Lindsey Vonn im Abfahrtstraining: "Ich habe einen Fehler gemacht"

Lindsey Vonn nach dem Abfahrtstraining
Im olympischen Abfahrtstraining fuhr Lindsey Vonn sehr vorsichtig. Sie und zwei Österreicherinnen mussten lange warten.

Im ersten Training zur Olympischen Frauen-Abfahrt waren alle Augen auf Lindsey Vonn gerichtet. Der US-Star, der erst vor wenigen Tagen bekanntgab, sich Ende Jänner das Kreuzband gerissen zu haben, hatte sich in den Tagen davor zuversichtlich gezeigt und extra Trainings-, Therapie- und Schwimmeinheiten eingelegt. 

Die 41-Jährige meisterte das Training routiniert, nahm an den neuralgischen Stellen Geschwindigkeit heraus und nahm die Sprünge noch etwas verhalten. Im Ziel wirkte sie zunächst weiter zuversichtlich.

Was Coach Svindal positiv stimmt

“Ich glaube, das war ein guter Test”, sagte ihr Trainer Aksel Lund Svindal, der aber nur ganz mit ihr gesprochen habe. Ob sie noch ein zweites Training fahren wird, überlege Sie noch.

Sie habe im Ziel zu ihm nur eines gesagt, bevor sie mit den Physios weggegangen ist: "Es geht mir ganz ok. Aber ich habe unten einen Fehler gemacht." Svindal stimmte das positiv: "Wenn ihr Fokus auf dem Fehler liegt, ist das ein gutes Zeichen."

Lindeey Vonn nach dem Abfahrtstraining

Nachdem das Training am Donnerstag wegen der heftigen Schneefälle über Nacht abgesagt worden war, wurde das Training am Freitag mehrfach unterbrochen, weil der Nebel immer wieder in die Strecke wanderte. Vor ihrem Start zeigte sich Vonn entspannt, sie scherzte und tanzte mit ihren US-Teamkolleginnen und postete Fotos vom Start auf Instagram. 

ÖSV-Läuferinnen 

Zwei Österreicherinnen konnten zeitgerecht starten, zwei mussten lange warten.

Ariane Rädler und Nina Ortlieb kamen mit derselben Zeit ins Ziel. Nina Ortlieb nahm das kuriose Training mit Humor. "Ab der Hälfte der Strecke habe ich gar nichts mehr gesehen. Ich habe darauf gewartet, ob irgendwo jemand mit der gelben Fahne steht. Vielleicht hätte ich ihn aber auch gar nicht gesehen." Das Rennen sei "an der Grenze" gewesen, sagte Ortlieb, nach deren Fahrt eine lange Pause folgte. Auch Rädler mutmaßte, dass bei den Bedingungen ein Rennen wohl abgesagt würde, ein Training könne man schon durchführen. 

Die Strecke sei in guter Verfassung, die Bodenwellen sind etwas ausgeprägter als zuletzt im Weltcup, die Sprünge weiter. Wegen des Neuschnees sei die Piste noch langsam, am Sonntag werde sie wohl schneller. 

Kritik äußerte ORF-Expertin Nici Schmidhofer, weil neben der Ideallinie beim Training noch viel Schnee lag. "Das darf bei Olympia nicht passieren." 

Mirjam Puchner und Cornelia Hütter mussten lange auf ihren Start warten, bei anderen Bedingungen starteten sie rund eineinhalb Stunden später.

Die Abfahrt der Frauen in Cortina d'Ampezzo ist für Sonntag, 11.30 Uhr, geplant (live ORF 1). Die Medaillenentscheidungen bei den Spielen beginnen mit der Abfahrt der Männer auf der Stelvio in Bormio am Samstag, 11.30 Uhr (live ORF 1.)

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