Platz zehn für Gasser: Ende einer langen, erfolgreichen Olympia-Reise

Die Doppel-Olympiasiegerin riskierte im Slopestyle alles – und gewann diesmal nichts. Die 34-jährige Kärntnerin kann aber auf viele Meilensteine zurückblicken.
Platz 10 zum Abschluss für Anna Gasser

Anna Gasser ist und bleibt eine der ganz Großen ihres Sports. Auch wenn die zweifache Olympiasiegerin bei ihren letzten Spielen leer ausgegangen ist. Nach Rang acht in ihrer Paradedisziplin Big Air kam die 34-Jährige am Mittwoch im Slopestyle auf Platz zehn. In ihrem dritten und allerletzten Olympia-Run riskierte Gasser auf der langsamen Piste alles, konnte aber einen Sprung nicht stehen, und der Traum von der dritten Medaille war vorbei. 

Der Sieg ging an Mari Fukada (JPN) vor Zoi Sadowski Synnott (NZL) und Kokomo Murase (JPN).

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Nicht genug: Anna Gasser kam im Slopestyle-Finale mit den langsamen Verhältnissen nicht zurecht.

„Ich habe Olympia genossen. Die zwei Goldmedaillen, die ich daheim habe, sind jetzt noch viel mehr wert“, blickte Gasser auf ihre letzten Spiele zurück. „Die Anspannung vor dem letzten Run war schon sehr groß. Ich hätte gerne mit einem schönen Run aufgehört. Aber vom Speed her war es für mich am unteren Limit. Was aber auch klar ist: Mir ist es nicht gelungen, mich auf die Verhältnisse einzustellen. “

Meilensteine

Konkurrenzfähig war Anna Gasser auch 2026 noch. Für das Snowboarden der Frauen war sie Wegbereiterin. Abgesehen davon, dass sie von Beginn der Bewerbe Slopestyle (2014)  und Big Air (2018) bei Olympia immer vorne mitgemischt hat hat die heute 34-Jährige Meilensteine gesetzt. 

Neuer Trick: 2013 gelang ihr als erster Frau der Cab Double Cork 900 (verkehrt angefahrene zweieinhalbfache Drehung um die eigene Achse, zweimal über Kopf).
Höchste Punktzahl: 2017 gewann sie bei der WM in der Sierra Nevada Gold  im Big Air mit einem erstmals gezeigten Backside Double Cork 1080 (dreifache Drehung um die eigene Achse, zweimal über Kopf). Sie bekam dafür die Höchstpunktezahl 100.
Erste Olympiasiegerin:  2018 folgte das erste Olympiagold im erstmals ausgetragenen  Big Air. 

„Die zwei Goldmedaillen, die ich daheim habe, sind jetzt noch viel mehr wert.“

Anna Gasser, zweifache Olympiasiegerin

Erster Triple. Ein halbes Jahr später zeigte sie erstmals den Cab Triple Underflip 1260 (rückwärts angefahrener dreifacher Rückwärtssalto mit halber Drehung). 
Zweites Olympiagold: 2022 bestätigte sie im olympischen Big Air von Peking ihren Olympiasieg. Diesmal mit einem Cab Double Cork 1260 (rückwärts angefahrene dreieinhalbfache Drehung, zweimal über Kopf). 

Immer noch Finale: 2026 erreichte sie sowohl im Big Air, als auch im Slopestyle das Finale und wurde  Achte bzw. Zehnte. Das alles mit 34 Jahren, während der Rest des Feldes mindestens 10 Jahre jünger ist. „Die Sprünge, die ich in meinen Anfängen gemacht habe, reichen heute nicht annähernd. Der Sprung, mit dem ich 2018 Olympiasiegerin geworden bin, wäre heuer für ein Finale zu wenig“, sagte Gasser.  Immer weiter wurden die Limits verschoben. „Unser Sport entwickelt sich rasant und die Jungen üben so viel Druck aus.“ 
Die olympischen Freestyle-Bewerbe der Frauen zählten auch in diesem Jahr zu den beliebtesten Events. Und das ist auch der Verdienst von Anna Gasser. 

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