Schweizer Ski-Krise spitzt sich zu

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Foto: apa Im Tief: Der Schweizer Didier Défago, immerhin Olympiasieger in der Abfahrt, war in Sölden Fünfter – danach ging’s bergab.

Bei den Herren sind bislang nur drei Athleten für die WM in Schladming qualifiziert.

Rettet die Schweizer Abfahrer vor dem Aussterben" – unter diesem Motto sammelten die Eidgenossen im Sommer 2006 für eine bessere Ski-Zukunft. Die Aktion floppte, immerhin kam damals genug Geld zusammen, um die Kosten der Kampagne zu decken.

ITALY ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/ETTORE FERRARI Didier Defago ist auf Rang 28 der beste Schweizer im Gesamtweltcup Worüber seinerzeit Köpfe geschüttelt wurden, hat derzeit mehr Aktualität denn je. Denn nach dem Rücktritt von Didier Cuche und der Knie-Entzündung des Weltcup-Gesamtzweiten Beat Feuz samt noch immer nicht ausgeschlossenem Karriereende ist der Wurm drin.

Wobei, was heißt Wurm? Schlange träfe es wohl eher, angesichts der Misserfolgsserie der Schweizer Herren in diesem Winter: Dem fünften Platz von Didier Défago beim Auftakt-Riesenslalom in Sölden folgten ein sechster von Markus Vogel im Slalom in Madonna di Campiglio und ein neunter von Luca Aerni im City-Event von München, dazu zwei zehnte von Patrick Küng und Défago. Im Gesamtweltcup ist Abfahrtsolympiasieger Défago, 35, bester Schweizer.

109 Punkte, Platz 28.

Ursachen

RUFENER Foto: AP/Edi Engeler Der ehemalige Schweizer Cheftrainer Martin Rufener Manche Probleme sind hausgemacht, eine Schlüsselszene trug sich vor zwei Jahren zu: Damals wollte Swiss Ski den Vertrag mit Cheftrainer Martin Rufener zwar verlängern, aber die Kündigungsfrist von sechs auf drei Monate reduzieren. Das interpretierte der Berner als mangelnde Wertschätzung, immerhin hatte er in seiner siebenjährigen Amtszeit Carlo Janka zum Gesamtweltcupsieg geführt und dazu drei WM- und zwei Olympia-Goldene in die Schweiz geholt. Rufener ging.

Dazu kam außerordentliches Pech. Denn neben den Etablierten Janka, Feuz und Daniel Albrecht verletzten sich auch Jungstars wie Justin Murisier (zwei Kreuzbandrisse nach drei Medaillen bei der Junioren-WM 2011) oder Reto Schmidiger (Sprunggelenk); auch Défago verlor eine Saison wegen eines Kreuzbandrisses.

ITALY ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/ETTORE FERRARI Der aktuelle Schweizer Cheftrainer Osi Inglin Am Montag gab Swiss Ski Durchhalteparolen aus: "Wir werden uns sicher nicht geschlagen geben", sagte etwa Chefcoach Osi Inglin. Dem Blick zufolge könnte er bald Unterstützung bekommen – sowohl der frühere Schweizer und aktuelle französische Abfahrtstrainer Patrice Morisod als auch der aktuell bei den Amerikanern tätige Flachauer Andreas Evers stehen hoch im Kurs.

Erst drei Schweizer haben sich für die WM in Schladming qualifiziert (Défago, Küng, Vogel). Besser sieht es bei den Damen aus, die dank Lara Gut einen Sieg und dazu zwei dritte Plätze von Nadja Kamer und Marianne Kaufmann-Abderhalden erreicht haben. Ob es weitere gibt? In St. Anton wird am Donnerstag jedenfalls erstmals für die Abfahrt am kommenden Samstag trainiert.

Marcel Hirscher hat in der laufenden Saison bereits 740 Punkte für den Gesamtweltcup gesammelt - und damit mehr als doppelt soviele wie das gesamte Schweizer Herren-Team. "Nicht einmal in einem Albtraum hätte ich mir das ausmalen können", ist Urs Lehman, der Präsident des Schweizer Skiverbandes schockiert. Seine "Kummerbuben" stecken tief in der Krise: Nach dem Rücktritt von Didier Cuche und ... ... der Verletzung von Beat Feuz läuft nicht mehr viel bei den Eidgenossen. Und das ist noch freundlich ausgedrückt: Riesentorlauf-Olympyiasieger Carlo Janka war im RTL von Bormio ganze 7,81 Sekunden langsamer als Sieger Ted Ligety. Didier Defago ist im Gesamtweltcup bester Schweizer - auf Rang 28. Das WM-Ticket haben bisher nur er, Patrick Küng und Markus Vogel in der Tasche. Dem Publikums-Interesse tut die Krise jedoch keinen Abbruch - bei den Rennen am Wochenende in Adelboden werden wieder 40.000 Zuschauer erwartet.
Bilder

Skygate in Schladming eingeweiht

Gut drei Wochen vor der Erwöffnunger der Ski-WM in Schladming die Arbeiten am Zielgelände "zu 75 Prozent" abgeschlossen. Noch wird fieberhaft gearbeitet. Das Wahrzeichen der WM, das sogenannte Ski-Gate ist hingegen bereits fertiggestellt. Und wurde am Mittwoch eingeweiht. 45.000 LEDs, sollen bei der WM für außergewöhnliche ... Lichteffekte sorgen und können in unzähligen Varianten kombiniert werden.
(kurier) Erstellt am
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