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Sport Wintersport
03/14/2021

Marco Schwarz sichert dem ÖSV erste Kristallkugel

Dem Kärtner genügt ein siebenter Platz in Kranjska Gora zum vorzeitigen Gewinn der Slalom-Wertung.

von Stefan Sigwarth

Er ist keiner, der sich ins Rampenlicht drängt. Und er fährt auch nicht sonderlich spektakulär. Aber er ist schnell. Und konstant. Und seit Sonntagmittag hat Marco Schwarz einen Kindheitstraum weniger: Der Kärntner Techniker sicherte sich im Schneetreiben von Kranjska Gora vorzeitig den Slalom-Weltcup.

Die zweite Saison nach seinem Kreuzbandriss am 22.  Februar 2019 ist die bislang erfolgreichste des 25-Jährigen. Und er ist zugleich der Erste, der dem ÖSV eine Kristallkugel beschert, seit Marcel Hirscher die Rennskier abgegeben hat.

Ein Was-wäre-wenn böte sich an, denn vor seiner Verletzung hatte Schwarz gerade die WM in Åre mit drei Medaillen verlassen, und nun ist er amtierender Weltmeister in der Kombination, mit WM-Bronze im Riesenslalom dekoriert – und mit einer Kugel.

Eine runde Sache für den Radentheiner: „Natürlich ist ein Weltmeistertitel auch etwas Besonderes, aber die Slalom-Kugel zeigt die Leistung über die ganze Saison, und die war für mich richtig cool. Es ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Dass mir das gelungen ist, ist einfach wunderwunderschön.“

SKI-MEN-WORLD-SLO-SLALOM

Auf Schönfelders Spuren

Marco Schwarz ist nun einen Slalom vor Saisonende der erste Kärntner Kugelbesitzer seit Rainer Schönfelder anno 2004 (Slalom), und wie er sich in diesem unwirtlichen slowenischen Wetter behauptete, war aller Ehren wert. Es war ja nicht nur der Regen, der in Schnee überging und der Piste zusetzte. Genauso hatte Schwarz mit dem Rücken zu kämpfen: Den Riesenslalom am Samstag hatte er noch ausgelassen, um den „Buckel“ (© Schwarz) mit Therapieeinheiten renntauglich zu bekommen.

Am Ende wurde es Platz sieben, und das reichte locker. Weil der Norweger Sebastian Foss-Solevåg seine theoretischen Chancen schon im ersten Lauf weggeworfen hatte; und weil der Schweizer Zwei-Meter-Hüne Ramon Zenhäusern den Franzosen Clément Noël und Victor Muffat-Jeandet den Vortritt ließ. Der Walliser hätte schon gewinnen müssen, um die Entscheidung auf das letzte Rennen am kommenden Sonntag in Lenzerheide zu vertagen.

Brutale Gratwanderung

„Der schönste siebente Platz meiner Karriere“, sagte Marco Schwarz in seiner betont ruhigen Art, er dankte „so vielen Leuten, die hinter mir stehen, Familie, Trainer, Skifirma, auch die Physiotherapeuten, die mich in den letzten Tagen wieder hergerichtet haben. Es war eine brutale Gratwanderung, und der Buckel tut auch noch weh.“

Nach ein paar Tagen Pause wird er entspannt nach Lenzerheide reisen. Und dann wieder zeigen, was Ramon Zenhäusern als „Schweizer Uhrwerk“ bezeichnet. Oder, etwas ausführlicher: „Er ist immer und überall dabei, egal bei welchen Verhältnisse. Es ist wahnsinnig: unauffällig, technisch so sauber – und es sieht auch noch locker aus, wie er das macht.“

1.

Clement Noel (FRA)

1:47,51

 

49,30

58,21

2.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

1:48,13

+0,62

49,91

58,22

3.

Ramon Zenhäusern (SUI)

1:48,22

+0,71

49,86

58,36

4.

Loic Meillard (SUI)

1:48,41

+0,90

50,27

58,14

5.

Henrik Kristoffersen (NOR)

1:48,53

+1,02

49,79

58,74

6.

Manuel Feller (AUT)

1:48,69

+1,18

50,77

57,92

7.

Marco Schwarz (AUT)

1:49,20

+1,69

50,06

59,14

8.

Alex Vinatzer (ITA)

1:49,32

+1,81

50,76

58,56

9.

Fabio Gstrein (AUT)

1:49,38

+1,87

51,31

58,07

10.

Sebastian Foss-Solevaag (NOR)

1:49,61

+2,10

51,33

58,28

11.

Daniel Yule (SUI)

1:49,67

+2,16

50,73

58,94

12.

Filip Zubcic (CRO)

1:49,73

+2,22

51,25

58,48

13.

Jean-Baptiste Grange (FRA)

1:49,78

+2,27

51,68

58,10

14.

Linus Straßer (GER)

1:49,84

+2,33

51,04

58,80

15.

Kristoffer Jakobsen (SWE)

1:49,91

+2,40

52,27

57,64

.

Stefano Gross (ITA)

1:49,91

+2,40

52,81

57,10

17.

Adrian Pertl (AUT)

1:49,92

+2,41

50,87

59,05

18.

Matej Vidovic (CRO)

1:50,30

+2,79

52,41

57,89

19.

Sebastian Holzmann (GER)

1:50,43

+2,92

53,29

57,14

20.

Timon Haugan (NOR)

1:50,48

+2,97

52,85

57,63

21.

Alexander Choroschilow (RUS)

1:50,70

+3,19

52,42

58,28

22.

Istok Rodes (CRO)

1:50,80

+3,29

52,98

57,82

23.

Armand Marchant (BEL)

1:50,83

+3,32

52,76

58,07

24.

Albert Popow (BUL)

1:51,15

+3,64

53,15

58,00

25.

Stefan Hadalin (SLO)

1:51,39

+3,88

51,62

59,77

26.

David Ryding (GBR)

1:51,73

+4,22

51,99

59,74

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Marc Digruber, Johannes Strolz (beide AUT), Manfred Mölgg, Giuliano Razzoli (beide ITA), Tanguy Nef, Sandro Simonet (beide SUI)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Michael Matt, Christian Hirschbühl (beide AUT), Alexis Pinturault (FRA), Luca Aerni (SUI)

Slalom Herren (10):

1.

Marco Schwarz (AUT)

625

2.

Ramon Zenhäusern (SUI)

503

3.

Clement Noel (FRA)

473

4.

Sebastian Foss-Solevaag (NOR)

431

5.

Manuel Feller (AUT)

388

6.

Henrik Kristoffersen (NOR)

384

7.

Linus Straßer (GER)

318

8.

Alexis Pinturault (FRA)

304

9.

Loic Meillard (SUI)

282

10.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

278

11.

Michael Matt (AUT)

228

12.

David Ryding (GBR)

203

13.

Adrian Pertl (AUT)

188

14.

Daniel Yule (SUI)

169

15.

Fabio Gstrein (AUT)

167

 

weiter:

25.

Christian Hirschbühl (AUT)

92

35.

Johannes Strolz (AUT)

40

42.

Marc Digruber (AUT)

15

Gesamtwertung (nach 33 Rennen):

1.

Alexis Pinturault (FRA)

1100

2.

Marco Odermatt (SUI)

1069

3.

Loic Meillard (SUI)

760

4.

Marco Schwarz (AUT)

754

5.

Matthias Mayer (AUT)

700

6.

Vincent Kriechmayr (AUT)

675

7.

Henrik Kristoffersen (NOR)

668

8.

Filip Zubcic (CRO)

664

9.

Beat Feuz (SUI)

607

10.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

560

11.

Ramon Zenhäusern (SUI)

503

12.

Manuel Feller (AUT)

495

13.

Clement Noel (FRA)

474

14.

Sebastian Foss-Solevaag (NOR)

431

15.

Dominik Paris (ITA)

426

 

weiter:

25.

Max Franz (AUT)

276

29.

Adrian Pertl (AUT)

260

33.

Michael Matt (AUT)

229

34.

Stefan Brennsteiner (AUT)

216

42.

Otmar Striedinger (AUT)

191

47.

Fabio Gstrein (AUT)

179

55.

Christian Walder (AUT)

147

61.

Roland Leitinger (AUT)

130

63.

Daniel Hemetsberger (AUT)

127

64.

Christian Hirschbühl (AUT)

124

69.

Daniel Danklmaier (AUT)

94

85.

Stefan Babinsky (AUT)

61

86.

Raphael Haaser (AUT)

58

89.

Hannes Reichelt (AUT)

51

97.

Dominik Raschner (AUT)

43

100.

Johannes Strolz (AUT)

40

125.

Christian Borgnaes (AUT)

15

 

Marc Digruber (AUT)

15

135.

Christopher Neumayer (AUT)

11

137.

Magnus Walch (AUT)

10

151.

Christoph Krenn (AUT)

2

153.

Maximilian Lahnsteiner (AUT)

1

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