Darum geht es im Konflikt zwischen Liga und Eishockey-Verband

Die Klubs der ICE Hockey League haben Forderungen an den Verband. Werden diese nicht erfüllt, könnte der Kooperationsvertrag 2027 auslaufen.
Die Zuschauerzahlen stiegen seit 2024 um 20 Prozent.

Im Jahr 2025 hatte der Österreichische Eishockey Verband (ÖEHV) laut eigenen Angaben in einer Klageschrift „vertraglich gesicherte Einnahmen“ in der Höhe von 3,224 Millionen Euro. 869.006 Euro entfielen auf Lizenzen, Transfers und Nenngelder.

Ab 2027 droht dieser Budgetposten um einiges kleiner zu werden. Denn es ist nicht mehr sicher, dass die ICE Hockey League über den Sommer 2027 hinaus im österreichischen Verband angesiedelt ist. Ganz offen wird über einen Wechsel zum italienischen Verband nachgedacht. Grund dafür ist, dass die Meinungsverschiedenheiten über eine Verlängerung der Kooperation zwischen ICEHL und Verband zu groß sind.

Die Gretchenfrage

Wesentlicher Punkt ist die Anzahl der Transferkartenspieler, also Legionäre. Aktuell dürfen pro Team zehn Transferkartenspieler eingesetzt werden.

Der Verband hatte immer kommuniziert, dass diese Zahl sinken soll. Doch die Klubs wollen sich bei der Kaderregelung vom Verband nicht mehr dreinreden lassen. Ein Geschäftsführer eines österreichischen Klubs formulierte es drastisch: „Wir sind haftbar für unsere Handlungen. Also müssen wir auch die Verantwortung für unseren Kader haben.“ Außerdem wird auch darauf verwiesen, dass die derzeitige Regelung nicht den Gesetzen entspreche.

Die Kaderregelung

Bei einem Liga-Meeting in Villach verständigten sich alle Klubs auf eine gemeinsame Linie. „Es geht nicht in die Richtung, dass wir nur mit Legionären spielen wollen. Aber wir wollen für die Kaderregelung selbst verantwortlich sein“, erklärt Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger. Bei der Ligasitzung wurde einiges besprochen. Feichtinger konkretisiert: „Es gibt von allen Teams hundertprozentiges Commitment, für das Eishockey da zu sein. Wir schauen, dass sich die Liga weiterentwickelt und finanzierbar bleiben muss.“ Feichtinger betont: „Wir wollen nicht weg vom ÖEHV.“ Im Gegenzug solle es umfangreiche Maßnahmen zur Nachwuchsförderung geben.

In den kommenden Tagen wird die Vorgehensweise ausformuliert und den Vereinen zugestellt. Die Aufgabe wird es sein, eine Kaderregelung zu finden, die einer Prüfung durch die EU-Gesetze standhält, Chancengleichheit unter den Teams stärkt und nationale Spieler bestmöglich schützt.

Mailänder Antrag

Gut sieht es mit einem neuen Teilnehmer aus Mailand aus. Hinter dem Projekt steht Christof Leitner, der mit seiner Firma Intercom Marktführer im Bereich Eistechnik und Pistenausstattung ist. Sollten alle Aufgaben der Liga erledigt werden, dann wird ab Herbst in einer mobilen Halle für 4.000 Zuschauer gespielt. Danach wird auf dem Messegelände eine neue Arena gebaut. 

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