Maiers Betreuer half Zettel auf die Beine

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Vor einem Jahr dachte die Niederösterreicherin an Rücktritt. Nun kehrt sie in alter Frische auf ihren Lieblingshang in Aspen zurück.

Die Lust aufs Rennfahren strahlt Kathrin Zettel vor den Rennen in Aspen aus dem Gesicht. Vor einem Jahr war das noch ganz anders. Statt auf ihrem Lieblingshang in Colorado auf Jagd nach Punkten zu gehen tauchte sie in Dubai unter.

Gerüchte über Depression und Rücktritt machten die Runde - und kamen nicht von ungefähr: "Stimmt. Das letzte Thema gab's wirklich", kann Zettel heute frei darüber sprechen. Andauernde Knie- und Hüftschmerzen hatten ihr damals das Skifahren und das Leben zur Hölle gemacht. "Wir waren bei jedem erdenklichen Spezialisten, haben alles doppelt und dreifach anschauen lassen." Erlösung gab es lange Zeit keine. Nur Meinungen, wonach sie dem Burnout nahe gewesen sei, teilte Zettel nicht.

Mit einem sehr reduzierten Rennprogramm schaffte es Zettel aber immerhin, in Garmisch Vizeweltmeisterin im Slalom hinter Marlies Schild zu werden. Wirkliche Hilfe bekam sie dann aber erst durch den Besuch bei Hermann Maiers einstigem Kondibetreuer Heini Bergmüller. "Er hatte gleich einen Verdacht", so Zettel. Das Ergebnis. "Absolute Überbelastung über lange Zeit. Der Körper war ausgepowert, die Speicher total leer."

Herausforderung

Die Umkehrung gelang offensichtlich und kein Ort wäre geeigneter, um nun Zettels "Wiedergeburt" auch im Ergebnis zu bestätigen. "Es ist immer wieder eine Herausforderung, hier zu fahren", freute sich die Göstlingerin schon auf Riesentorlauf und Slalom. "Natürlich wär's ein guter Boden, um wieder einmal ganz oben zu stehen. Für mich ist derzeit aber schon ein Podium ein Riesenschritt in die richtige Richtung, wobei ich mich im Slalom stärker fühle."

"Steil, wellig, dazu der aggressive Schnee, alles Dinge die Punkte für mich ergeben", gab sich die Niederösterreicherin vor den Rennen 2011 forsch. "Ich hab schon brutal viel erreicht hier. Dort möchte ich jetzt auch weitermachen." Vielleicht bekommt sie auch die Chance auf ein weiteres Rennens auf "ihrem" Hang. Nämlich dann, wenn Aspen für das derzeit schneelose Val d'Isere einspringen würde.

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Erstellt am 05.12.2011