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20.02.2018

Bestzeit für Siebenhofer, Schrecksekunde für Hütter

Damen-Abfahrt: Ramona Siebenhofer ist die Schnellste im Abschlusstraining, Cornelia Hütter stürzt und fährt weiter

Mit Bestzeit im dritten und letzten Training für die olympische Damen-Abfahrt am Mittwoch (Start 3 Uhr MEZ) setzte Ramona Siebenhofer ein Rufzeichen in Jeongseon. Die 26-jährige Steirerin ließ zwar ein Tor aus, das passierte aber auch Topfavoritin Lindsey Vonn (USA/4./+0,29 Sekunden) und deren Landsfrau Mikaela Shiffrin (5./+0,34).

Die 22-jährige Riesenslalom-Olympiasiegerin wird die Spezialabfahrt auslassen und sich auf die Kombination am Donnerstag konzentrieren. "Neben Riesenslalom und Slalom hatte ich noch diesen dritten Bewerb in meiner ursprünglichen Olympia-Planung vorgesehen. Wenn ich jetzt in allen Trainings hier die Bestzeit gefahren wäre, dann hätte ich die Abfahrt wohl bestritten, aber so mache ich am Mittwoch lieber einen Tag Pause und erhole mich", sagte Shiffrin.

Ramona Siebenhofer setzte am Dienstag wie geplant andere Skier ein, "am Mittwoch werde ich aber wohl jene nehmen, die wir ursprünglich vorgesehen hatten". 1:40,67 Minuten brauchte die Steirerin für die "Abfahrt, die mir liegt", überbewerten wollte sie ihre Fahrt aber nicht. "Mit den drei Trainings ist es doch anstrengend, weniger körperlich, dafür vor alllem mental, denn du musst dich jedes Mal aufs Neue überwinden, Spannung aufbauen und zu hundert Prozent konzentriert sein." Dazu kommt: "Ich habe bis jetzt keine besonders guten Erfahrungen mit Trainingsbestzeiten gemacht, insofern ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass ich ein Tor ausgelassen habe. Jetzt kann ich vielleicht allen einmal etwas beweisen – es dürfte schwierig werden, in dieser Situation ruhig zu bleiben."

Eine Kombinierer-Kollegin aus Tirol zeigte groß auf an diesem leicht windigen Dienstag, Ricarda Haaser markierte unmittelbar vor der italienischen Co-Favoritin Sofia Goggia die zehnte Zeit (+0,59). "Diese Skier geb’ ich jetzt nicht mehr aus der Hand" feixte die 24-Jährige nach der ersten und erfolgreichen Begegnung mit dem neuen Material.

Vizeweltmeisterin Stephanie Venier belegte Platz 14 (+0,88), Nicole Schmidhofer Platz 20 (+1,69). Die Super-G-Weltmeisterin hatte freilich eine Erklärung parat – seit dem Morgen konnte sie den Kopf nicht nach rechts bewegen. "Wir haben am Start eineinhalb Stunden daran gearbeitet, aber es ist noch nicht wirklich besser, deswegen habe ich vor den Sprüngen auch Tempo rausgenommen, und g’scheite Linkskurven konnte ich auch nicht fahren." Die Steirerin hofft, dass weitere Therapieeinheiten das Problem bis Mittwoch beseitigen können.

Eine Schrecksekunde leistete sich Fixstarterin Cornelia Hütter, die beim ersten Sprung stürzte. "Mir hat’s die Skier weggezogen, nachdem ich falsch belastet hatte, wenigstens bin ich nicht gelegen, sondern nur dahingeschlittert – und dann bin ich halt weitergefahren." Platz 42 (+5,52) und einen schmerzenden Daumen nahm die Steirerin mit ins Tal, "aber sonst ist alles gut".

Bereits auf dem Heimweg ist Anna Veith: Nach der verpassten Qualifikation ist die Super-G-Silbermedaillengewinnerin am Dienstagmorgen aus Südkorea abgereist.