Nach dem Schock gegen Fehervar: So geht es bei den Capitals weiter

Nach dem frühen Saisonaus gegen Fehervar müssen die Vienna Capitals kühlen Kopf bewahren. Es war nicht alles schlecht. Die künftige Mannschaft steht zur Hälfte.
Am Sonntag blieb das Fehervar-Tor wie vernagelt

Schock beschreibt den Zustand der Vienna Capitals auch am Tag nach dem 0:1 gegen Fehervar am besten. Durch die Heimniederlage gegen die Ungarn verpassten die Wiener zum dritten Mal in Folge das Viertelfinale. Damit hat niemand gerechnet. Am Tag nach dem 5:1 im ersten Heimspiel gegen die Ungarn hatte es sogar schon Medienanfragen für das Viertelfinale gegeben.

Das plötzliche Aus traf den Klub auf dem falschen Fuß. "Wir werden jetzt im Vorstand beraten, wie es weitergeht. Die Geschäftsführung wird natürlich eine Empfehlung abgeben, es wird viele Gespräche geben", sagt Geschäftsführer Patrick Wondra.

Natürlich geht es auch um die Personalien der leitenden Angestellten im Sportbereich, also Sportdirektor Christian Dolezal und Trainer Kevin Constantine. Beim 67-jährigen Coach, der im Oktober das total verunsicherte Team von Gerry Fleming übernommen hatte, ist nach dem Auslaufen seines Feuerwehr-Mann-Vertrages noch gar nicht sicher, ob er überhaupt bleiben will. Außerdem stellt sich die Frage, ob Constantine auch der gesuchte Mann für einen langfristigen Aufbau ist, der die Capitals mittelfristig wieder in die Top-4 der Liga bringen kann.  Dass Fleming in der Vorsaison verlängert worden war, bevor das Team im Pre-Play-off verloren wurde, war ein klarer Fehler.

Constantines Leistung in der abgelaufenen Saison spricht jedenfalls für seine Arbeit. In den letzten 25 Partien des Grunddurchganges wären die Wiener auf Rang 5 gewesen. Der schwache Saisonstart verhinderte aber einen Einzug in die Top-6, die fix für das Viertelfinale qualifiziert sind. Ob dieser Stil aber langfristig funktioniert, darüber wird in diesen Tagen  beraten.

Und dann wäre noch Christian Dolezal, der sich nach dem Ausscheiden schnell der Verantwortung stellte: "Am Ende des Tages sind wir dort, wo wir im Vorjahr waren und keinen Schritt weiter." Doch das stimmt nur, wenn das Endresultat betrachtet wird. Blickt man ein wenig tiefer, dann sieht man, dass die Vienna Capitals Eishockey in Wien wieder populärer gemacht haben. Der Zuschauerschnitt von 5.128 war der höchste in der 25-jährigen Klubgeschichte, der Klub arbeitet intensiv am wirtschaftlichen Fundament für die Zukunft und hat bereits 140 Partner.

Es geht überall bergauf, nur im Sportlichen noch nicht

"Wir wissen, dass wir kein Top-4-Team sind. Aber die Hoffnung, dass wir es in die Top-6 schaffen, hatten wir. Wir haben gute Zuwächse in Bereichen Ticketing und Merchandising. Aber das Einzige,  das nicht so laufen will, ist das, worum es eigentlich geht. Das Sportliche", sagt Wondra. Die zumindest zwei Heimspiele gegen einen wahrscheinlichen Viertelfinalgegner Graz oder KAC hätten den Capitals mehrere Hunderttausend Euro eingebracht.

Sportdirektor Dolezal arbeitet seit Monaten intensiv an der Mannschaft 2026/2027. Dem Vernehmen nach steht circa die Hälfte des neuen Teams schon. Einerseits aus Spielern, die noch Verträge haben wie Kapitän Linden Vey oder Abwehrchef Nelson Nogier. Andererseits  kommt aus Graz Top-Verteidiger Nick Bailen und soll der Stamm an Österreichern weiter gestärkt werden. Im Tor kann damit gerechnet werden, dass die Capitals künftig auf zwei Österreicher setzen. Eine Ablöse von Dolezal käme jetzt zum falschen Zeitpunkt, da er gerade weitere Spieler anderer Teams von einem Wechsel nach Wien überzeugen will.

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