Pärson: Ein Bauchfleck zum Abschied

Eine der erfolgreichsten Skifahrerinnen der Geschichte nahm mit Platz 8 im Super-G Abschied.

Anja Pärson, eine der erfolgreichsten Skiläuferinnen der Geschichte, beendet nach dem Weltcupfinale in Schladming ihre Karriere. Der Höhepunkt in Pärsons an Highlights reicher Karriere war die Heim-WM 2007 in Aare. "Ich hoffe, dass ich, wenn ich alt bin und zurückschaue, weiß, was ich getan habe. Im Moment fürchte ich mich gerade ein bisschen", war die Schwedin damals selbst sprachlos. In Aare gewann sie drei Mal WM-Gold (Abfahrt, Super-G, Kombination), ein Mal Silber (Team) und ein Mal Bronze (Slalom). Erstmals Weltmeisterin wurde Pärson, die wie Ingemar Stenmark aus Tärnaby stammt, mit 19 Jahren 2001 in St. Anton, wo sie den Slalom gewann. Zwei Jahre später in St. Moritz wurde die Schwedin Weltmeisterin im Riesentorlauf, Pärson ist die einzige Skifahrerin, die in allen fünf Disziplinen Weltmeisterin wurde. Bei der WM 2005 in Santa Caterina holte sie Gold in Super-G und Riesentorlauf, Silber in der Kombination, insgesamt gewann Pärson 13 WM-Medaillen, sieben davon in Gold. Olympiasiegerin wurde sie 2006 in Turin im Slalom. Insgesamt gewann sie bei drei verschiedenen Olympischen Spielen sechs Medaillen. Den Gesamtweltcup holte Pärson zwei Mal - 2003/04 und 2004/05. Mit 42 Weltcupsiegen ist Pärson in der ewigen Bestenliste hinter Annemarie Moser-Pröll (AUT), Vreni Schneider (SUI), Lindsey Vonn (USA) und Renate Götschl (AUT) auf Platz fünf. Rutschpartie: Anja Pärson verabschiedete sich unter großem Jubel in schwedischer Formation in die Gleitpension.

Sie hätte ihre Ski-Laufbahn gern auf dem Podest beendet, am Ende wurde Anja Pärson Achte im Super-G von Schladming. Ihre Jubelpose zeigte die 30-jährige Schwedin trotzdem: Die mit 19 Medaillen bei Großereignissen erfolgreichste Ski-Dame, die als einzige Weltmeisterin in allen Disziplinen geworden ist, rutschte mit Teamkolleginnen bäuchlings durch den Zielraum.

"Jetzt mache ich erst einmal Ferien, lange Ferien", sagte Pärson, die "viele schöne Erinnerungen, aber auch ziemlich schlechte Knie" mit in die Pension nimmt. Zumindest noch ein Jahr wird sie im Athletenkomitee des Ski-Weltverbandes FIS bleiben, zudem arbeitet sie im Schwedischen Olympischen Komitee. Ihre Zukunftspläne? "Ich möchte künftig mit Kindern arbeiten und mich sozial einsetzen."

Ihren ersten Super-G-Sieg feierte Viktoria Rebensburg (D), was sie ebenso überraschte wie Lindsey Vonns sechster Platz, deren Traum von der 2000-Punkte-Marke damit vorerst Traum bleibt. Ein Patzer kurz vor dem Ziel machte aus 1,22 Sekunden Vorsprung 0,57 Sekunden Rückstand, und danach gestand die Rekordjägerin aus den USA, dass ihr die Freude über ihre zwölfte kleine Kristallkugel schwerfalle: "Ich kann erst abschalten, wenn das letzte Rennen vorbei ist." Anna Fenninger, die seit Saisonbeginn fünf Kilo an Gewicht verloren hat, nahm die letzte Kraft noch einmal zusammen – und freute sich über Platz 4.


(kurier / Stefan Sigwarth ) Erstellt am
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