so die Deutsche.

von Stefan Sigwarth

Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen“, sagte Maria Höfl-Riesch am Donnerstag gegen 14.15 Uhr bei einer Pressekonferenz in München. „Ich werd’ sicherlich immer mit Freude und Stolz auf diese Zeit zurückblicken, auch wenn’s in diesem Moment schwerfällt.“ Im nächsten Moment erklärte die 29-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen ihren Rücktritt vom alpinen Skirennlauf.

81 Podestplätze (je 27 erste, zweite und dritte), drei Olympia- und zwei WM-Goldene, dazu den Gesamtweltcup der Saison 2010/’11 hat die Bayrin seit ihrem Weltcup-Debüt am 16. Februar 2001 auf ihr Erfolgskonto gebucht, nun also ist Schluss.

Schon seit längerem hatte sich Höfl-Riesch mit Rücktrittsgedanken beschäftigt, eine Reihe schwerer Verletzungen (darunter zwei Kreuzbandrisse und eine gebrochene Schulter) haben Spuren hinterlassen. „Ich spüre das Alter“, hatte die mit 1,81 Metern groß gewachsene Deutsche schon im Dezember zum KURIER gesagt. „Ich fahre jetzt 15 Jahre alle Disziplinen, meine Motivation ist jetzt eine andere als damals, als noch die ganze Karriere vor mir lag.“

Als Souvenir begleitet sie vorerst noch ihr linker Ellbogen – diesen hatte sie sich bei ihrem Sturz in der Abfahrt des Weltcup-Finales von Lenzerheide verletzt, damit war für sie die Chance auf die große Kristallkugel dahin.

Lücke

Im von Verletzungen so gebeutelten deutschen Damen-Team hinterlässt Maria Höfl-Riesch eine riesige Lücke – nur Super-G- und Riesenslalomspezialistin Viktoria Rebensburg zählt noch zur erweiterten Weltspitze. Kathrin Hölzl, die Riesenslalom-Weltmeisterin von 2009, hat ihre Karriere bereits wegen nicht in den Griff zu kriegender Rückenprobleme beendet, Veronique Hronek hat sich in Zauchensee das Kreuzband gerissen.

Thomas Stauffer, der Schweizer Cheftrainer der deutschen Damen, weiß, was auf ihn zukommt: „Ohne Maria wird es schwierig.“ Auch deswegen baten die Trainer Höfl-Riesch, ihre Entscheidung zu überdenken, „ich habe gemerkt, wie groß der Wunsch im Trainerteam ist, dass ich noch eine Saison weiterfahre“, sagte sie nun. Doch die Sehnsucht nach einer Zeit ohne Schinderei war stärker.

Maria Höfl-Riesch (29 Jahre)

Geboren: 24. November 1984 in Garmisch-Partenkirchen
Wohnort: Kitzbühel
Größe/Gewicht: 1,82 m/70 kg
Familienstand: verheiratet mit Marcus Höfl
Ski: Head
Schuhe: Lange
Verein: SC Partenkirchen
Hobbys: Tennis, Reisen, Lesen
Homepage: http://www.maria.com.de/

Größte Erfolge

Olympia:

  • Gold Slalom und Super-Kombination Vancouver/Whistler 2010
  • Gold Super-Kombination und Silber Super-G 2014 Sotschi

WM:

  • Weltmeisterin Slalom 2009 Val d'Isere und
  • Super-Kombination 2013 Schladming
  • Bronze Abfahrt und Super-G 2011 Garmisch-Partenkirchen sowie Abfahrt 2013 Schladming

Weltcup:

  • Gesamtweltcupsiegerin 2011
  • Zweite im Gesamtweltcup 2009, 2010, 2014 und 2014
  • Dritte im Gesamtweltcup 2004, 2008 und 2012
  • Gewinnerin der Weltcup-Wertungen in Super-G und
  • Super-Kombination 2008, Slalom 2009 und 2010, Abfahrt 2014
  • 27 Siege (11 Abfahrt/9 Slalom/4 Super-Kombi/3 Super-G)
  • 54 weitere Podestplätze

Junioren-WM:

  • Junioren-Weltmeisterin 2001 und 2003 in der
  • Kombination, 2002 im Super-G, 2004 in Abfahrt und
  • Riesentorlauf sowie Silber 2002 im Super-G und 2003 im
  • Slalom und Bronze 2001 in Abfahrt und 2003 im RTL

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