Eishockey-Finale: Die letzte Goldmedaille der Winterspiele geht an USA
Die erste Niederlage mussten die Kanadier schon vor dem Endspiel in der Milano Santagiulia Ice Hockey Arena einstecken. Superstar Sidney Crosby, der große Anführer dieses Teams, fiel aus. Die Verletzung des 38-Jährigen aus dem Viertelfinale gegen Tschechien dürfte doch schlimmer sein als ursprünglich erhofft. Mit Crosby hatten die Kanadier 2010 und 2014 jeweils Olympia-Gold geholt.
Ohne Trump
Gefreut hätte sich jedenfalls Donald Trump. Der US-Präsident hatte die angekündigte Reise nach Mailand und zur Schlussfeier nach Verona doch nicht angetreten. Er hätte einen der größten US-Triumphe im Eishockey miterlebt.
USA ist erstmals seit 1980 wieder Olympiasieger. Damals ging der Erfolg einer reinen College-Mannschaft bei den Spielen in Lake Placid u. a. gegen die schier unbesiegbaren Sowjets als „Miracle on Ice“ in die Sportgeschichte ein.
2026 war es weniger ein Wunder, aber zumindest dennoch eine Überraschung. Denn die Kanadier galten als der Favorit auf die letzte Goldmedaille dieser Winterspiele. Sie stellten mit Connor McDavid und Nathan MacKinnon die Nummern eins und zwei der aktuellen Scorerwertung der NHL. Und sie waren in allen Teilen der Mannschaft mit Siegertypen besetzt.
Hughes trifft zum 2:1
Die Matchwinner
Die Männer des Finales waren am Sonntag aber zwei Amerikaner. Bester Spieler war klar US-Goalie Connor Hellebuyck. Der Star-Keeper der Winnipeg Jets ließ die Kanadier reihenweise verzweifeln.
Und dann war da noch Jack Hughes. Der Stürmer von den New Jersey Devils erzielte das wichtigste Tor seiner bisherigen Karriere. Nachdem die Kanadier im zweiten Drittel durch Cale Makar das 1:1 erzielten und die vielen Chancen im Schlussdrittel nicht genutzt wurden, musste die Entscheidung in der Verlängerung im Spiel drei gegen drei fallen. Dort machten die Kanadier einen einzigen Fehler, der sofort bestraft wurde. Nach einem Querpass von Zach Werenski traf Hughes zum 2:1-Triumph.
Die US-Stars mit dem Sohn des verstorbenen Teamkollegen
Gedenken an Gaudreau
Jetzt flogen Handschuhe und Schläger durch die Luft, mancher verdrückte auch eine Träne. Der Weltmeister ist auch Olympiasieger. Sofort holten die US-Cracks ein Trikot des 2024 von einem betrunkenen Autofahrer getöteten Stürmers Johnny Gaudreau heraus. Und nicht nur das: Gaudreaus Sohn Johnny Junior stand plötzlich mitten in der Jubeltraube auf dem Eis.
Der Bub wurde am Tag des historischen US-Finalsieges zwei Jahre alt.
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