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02.12.2018

Luitz rast mit wildem Ritt vor Hirscher zum Premierensieg

Marcel Hirscher muss auf seinen 60. Weltcupsieg warten: Stefan Luitz fährt zum Sensationssieg.

Stefan Luitz hat am Sonntag den 60. Weltcupsieg von Marcel Hirscher knapp verhindert. Der Deutsche setzte sich im Riesentorlauf von Beaver Creek (USA) in seinem zweiten Rennen nach dem Kreuzbandriss 0,14 Sekunden vor Hirscher und 0,51 vor dem Schweizer Überraschungsmann Thomas Tumler durch. Für Luitz war es der erste Sieg im Weltcup nach acht Podestplätzen, sechs im Einzel, zwei im Teambewerb.

"Ich hatte zwei, drei kleine Rutscher im Zielhang. Stefan ist das von Herzen zu vergönnen, weil er einen der schwersten und steinigsten Wege im Weltcup hatte. Ich bin gut dabei, jetzt heißt es dran bleiben. Es ist nicht geschlafen worden im Sommer", sagte Hirscher im ORF-Interview. "Es ist echt unglaublich, ich habe mir bei der Fahrt nicht gedacht, dass es so aus geht. Ein unglaubliches Gefühl", meinte Luitz.

"Wenn man dann gleich im ersten Rennen so belohnt wird, ist das wunderschön", sagte er nach dem ersten Riesentorlauf nach der Verletzungspause. Im Levi-Slalom im November hatte er sein Comeback gefeiert, sich aber nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert. Der drittplatzierte Tumler ist bereits 29 Jahre alt. Er stand zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Podest und kam erst zum zweiten Mal in die Top Ten. Er stürmte von Platz 21 mit Laufbestzeit nach vorne.

Einzige weitere Österreicher in der Wertung des Riesentorlaufs waren Johannes Strolz auf Platz 23 und Philipp Schörghofer auf rang 29. Dominik Raschner schied im zweiten Durchgang aus, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer und Roland Leitinger hatten die Finalteilnahme verpasst. Unter den Ausgeschiedenen des ersten Laufes waren Mitfavorit Manuel Feller, Daniel Meier und Stefan Brennsteiner zu finden.

Frust bei Österreichs Comeback-Quartett

Ausgerechnet der ÖSV-Läufer mit der längsten Verletzungspause hat am Sonntag im Riesentorlauf von Beaver Creek als einziger von Österreichs Comeback-Quartett gepunktet. Philipp Schörghofer wurde nach 20-monatiger Pause und Materialwechsel zwar nur 29., Stefan Brennsteiner, Roland Leitinger und Daniel Meier gingen aber ebenso leer aus wie Mitfavorit Manuel Feller.

Während der Luitz im ersten Riesentorlauf nach seinem zweiten Kreuzbandriss sensationell den ersten Weltcupsieg holte, stellte sich bei den ÖSV-Herren dieser Comeback-Effekt am Sonntag nicht ein. Am besten schlug sich beim Ausklang der Nordamerika-Tournee kurioserweise Schörghofer, der sich trotz 2,25 Sekunden Rückstand als zweitbester Österreicher nach Marcel Hirscher als 24. für die Entscheidung qualifizierte.

"Dabei war ich brutal nervös. Wie ein 15-Jähriger", gestand Schörghofer. "Deshalb habe ich im ersten Durchgang ein bissl das Gefühl vergessen und bin auf diesem aggressiven Schnee viel zu hart gefahren", erzählte der 35-jährige Salzburger. In der Entscheidung wurde Schörghofer dann nach einem Fehler und einem kapitalen "Steher" ans Ende des Feldes zurückgeworfen. Trotz allem sei Beaver Creek aber eine sehr wertvolle Erfahrung gewesen, betonte er.

Feller taucht unter

Während Feller und auch der für den RTL aufgebotene Speed-Spezialist Vincent Kriechmayr kommentarlos aus dem Zielstadion verschwanden, stellten sich Brennsteiner und Leitinger trotz hängender Köpfe. Brennsteiner war vor allem deshalb "brennheiß", weil er im ersten Durchgang mit Startnummer 29 und nur 0,39 Sekunden Rückstand auf Halbzeit-Leader Luitz auf der Fahrt zu einem Top-Ergebnis gewesen war.

"Ich weiß es seit Jahren und mach den Scheiß wieder", ärgerte sich der Salzburger über seinen Sturz nach zu viel Innenlage. "Das darf man nicht machen. Das hat mir schon ich weiß nicht wie viele Verletzungen gebracht", sagte er und erklärte: "Ich bin zu gerade über den Golden Eagle und statt zu reagieren und den Schwung auf dem Außenski durchzufahren, habe ich wieder mit dem Oberkörper zum anderen Tor rüber gesucht."

Auch Leitinger ärgerte sich. "Es ist nichts zusammengelaufen, zudem habe ich einen kapitalen Fehler gemacht", ärgerte sich auch der Vizeweltmeister von 2017. Auch er blieb kämpferisch. "Es war mein erstes Rennen seit elf Monaten. Es ist brutal in die Hose gegangen. Aber wenn man sich von sowas unterkriegen lässt, hätte man besser gar nicht erst anfangen sollen. Also heißt es weiterkämpfen."

Endergebnis - Herren-Riesenslalom in Beaver Creek

1.

Stefan Luitz (GER)

2:36,38

 

1:15,57

1:20,81

2.

Marcel Hirscher (AUT)

2:36,52

+00,14

1:15,72

1:20,80

3.

Thomas Tumler (SUI)

2:36,89

+00,51

1:17,67

1:19,22

4.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2:37,05

+00,67

1:15,74

1:21,31

5.

Loic Meillard (SUI)

2:37,22

+00,84

1:16,14

1:21,08

6.

Matts Olsson (SWE)

2:37,28

+00,90

1:16,36

1:20,92

7.

Mathieu Faivre (FRA)

2:37,29

+00,91

1:16,95

1:20,34

8.

Ted Ligety ( USA)

2:37,48

+01,10

1:17,02

1:20,46

.

Riccardo Tonetti (ITA)

2:37,48

+01,10

1:16,70

1:20,78

10.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

2:37,50

+01,12

1:16,44

1:21,06

11.

Rasmus Windingstad (NOR)

2:37,65

+01,27

1:17,95

1:19,70

12.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

2:37,68

+01,30

1:17,16

1:20,52

13.

Gino Caviezel (SUI)

2:37,93

+01,55

1:17,05

1:20,88

14.

Alexis Pinturault (FRA)

2:37,94

+01,56

1:16,40

1:21,54

15.

Tommy Ford (USA)

2:38,07

+01,69

1:17,41

1:20,66

16.

Manfred Mölgg (ITA)

2:38,22

+01,84

1:16,16

1:22,06

17.

Alexander Schmid (GER)

2:38,31

+01,93

1:17,22

1:21,09

18.

Brian McLaughlin (USA)

2:38,38

+02,00

1:17,37

1:21,01

19.

Erik Read (CAN)

2:38,44

+02,06

1:17,83

1:20,61

.

Adam Zampa (SVK)

2:38,44

+02,06

1:17,87

1:20,57

21.

Thomas Fanara (FRA)

2:38,49

+02,11

1:17,43

1:21,06

22.

Ryan Cochran-Siegle (USA)

2:38,59

+02,21

1:17,31

1:21,28

23.

Johannes Strolz (AUT)

2:38,77

+02,39

1:17,92

1:20,85

24.

Fritz Dopfer (GER)

2:38,97

+02,59

1:16,89

1:22,08

25.

Elia Zurbriggen (SUI)

2:38,98

+02,60

1:17,70

1:21,28

26.

Zan Kranjec (SLO)

2:39,03

+02,65

1:16,66

1:22,37

27.

Marco Odermatt (SUI)

2:39,12

+02,74

1:17,75

1:21,37

28.

Kjetil Jansrud (NOR)

2:39,82

+03,44

1:17,97

1:21,85

29.

Philipp Schörghofer (AUT)

2:41,93

+05,55

1:17,82

1:24,11

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Daniel Meier, Stefan Brennsteiner, Manuel Feller (AUT)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Dominik Raschner (AUT)