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19.02.2018

Ein Shitstorm gegen die Anti-Amerikanerin Vonn

Die Amerikanerin Lindsey Vonn stand einmal mehr im Mittelpunkt - sie soll nicht amerikanisch genug eingestellt sein.

Wie schon in der ersten Hälfte dieser Winterspiele in Südkorea dürfte auch in der zweiten das Wetter wieder einmal für Verschiebungen sorgen. Dieses Mal jedoch nicht nach hinten (es gäbe für den Fall der Fälle noch den Sonntag als Puffer), nein, die Kaltfront, die am Donnerstagnachmittag über die Region um PyeongChang rumpelt und wieder einmal jede Menge Staub in der so trockenen Gegend aufwirbeln wird, sorgt dafür, dass erwogen wird, die Kombination der Damen von Freitag auf Donnerstag vorzuverlegen.

Damit hätten diese Winterspiele einen dritten Super-Tag, denn am Donnerstag ist auch der letzte Auftritt von Marcel Hirscher in der Provinz Gangwon-do, dann steht der Slalom auf dem Fahrplan.

"Sie versuchen, mich runterzuziehen"

Lindsey Vonn sah sich einmal mehr Fragen wegen ihrer vermeintlich US-feindlichen Einstellung gegenüber. Nach ihrem enttäuschenden sechsten Platz im Super-G brach ein neuerlicher Shitstorm im Internet über die 33-Jährige herein. "Ich bin die amerikanischste Person, die ihr je finden werdet", sagte Vonn, "es tut weh, wenn die Leute so etwas schreiben oder sagen. Sie versuchen, mich runterzuziehen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Ich versuche, die Hasserfüllten zu ignorieren."

Für Montag war die Qualifikation der Österreicherinnen angesetzt. Vorteil Cornelia Hütter: Die Steirerin ist gesetzt. Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer, Tamara Tippler, Anna Veith und Stephanie Venier fahren um die verbleibenden drei Plätze. Das Kriterium: Wer es in die Top vier schafft, ist fix dabei. Für die endgültige Entscheidung behält sich Cheftrainer Jürgen Kriechbaum ein Votum nach dem dritten Training am Dienstag offen: "Was mach’ ich, wenn keine unter den ersten Vier ist?"

Am Sonntag fuhr Lindsey Vonn die Bestzeit (1:41,03 Minuten), Ramona Siebenhofer (+0,18 mit Torfehler) wurde Zweite, Stephanie Venier (+0,55 mit Torfehler) Vierte. Super-G-Olympiasiegerin Ester Ledecka nimmt an der Abfahrt am Mittwoch nicht teil. Die Tschechin trainierte gestern schon für den Snowboard-Parallel-RTL.

Müde, silberne Veith

Anna Veith war nach den Feierlichkeiten für ihre Silbermedaille im Super-G "noch nicht ganz munter. Es war doch ein langer Samstag, allein bei der Dopingkontrolle bin ich zwei Stunden gesessen, um halb zwölf war ich dann wieder im Hotel."

Die olympische Abfahrt der Damen ist nicht besonders schnell ("Ich bin fast eingeschlafen", sagte die Schweizerin Lara Gut), hat aber "große Sprünge und Bodenwellen" (Lindsey Vonn). "Und bei fast jedem Tor ist auch eine Bodenwelle dabei", sagte Anna Veith.

Stressig könnte auch der Qualifikationsmodus für die Startplätze im ÖSV-Team werden. Denn: "Torfehler zählen natürlich", sagt Jürgen Kriechbaum, wer einen begeht, verbessert die Chancen keineswegs. "Denn sonst könnten sie ja auch einfach geradeaus runterfahren", sagt der Trainer – und lacht.