Quali: Schlierenzauer mit Höchstweite

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Foto: reuters Ob Springen oder Fliegen: Gregor Schlierenzauer zählt immer zu den Top-Favoriten.

Der Tournee-Sieger präsentiert sich nach seiner Wettkampf-Pause gut in Form.

Gregor Schlierenzauer hat bei der Qualifikation für das Skifliegen in Vikersund seine Ambitionen auf den Sieg untermauert. Der nach seiner Wettkampfpause wieder erstarkte Weltcup-Spitzenreiter landete am Freitagabend bei 226,5 Metern und markierte damit die Höchstweite. Am nächsten kamen dem Tiroler die für die Bewerbe am Samstag (16.00) und Sonntag (14.30) ebenfalls fix qualifizierten Simon Ammann (SUI/224 m) und Anders Bardal (NOR/223 m).

Für den nach einem Virus wieder genesene Schlierenzauer geht es auf der größten Skiflug-Schanze der Welt in Norwegen nicht nur um die Verteidigung des Gelben Trikots. Ihm fehlt auch nur noch ein Weltcupsieg auf die Allzeitbestmarke von Matti Nykänen mit 46 Erfolgen. Auch der Weitenweltrekord des Norwegers Johan Remen Evensen mit 246,5 Meter ist für Schlierenzauer ein Thema.

In Vikersund tritt der ÖSV mit dem Quintett Schlierenzauer, Lukas Müller, Michael Hayböck, Wolfgang Loitzl und Martin Koch an. Thomas Morgenstern pausiert aufgrund seiner Formschwäche ebenso wie der in Sapporo zuletzt enttäuschende Andreas Kofler. Von den nicht fix qualifizierten war Loitzl mit einem Satz auf 204 Meter als Sechster bester Österreicher. Hayböck (189,5) wurde Zehnter, Müller (153,5) rutschte als 29. gerade noch in den Bewerb. Der ausgewiesene Skiflieger Koch landete im Feld der vorqualifizierten Springer bei 211,5 Metern.

Der Skiflugzirkus hat sich in den 1930er Jahren auf der Schanze in Planica etabliert. Mittlerweile gibt es fünf Skiflugschanzen die allesamt in Europa stehen. In seiner erfolgreichen Karriere hielt Toni Innauer auch einmal den Skiflug-Weltrekord inne. 1976 flog er in Oberstdorf auf 176 Meter. Abgelöst wurde er von seinem Teamkollegen Armin Kogler, der 1981 auf der selben Schanze um vier Meter weiter sprang. Drei Jahre später ließ Pavel Ploc die Fans auf der Harrachov-Schanze in seiner tschechischen Heimat  jubeln. Er überflog Koglers Rekord um einen Meter. Zwischen 1984 und 1985 pendelte der Rekord zwischen Matti Nykänen und Mike Holland: Der Finne hatte schließlich die Nase vorne und setzte in Planica bei 191 Metern auf. Bei der Skiflug-WM am Kulm 1986 konnte der Österreicher Andreas Felder den Rekord von Nykänen noch einstellen, ehe die FIS die Bestmarke "einfror". Seither gelten alle neuen Rekordweiten als inoffiziell. 1987 wanderte der Weltrekord mit 194 Metern ins polnische Team zu Piotr Fijas. Am 17. März 1994 wurde erstmals die 200-Meter-Marke geknackt: Mit einem 203-Meter-Flug auf der Schanze in Planica trug sich der Finne Toni Nieminen in die Geschichtsbücher ein. Einen Tag später wanderte der Rekord zu Espen Bredesen aus Norwegen (210 Meter).
Wiederum fünf Tage danach verbesserte Mannschaftskollege Lasse Ottesen auf 212 Meter. Dieser Rekord hielt ganze zwei Jahre, ehe Martin Schmitt auf der gleichen Schanze auf 214,5 Meter segelte. Diese Weite hatte genau 24 Stunden Bestand, dann holte Tommy Ingebrigtsen den Skiflugrekord mit einem 219,5-Satz zurück ins norwegische Lager. Im Jahr 2000 holte sich der ÖSV-Adler Thomas Hörl den Weltrekord, jedoch nur für einen Tag. Denn seine Weite von 224,5 Metern... ...wurde von Andreas Goldberger um eine halben Meter überboten. 2003 flog schließlich Matti Hautamäki in Planica auf 231 Meter. Zwei Jahre später lieferten sich Bjørn Einar Romøren und Hautamäki, am 20. März 2005, einen erbitterten Kampf um den Weitenrekord: Zuerst flog der Norweger auf 234,5 Meter - kurz darauf legte der Finne einen Meter nach - ehe Romøren mit einem 239-Satz davonzog. Der aktuelle Rekordhalter ist seit dem Jahr 2011 jedoch sein Teamkollege Johan Remen Evensen, der auf dem Vikersundbakken in Norwegen erst nach 246,5 Metern landete.

(apa, kurier / ab) Erstellt am
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