Keine Medaille für Gasser und Karrer im Snowboard Big Air
Es war das dritte olympische Snowboard-Big-Air-Finale der Geschichte. Erstmals ist Anna Gasser nicht die Olympiasiegerin. Nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022 muss sich die 34-jährige Kärntnerin in Cortina/Milano 2026 in ihrer Paradedisziplin geschlagen geben.
Das Level der Fahrerinnen im Finale am Montagabend in Livigno war so hoch wie noch nie. Allein im ersten Run machten drei Fahrerinnen einen "Triple", 6 der 12 Fahrerinnen machten einen 1440er (4 Drehungen um die eigene Achse), den Anna Gasser im Vorfeld als jenen Trick ausmachte, den es für eine Medaille benötige. Mia Brookes, die am Ende Vierte wurde, versuchte gar einen 1620er (4,5 Umdrehungen).
Abschied vom Olympia Big Air
Gasser, die erst im Jänner ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt ist, nachdem sie sich von einer Schulterverletzung erholt hatte, war im ersten und zweiten Run, jeweils beim Versuche, einen Cab-Triple-1260 zu machen (3,5 Drehungen), gestürzt. Nach dem zweiten Sprung war bereits klar, dass es nicht für eine Medaille reichen würde in dem starken Feld.
Im dritten Run verabschiedete sich die zweifache Olympiasiegerin von "ihrem" olympischen Big Air mit einer Verbeugung, sichtlich emotional. Sie zeigte einen stylischen Backside-Double-1080-Japan als letzten Trick in einem olympischen Big Air. Sie hatte angekündigt, dass die Spiele in Italien ihre letzten sein werden.
"Ich glaube, es wird noch dauern, bis ich das verdaut habe", sagte Anna Gasser nach dem Finale. Sie sei "vom ersten Sprung an 'all in' gegangen. Wenn ich mir das Level im Finale anschaue, hätte es das sicher auch gebraucht." Das Frauen-Snowboarden habe sich in den vergangenen Jahren massiv weiterentwickelt. "Es zeigt, dass der Sport in die richtige Richtung geht."
"Ich bin stolz, dass ich noch immer dabei war, vielleicht hab ich nicht alles zeigen können, was ich kann." Gasser hätte noch einen Backside-1440er im Repertoire. "Die Chance wäre da gewesen." Es wäre aber auch "abnormal" gewesen, zum dritten Mal Olympiagold zu gewinnen.
Nachfolgerin mit starker Leistung
Hanna Karrer startete stark mit einem Frontside-Double-1080 (3 Umdrehungen) und legte einen Backside-Double-1260 nach, den sie allerdings nicht landen konnte. Im dritten Run versuchte sie es noch einmal, aber scheiterte neuerlich knapp. Für Karrer, die erst am Eröffnungstag 18 Jahre alt geworden ist, werden wohl noch weitere Olympische Spiele kommen. Sie befindet sich bereits jetzt in der erweiterten Weltklasse.
"Ich bin extrem stolz auf mich", sagte Karrer später im ORF. "Ich dachte nicht, dass ich den 12er probieren werde. Es hat nur wenig gefehlt, ihn zu stehen." Olympia sei eine "Momentaufnahme". "In vier Jahren schauen wir weiter."
Gold holte die Japanerin Kokomo Murase vor der Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott, die auch schon in Peking Silber gewann. Bronze ging an die junge Überraschungsfrau aus Korea, Seungeun Yu.
Gasser und Karrer haben im Slopestyle noch eine Chance auf Olympiamedaillen. Die Qualifikation findet am nächsten Montag (16. Februar, 10.30 Uhr) in Livigno statt. Das Finale ist am Dienstag (17. Februar, 13 Uhr).
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