ÖSV-Bilanz bei den Frauen: „Immer bei der Entscheidung dabei“
Katharina Huber
Ein fünfter und ein sechster Platz im Slalom zum Abschluss der Spiele in Cortina 2026 für den ÖSV. Erstmals seit 2002 holten die ÖSV-Frauen keine Medaille im Slalom. „Es ist sich knapp nicht ausgegangen“, sagt Katharina Huber. „Ganz unzufrieden kann ich nicht sein, für mich war es die beste Saisonleistung.“ Nicht zuletzt wegen Team-Gold fahre sie „glücklich heim“.
Die Bilanz:
Roland Assinger
Die unerwarteten Medaillen
Allgemein positiv resümiert ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger. „Die Gefühlslage ist positiv, weil vor allem das Gold in der Teamkombi sehr, sehr guttut.“ Der Olympiasieg, höchst unerwartet in einem sehr starken Feld, überstrahlt im Frauenteam vieles. „Dann ist auch noch Conny die lang ersehnte Medaille geglückt. „Die Medaillen wurden dort gewonnen, wo wir im Weltcup nicht so schnell waren.“ Das falle auf, aber sei nichts Neues bei Großereignissen.
Vierte und fünfte Plätze
In der Abfahrt war Cornelia Hütter Vierte, Ariane Rädler im Super-G mit nur einer Hundertstel, Julia Scheib im Riesentorlauf nur knapp Fünfte, ebenso wie Katharina Truppe im Slalom. „Diese Dinge tun ein bisschen weh. Wir waren in jeder Disziplin dabei“, sagt Assinger.
Die über 30-Jährigen
Mit Ariane Rädler (31), Katharina Huber (30) und Cornelia Hütter (33) sind alle Medaillengewinnerinnen über 30. Die einzige ÖSV-Läuferin im Olympiateam unter 25 Jahren war Lisa Hörhager mit 24. Ein Zeichen, dass dahinter nicht viel nachkommt? Roland Assinger will das so nicht gelten lassen: „Gott sei Dank haben wir Medaillengewinnerinnen über 30. Die Routine spricht für die Damen. Heutzutage verschiebt sich eben alles nach oben.“ Er nennt die 35-jährige Federica Brignone als Beispiel. „Ich bin ein Leistungsprinzipler. Solange die älteren Athletinnen schneller sind als die jungen, fahren die älteren.“ Die Idee, dass die Jungen Erfahrung sammeln sollen bei Großereignissen, stehe für ihn nicht im Vordergrund. Aber auch dafür habe man gesorgt: Hörhager habe sich die Chance im Slalom verdient.
Kopfsache
Wo wurden die Rückstände aufgerissen? Teilweise sei man zu zaghaft gewesen, sagt Assinger. Auf mentale Faktoren will er sich aber nicht festlegen.
Weitere Ziele
„Jetzt gilt es einfach den Kopf hoch zu halten und anzupacken.“ Im Weltcup sei noch einiges zu holen. „Aufgrund der Verletzung von Lindsey Vonn ist die Abfahrtskugel in Griffweite. Es kommen noch vier Abfahrten. Im Super-G sind wir zu weit weg, im Riesentorlauf sind die Chancen dick. Und im Slalom gelingt vielleicht noch das eine oder andere Podium.“ Außerdem sei der Nationen Cup bei den Frauen ein „geheimes Ziel“, wobei die US-Frauen heuer sehr stark sind.
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