Sichere Sache: Marcel Hirscher war in Alta Badia das Maß der Dinge.

© REUTERS/STEFANO RELLANDINI

Ski alpin
12/21/2014

Hirscher siegte in Alta Badia und überholt Klammer

Der Salzburger war im Riesentorlauf eine Klasse für sich und feierte den 27. Weltcupsieg.


Marcel Hirscher hat am Sonntag den nächsten Meilenstein in seiner Karriere gesetzt. Der Salzburg gewann den Riesentorlauf-Klassiker in Alta Badia zum zweiten Mal in Folge und feierte den 27. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Damit hat Hirscher in der ewigen Bestenliste Ski-Legende Franz Klammer überholt - und das bereits im Alter von nur 25 Jahren.

Klammer hatte von 1973 bis 1984 26 Weltcup-Erfolge eingefahren. Hirscher ließ sich auf der wie immer selektiven Gran-Risa-Strecke weder von einer kleinen Verkühlung noch von der flotten Kurssetzung bremsen. Der dreifache Gesamt-Weltcup-Sieger deklassierte neuerlich die Riesentorlauf-Konkurrenz und triumphierte gleich 1,45 Sekunden vor dem US-Amerikaner Ted Ligety.

Kampf um die Kugel

Der spektakuläre Schlagabtausch zwischen Hirscher und Kjetil Jansrud, der am Sonntag 14. wurde, geht damit munter weiter. Hirscher und Jansrud halten aktuell bei jeweils vier Saisonsiegen. Der Norweger war bis dato in allen sechs Speed-Rennen in den Top-Drei, der Österreicher schaffte es in allen sechs Technik-Bewerben auf das Podest.

Vor dem Nacht-Slalom am Montag in Madonna di Campiglio führt Jansrud in der Gesamt-Wertung 70 Punkte vor Hirscher. Mit einem weiteren Sieg würde Hirscher also das Weihnachtsfest zum zweiten Mal nach 2011 als Gesamt-Leader feiern.

Sichere Sache

Hirscher führte in Alta Badia bereits zur Halbzeit und brachte den Sieg dann mehr als souverän ins Trockene. Dabei berichtete der Annaberger danach von einem eher holprigen zweiten Lauf. „Ich bin echt baff. Der zweite Durchgang hat sich nicht gut angefühlt. Ich kann fast nicht glauben, dass ich vorne bin“, sagte Hirscher.

Die Kurssetzung des italienischen Norwegen-Trainers Franz Gamper im zweiten Lauf kostete Hirscher nur ein Lachen. „Meiner Meinung nach sind 90 km/h für einen Riesentorlauf zu viel. Aber es ist durchs Reglement abgedeckt, also gibt es keinen Grund zum Aufregen. So ein Lauf liegt halt Kjetil (Jansrud) um einiges besser als ein Zickzack-Kurs“, so Hirscher.

Dass er nun mehr Siege als Klammer gefeiert hat, bedeutet Hirscher „schon einiges“. „Aber zusammenzählen tu' ich dann, wenn ich aufgehört habe.“ Mit Hermann Maier, Benjamin Raich und Stephan Eberharter haben nur noch drei Österreicher öfter gewonnen als Hirscher.

Fehlendes Selbstvertrauen

Ligety lag nach dem ersten Durchgang nur auf Rang sieben, kämpfte sich aber noch auf Platz zwei. „Im ersten Lauf fehlte mir das Selbstvertrauen, der Grip und der Rhythmus. Im zweiten Lauf hab ich dann mehr Risiko genommen. Ich bin happy, dass ich noch Zweiter geworden bin“, bilanzierte Ligety. Zur derzeitigen Überlegenheit Hirschers im Riesentorlauf (vier Saisonrennen, drei Hirscher-Siege) meinte der Olympiasieger aus den USA: „Er hat das nötige Selbstvertrauen, ich hingegen nicht.“

Der Rest des ÖSV-Teams tat sich wie meist in Alta Badia sehr schwer. Benjamin Raich hatte als 13. bereits 3,33 Sekunden Rückstand. Christoph Nösig belegte Rang 16.
Matthias Mayer musste den zweiten bitteren Ausfall innerhalb von 24 Stunden hinnehmen. Im Super-G in Gröden war der Kärntner auf Podestkurs gewesen, krachte dann aber im Zielhang in ein Tor. In Alta Badia hatte der Abfahrts-Olympiasieger das beste Riesentorlauf-Ergebnis seiner Karriere vor Augen, schied aber als Halbzeit-Elfter im Finale aus.

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