Capitals-Goalie: "Eishockey ist der Mittelpunkt meines Lebens, aber ..."
Stark: Wraneschitz hält 93,3 Prozent der Schüsse auf sein Tor.
Zuletzt mussten die Top-6-Teams Pustertal und der HCB Südtirol erleben, wie sehr sich die Vienna Capitals im Vergleich zum Herbst verbessert haben. 4:3 und 3:0 gewannen die Wiener am Wochenende und stießen auf den siebenten Rang vor.
Am Mittwoch gastieren die Capitals in Villach und können gegen die elftplatzierten Kärntner ihren Platz in den Top 10 festigen. Dass die Wiener in einem Duell mit dem VSV Außenseiter waren, ist schon ein paar Monate her.
Rückkehrer und Rückhalt
Das liegt auch an der Rückkehr von Sebastian Wraneschitz. Der Tormann hatte sich am 2. November beim 0:3 gegen Villach schwer verletzt, musste operiert werden und kehrte im Jänner ins Team zurück – so zuverlässig, wie er es zuvor gewesen war.
Seine Leistung spielt der 23-jährige Wiener im Gespräch herunter: „Wir haben wirklich brav gespielt: also Schüsse blockiert und vorne gehen auch die Tore rein. Ich glaube einfach, dass wir als Team jede Chance nutzen, um zu wachsen und besser zu werden.“
Die Spieler seien noch enger zusammengerückt. Natürlich hatte der Trainerwechsel von Gerry Fleming zu Kevin Constantine auch seine Wirkung. Wraneschitz: „Wir haben super Charaktere in der Mannschaft, wirklich gute Leader.“
Und dennoch sticht Wraneschitz in dieser Saison oft hervor. Das 3:0 gegen Bozen war der erste Zu-null-Sieg der Wiener. Der Goalie will in der Vorbereitung nichts anders gemacht haben. „Ich denke, es ist bei Torhütern einfach so, dass sie besser werden, je erfahrener sie sind. Das ist einfach mein nächster Schritt.“
Wirft man einen Blick auf die Torhüter-Statistiken in der ICE Hockey League, dann ergibt sich ein aus österreichischer Sicht sehr erfreuliches Ranking: David Kickert (Salzburg) führt mit 94 Prozent gehaltenen Schüsse (1,4 Gegentorschnitt) vor Sebastian Wraneschitz mit 93,3 Prozent (2,11) und Florian Vorauer (KAC) mit 92,8 Prozent (2,02 Gegentore).
Die Sorge, dass dem Nationalteam nach dem Rücktritt von Bernhard Starkbaum die Torhüter ausgehen könnten, war unbegründet. Wraneschitz will dazu gar nichts sagen: „Es liegt nicht an mir, das zu kommentieren.“ Wertschätzend sagt er aber: „Hut ab vor den beiden. Es ist schön, zu sehen, dass die österreichischen Torhüter in der Liga aufblühen.“
Der musikalische Goalie
Was für die Capitals in Villach und dem Rest des Grunddurchgangs noch möglich ist, will Wraneschitz nicht beziffern. Aber er verspricht: „Wir schauen, dass wir dem Gegner unser Spiel aufzwingen, möglichst viele Punkte holen, ins Play-off kommen und dann einen Play-off-Run starten.“
Und danach wird er auch wieder mehr Zeit für sein Hobby haben. „Eishockey ist der Mittelpunkt in meinem Leben. Aber vor zwei Jahren habe ich Gitarre gelernt. Das ist ein richtig cooler Ausgleich. Am Anfang habe ich viel Country gespielt. Jetzt habe ich mir eine E-Gitarre auch gekauft und daher kommt auch Rock dazu.“
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