ÖSV-Star Julia Scheib steht auf der Liste für den Olympia-Super-G

Julia Scheib im Zielraum in Kronplatz
Es wäre für die Steirerin ein "Rennen vor dem eigentlichen Rennen". Ein Abfahrtsstart von Marco Schwarz macht "aus jetziger Sicht keinen Sinn".

Zusammenfassung

  • Julia Scheib steht überraschend auf der Shortlist für den Olympia-Super-G, obwohl sie Riesentorlauf-Spezialistin ist.
  • Die endgültige Nominierung des ÖSV-Teams für Olympia erfolgt nach den Weltcups in Kitzbühel und Spindleruv Mlyn, wobei Podestchancen entscheidend sind.
  • Marco Schwarz' Chancen auf einen Olympia-Abfahrtsstart werden vom Trainerteam wegen des hohen Energieaufwands und fehlender Weltcup-Teilnahme als gering eingeschätzt.

Bei den Ski-Weltcups in Kitzbühel und Spindleruv Mlyn haben die Olympia-Wackelkandidaten im ÖSV-Team ihre letzten Chancen für Eigenwerbung. Super-G, Abfahrt, Slalom für die Männer, Riesentorlauf, Slalom für die Frauen - am Sonntag ist das 22-köpfige Aufgebot für die Winterspiele in Italien in zwei Wochen endgültig komplett. Auf der Shortlist für den Olympia-Super-G steht überraschend auch die Riesentorlauf-Spezialistin Julia Scheib.

Das Medaillenrennen im Super-G findet drei Tage vor Scheibs Paradedisziplin Riesentorlauf statt. "Ein Olympiastart vor dem Olympiastart wäre cool", sagte Christian Mitter am Donnerstag in Kitzbühel. Er nennt das "die Maschine durchblasen, bevor es zum richtigen Event kommt". Scheib, die beim abgesagten Zauchensee-Rennen um ihre Saisonpremiere im Super-G umgefallen ist, hat laut dem Sportlichen Leiter auch Stärken in dieser Disziplin. Scheibs Meinung über das Rennen vor dem Rennen ist aber auch Mitter laut Eigenaussage noch nicht bekannt.

Anders als im Weltcup gibt es pro Olympia-Rennen maximal vier Starterinnen und Starter. Das kann bei einem Maximalaufgebot von elf Aktiven pro Geschlecht mitunter auch zur Denksportangelegenheit werden. "Gott sei Dank haben wir Leistungsträger, die mehrere Disziplinen abdecken", sagte Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer. Bestes Beispiel dafür ist der versatile Marco Schwarz, der unter Umständen auch ohne Einsatz in einer Weltcup-Abfahrt die Olympia-Abfahrt bestreiten könnte.

Abfahrt wäre für Schwarz "brutaler Energieaufwand"

Schwarz selbst erteilte dieser Möglichkeit zuletzt keine Absage. Defensiver vernahm sich am Donnerstag die Funktionärsriege. "Es ist ein brutaler Energieaufwand, die Trainings zu fahren. Dann wirst du vielleicht Fünfter, Sechster Siebenter - eine super Leistung - aber dann kommen noch vier Rennen, wo er eine Medaille machen kann. Das macht aus jetziger Sicht keinen Sinn", sagte Pfeifer. Nachsatz: "Außer er fährt zweimal (Trainings)Bestzeit." Mitter sagte dazu: "Prinzipiell sollte man schon im Weltcup angetreten sein."

Grundsätzlich zähle bei Olympia nur das Podium, betonte die ÖSV-Führungsriege. "Da muss man schon schauen, dass man Leute mitnimmt, die wirklich Medaillen machen können", sagte Mitter, der sich in dieser Entscheidung nicht von Emotionen leiten lassen will. "Man muss da sachlich und fachlich bleiben. Wir haben uns deshalb bereits im Sommer eine Richtlinie überlegt, bevor die ganzen Resultate und Emotionen kommen", sagte Mitter zum Nominierungsprozedere.

Gstrein zittert um Olympia-Start

Härtefälle im Männerteam sind nur vereinzelt zu erwarten. Die Saisonsieger (Schwarz, Stefan Brennsteiner und Vincent Kriechmayr) und Podestfahrer (Raphael Haaser, Stefan Babinsky) gelten als Fixstarter. Manuel Feller (Slalom) und Daniel Hemetsberger (Abfahrt) werden auch ohne Stockerl-Erlebnis dabei sein. Prominentester Zuschauer könnte der mit einer Formkrise kämpfende Slalomfahrer Fabio Gstrein werden. Dem Tiroler bleibt mit dem Heimrennen am Ganslernhang am Sonntag noch eine Chance, kräftig Werbung in eigener Sache zu betreiben.

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