Sport | Wintersport | Olympia 2018
24.02.2018

Gastgeber Südkorea: Das Land der Konzerne

Geldgeber: Einige wenige Firmen wie etwa Technologiekonzern Samsung machten die olympischen Winterspiele 2018 erst möglich.

Man entkommt diesem Namen nicht in Südkorea, und schon gar nicht bei diesen olympischen Winterspielen in PyeongChang. Wie denn auch? Die "Passion", die Leidenschaft, will "Connected", also verbunden werden, das ist das Motto dieser ersten olympischen Winterspiele in Südkorea, um präzise zu sein in PyeongChang, das sich ja extra wegen dieses Slogans ein großes C verpasst hat. Und wer wäre für das Verbinden besser geeignet als einer der weltgrößten Hersteller von .... nun ja, eigentlich so ziemlich allem?

Den Burj Khalifa in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben die Südkoreaner errichtet, das mit 829,8 Metern höchste Bauwerk der Welt, sie haben auch die Nummer zwei und die Nummer drei in die Höhe wachsen lassen. Das vergisst, wer dieses Konglomerat an Unternehmen nur an dem festmacht, was wohl jeder kennt – nämlich Mobiltelefonen.

Dichtes Firmengeflecht

Samsung hier, Samsung dort, der Riesenkonzern ist in Südkorea allgegenwärtig. Um sich die Bedeutung des Firmengeflechts vor Augen zu führen: Die mehr als 70 Unternehmen steuern rund ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das sind 250 Milliarden Euro, zum Vergleich: Österreichs BIP lag 2016 bei 353 Milliarden.

Unterhaltungselektronik und Schiffbau, Versicherungen und Hotels, Baufirmen und Duty-free-Shops, Mode – das alles gibt es unter dem Dach der 1938 von Lee Byung-chull gegründeten Firma, die auf Deutsch "Drei Sterne" heißt. Ursprünglich im Lebensmittelhandel engagiert, steht der Konzern inzwischen für Innovation, aber auch für Korruption: Weil eine Freundin von Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye die Kleinigkeit von 32 Millionen Euro von der Unternehmensführung kassiert hat, wurde Park im vergangenen Jahr ihres Amtes enthoben und am 31. März 2017 in Untersuchungshaft genommen.

Feine Geschenke

Rund 100 Milliarden Euro lässt sich Samsung sein Engagement bei diesen Winterspielen kosten, und da sind nicht einmal die Geschenke an die Athleten eingerechnet: Jeder hat ein Smartphone geschenkt bekommen, jeweils 800 Euro wert, nur die Sportler aus Nordkorea und dem Iran schauen durch die Finger, die leidigen Sanktionen, eh schon wissen. Da geht es auch darum, das angekratzte Image wieder zu reparieren, nachdem zuletzt das vermeintliche Topmodell vor allem dadurch für Schlagzeilen gesorgt hatte, dass es zuweilen in Flammen aufgeht.

Für positive Bekanntheit soll der Sport sorgen. Neben Olympia engagiert sich das Unternehmen seit 2000 im Bereich E-Sports mit einem eigenen Firmenteam; es werden reihenweise Sportklubs gefördert, vom südkoreanischen Nationalsport Baseball über Fuß- und Basketball, Volleyball, Pferdesport und Leichtathletik, Tennis, auch den ÖFB-Cup hat der Konzern bereits gesponsert.

Wenig überraschend steht auch der Name Cheung Hyeon auf der Gehaltsliste , das ist jener 21-jährige Südkoreaner, der es im Jänner bis ins Semifinale der Australian Open im Tennis geschafft hat. Inzwischen ist der Konzern bei Vereinen und Verbänden weltweit dermaßen vernetzt, dass er nicht mehr wegzudenken ist.

Jedoch: Nicht alles bei diesen Spielen steht im Zeichen der drei Sterne. Das Ski Resort, der Boden für Marcel Hirschers Olympiasieg im Riesenslalom, gehört der Vereinigungskirche. Die ist auch bekannt als Moon-Sekte.