Olympia-Eröffnungsfeier in der Kathedrale des Fußballs

Eine Innenansicht des Giuseppe-Meazza-Stadions.
Die Olympischen Spiele werden am Freitag mit einer großen Show im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand eröffnet. Die Geschichte eines Fußball-Tempels.

Zusammenfassung

  • Die Olympischen Winterspiele werden mit einer großen Show im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand eröffnet.
  • Das Stadion ist bekannt für seine einzigartige Architektur, ständige Erweiterungen und seine Rolle als Heimstätte von AC Milan und Inter Mailand.
  • Ein neues Stadion soll ab 2027 gebaut werden, danach wird das Meazza-Stadion abgerissen.

Es ist ein gigantischer Anblick, der sich dem Besucher bietet, wenn er aus der Metro oder der Straßenbahn im Mailänder Stadtteil San Siro aussteigt und aus der Station kommt.

80 Meter ragt das Giuseppe-Meazza-Stadion in die Höhe, dank seiner Architektur hat es weit über die Grenzen Italiens hinaus Wiedererkennungswert. Am Freitag findet im Fußball-Tempel von AC Milan und Inter Mailand die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele statt. Bei der Stadiontour am Tag nach dem letzten Champions-League-Spiel der Nerazzurri kletterten Arbeiter schon unter dem Stadiondach, um die Technik für die Olympia-Show zu installieren. Dort, wo sonst Fußball-Weltstars wie Luca Modric oder Lautaro Martinez die erste Geige spielen, werden heute Mariah Carey und Andrea Bocelli für die Unterhaltung sorgen. Für Österreich sind die Snowboard-Olympiasieger Anna Gasser und Benjamin Karl die Fahnenträger. Zeitgleich wird es eine Zeremonie in Cortina d’Ampezzo geben.

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Einer der elf ikonischen Aufgänge des Meazza-Stadions

Ständige Erweiterungen

Dass die Feier im Giuseppe-Meazza-Stadion stattfindet, ist kein Zufall. Das Bauwerk ist eines der bekanntesten seiner Art auf dem Kontinent. Eine legendäre Sportstätte und auch architektonisch einzigartig, weil es so anders ist als die modernen und verwechselbaren Fußball-Arenen. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Stadion immer wieder erweitert wurde. Als Stadio Calcistico San Siro wurde es mit vier Tribünen vor 100 Jahren gebaut. Die letzte und imposanteste Erweiterung erhielt das Stadion, das 1980 nach dem Tod des ehemaligen Milan- und Inter-Spielers Giuseppe Meazza benannt wurde, vor der Weltmeisterschaft 1990. Damals kamen auf drei Seiten der dritte Rang, die markanten elf Aufgangstürme und das Dach dazu. Auf einer Seite musste die Tribüne in zwei Rängen bleiben, weil dahinter die Pferderennbahn war. Das Fassungsvermögen lag 1990 bei 85.000. Zuletzt musste es auf 75.817 reduziert werden. „Die Ultras springen so viel, dass der dritte Rang aufgrund der Schwingungen beschädigt werden könnte“, begründet der Guide bei der Tour durch das gigantische Bauwerk.

Auch das Museum in den Katakomben erinnert an besondere Momente. Neben Trikots von Maradona, Ronaldinho oder Pirlo ist auch jenes von Stefan Lainer zu sehen, das er im EM-Achtelfinale 2021 anhatte, als Österreich mit Pech gegen Italien ausgeschieden war.

So imposant die Tribünen des Stadions wirken, so enttäuschend ist der Blick in die Kabinen der Millionenstars von Inter Mailand. Harte, weiße Bänke, abgekratzte Wände, Duschen wie in einem alten Krankenhaus – die glamouröse Welt des Fußballs stellt sich der Fan anders vor.

Das Ende naht

Investiert wird in das Meazza-Stadion nicht mehr viel. Gleich daneben auf dem Parkplatz soll der neue, moderne Fußball-Tempel von AC Milan und Inter entstehen. Ab 2027 soll gebaut werden. 1,2 Milliarden Euro wird das neue Stadion kosten, 71.500 Fans wird es Platz bieten, 2032 sollen EM-Spiele hier stattfinden. Wenn die Arena fertig ist, dann heißt es Abschied nehmen vom Meazza-Stadion, das dann abgerissen wird.

Die Reise zu einem Champions-League-Spiel in Mailand fand auf Einladung von fussballreisen.com statt.

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