Teddy cool: Im Vorjahr ließ Ted Ligety der Konkurrenz im Riesentorlauf keine Chance.

© Reuters/LUCAS JACKSON

Herren-Riesentorlauf
10/26/2013

Rückkehrer & Vorreiter: Die Stars im US-Team

In Sölden beginnt die Jagd auf Favorit Ted Ligety, auch Bode Miller ist wieder dabei.

von Christina Pertl

Flanell-Hemd, Schirmkappe, Flip-Flops – das ist Ted Ligety. Locker und Lässig sind die ständigen Begleiter des 29-jährigen Stars im US-Team. Selbst wenn ihn eine Horde von Journalisten eingekreist hat, steht der dreifache Weltmeister von Schladming seelenruhig Rede und Antwort. Ja, er sei gut in Form und zuversichtlich wieder einige Riesentorläufe gewinnen zu können. Nein, er glaube nicht, dass er wieder so sehr dominieren werde, wie im Vorjahr, als er mit einem Vorsprung von 2,75 Sekunden der Konkurrenz in Sölden Rätsel aufgab.

„Die anderen haben sicher aufgeholt und gelernt, mit den Skiern umzugehen“, sagt Ligety, der sich in der Olympia-Saison vor allem ein Ziel gesetzt hat: „Ich hoffe, ich komme wieder an das heran, was ich im letzten Jahr erreicht habe“, sagt der Rennläufer, der 2012/’13 sechs der acht Riesentorläufe gewann.

Ted Ligety ist anders als seine berühmten Teamkollegen Lindsey Vonn und Bode Miller. Mit Schlagzeilen über sein Liebesleben oder Sorgerechtsstreitigkeiten wird der Sohn von Immobilien-Maklern aus Park City nicht für Aufsehen sorgen. Ligety ist Businessman statt Bad Boy. Und vor allem ein akribischer Arbeiter: „Ich habe lange daran getüftelt mit meinem Körper so extreme Winkel zu erzeugen“, sagt der Ski-Profi, der sich heuer vermehrt auf den Slalom konzentrieren will („Ich hoffe, da schaut ein Podestplatz heraus“). Mit dem Olympia-Hang von Sotschi hat sich der Amerikaner längst angefreundet: „Gleich nach der WM habe ich dort vier Tage trainiert. Das Gelände erinnert mich an Beaver Creek.“ In den vergangenen vier Jahren siegte Ligety in seiner Heimat drei Mal.

Bode is back

Nur ein Kollege schaffte es in Sölden noch mehr Kameras, Mikrofone und Diktiergeräte anzuziehen: Bode Miller. „Ich hoffe, dass ich mithalten kann“, sagte der 36-Jährige, der nach seiner Knieverletzung die letzte Saison ausgelassen hatte. Um Rennen zu gewinnen, sei er zurückgekommen, stellte Miller klar, der für sein Ziel deutlich an Gewicht verloren hat (von 100 auf 87 Kilo). „Heute geht es nicht mehr ums Gewicht, alles ist technischer geworden.“

Die lange Auszeit seit dem letzten Rennen in Bansko im Februar 2012 bereut Miller nicht. Im Gegenteil: „Als ich die Entscheidung getroffen hatte, ist sehr viel Druck von mir abgefallen. Jetzt bin ich wieder bereit“, sagt der ehemalige Party-Boy, der sich in Sölden in Begleitung seiner Frau Morgan inklusive Baby Nathaniel zeigte. Vor seinem Comeback-Riesentorlauf am Sonntag (9.30 und 12.45 Uhr, live ORFeins) hat Miller durchaus Respekt: „Vor diesem Rennen habe ich mich immer ein bisschen gefürchtet.“

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