Schlaganfall und Beinbruch können Beierls Olympia-Traum nicht stoppen
Katrin Beierl startet am Sonntag im Monobob in die Winterspiele. Bei der olympischen Monobob-Premiere in Peking im Februar 2022 wurde die Mödlingerin 14..
Sechs Monate später wurde ihr Leben auf den Kopf gestellt. Im Urlaub in Peru hatte die damals 29-Jährige auf einmal Migräne-Symptome. Doch es war noch viel schlimmer, Beierl hatte einen Schlaganfall erlitten.
„Ich dachte, das ist mein Karriereende“, sagt die Bob-Athletin. Doch zwei Wochen später habe sie den Entschluss gefasst, wieder zurückkommen zu wollen. Zuhause sei es „langweilig“ gewesen.
Im Dezember 2023 war sie zurück im Eiskanal. Ob sie nach 2018 und 2022 noch einmal bei Olympischen Spielen antreten können würde, war lange unklar. „Es bedeutet die Welt für mich, wieder da zu sein“, bekräftigt sie.
Kein Wunder, dass sich Katrin Beierl auch von einem Bruch des Mittelfußknochens nicht davon abbringen lässt. Passiert Ende Jänner, gut zwei Wochen vor dem Start der olympischen Bob-Bewerbe.
Beierl unterzog sich einer OP, eine Woche später stand sie schon auf der Bahn von Cortina und trainierte im Monobob – allerdings noch ohne den 168 Kilogramm schweren Bob anzuschieben. Am Sonntag (10 Uhr) und Montag (19 Uhr/live ORF 1) muss sie ihn dann aus eigener Kraft anschieben. „Das ist extrem anstrengend.“
Nicht der ungünstigste Zeitpunkt
Obwohl Beierl positiv wirkt und immer ein Lächeln auf den Lippen hat, kommt der Bruch des Mittelfußes äußerst ungelegen. Denn eigentlich wäre die Zweierbob-Spezialistin, die 2021 den Gesamtweltcup gewann, gerade vor den Olympischen Spielen auch im Monobob so richtig in Fahrt gekommen. Ihr erstes Podium holte sie im Dezember in Lillehammer mit einem zweiten Platz. Zwei dritte Plätze folgten im Jänner in Sigulda und St. Moritz – dann die Verletzung.
Zum ungünstigsten Zeitpunkt? Findet Beierl nicht. "Der Zeitpunkt ist gar nicht so schlecht." Sie rechnet vor: "Wäre es im Sommer gewesen, hätten mir wichtige Trainingswochen gefehlt. Wäre es im Dezember gewesen, hätte ich mich nicht qualifiziert." Der März wäre vielleicht ein besseres Datum gewesen, scherzt sie.
Beierl lässt sich nicht aus der Bahn werfen. „Ich bin mega motiviert für Sonntag.“ Die Schmerzen seien „absolut managebar“, beim Anschieben spüre sie aber vor allem den ersten Schritt mit dem rechten Fuß – danach sei das Gewicht des Bobs nicht mehr zu schwer.
Kurven eins bis vier
Die Eugenio Monti Strecke hat im Vorfeld für viele Diskussionen gesorgt. Und auch wenn noch viele Bauzäune und Bagger zu sehen sind, die Bahn war rechtzeitig fertig und bot zuletzt für Rodeln und Skeleton eine Wettkampfstätte. „Es ist ein technisch anspruchsvoller Kanal“, sagt Beierl. Vor allem im oberen Teil. „Die Kurven eins bis vier sind einer der schwierigsten Bereiche der Welt.“ Aus der vierten Kurve zu driften und zu wissen, „dass oben alles richtig gegangen ist, was Besseres gibt es nicht“.
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