SKI-WORLD-WOMEN-SLALOM

Katharina Liensberger (re.) mit der Siegerin Petra Vlhova

© APA/AFP/Lehtikuva/JUSSI NUKARI / JUSSI NUKARI

Sport Wintersport
11/22/2020

Liensberger sorgt für nächsten ÖSV-Podestplatz in Levi, Vlhova-Double

Die Slowakin Petra Vlhova unterstreicht ihre Ausnahmestellung und gewinnt. Die Vorarlbergerin wird zum vierten Mal in ihrer Karriere Dritte.

Zweiter Slalom-Tag in Levi, zweite Halbzeitführung für Petra Vlhova: Die Slowakin war auch am Sonntag wieder das Maß aller Dinge. Auf dem bislang einfachsten Kurs an diesem Wochenende in Finnland zeigte die 25-jährige Samstag-Siegerin abermals ihre momentane Sonderstellung, die letzten vier Slaloms hat sie ja allesamt gewonnen.

Anders als am Samstag musste sie ihre Halbzeitführung allerdings teilen – die Schweizerin Michelle Gisin löste zeitgleich die Lichtschranke im Ziel aus, für die 26-jährige Kombi-Olympiasiegerin aus Engelberg eine Premiere. „Ich hatte schon erwartet, dass es so eng werden würde“, sagte Vlhova, „viele haben ja gestern Selbstvertrauen getankt.“ Am Ende siegte Vlhova 31 Hundertstelsekunden vor Gisin, womit es dabei bleibt: Die letzte Schweizerin, die einen Weltcup-Slalom gewonnen hat, ist Marlies Oester aus Adelboden – am 20. Jänner 2002 (!). "Es war nicht so leicht", sagte Petra Vlhova. "Hier zu gewinnen, ist sowieso schon schwierig, und noch schwieriger ist es, einen Sieg zu bestätigen. Heute habe ich auch den Druck gespürt, den ich mir selbst gemacht habe. Und dazu waren alle so knapp beisammen."

Auf Platz drei landete wie schon am Samstag Katharina Liensberger, die sich mit Bestzeit im zweiten Lauf noch vom sechsten Rang nach vorne schob. Nach einem groben Schnitzer im ersten Teil der Aufgabe zeigte die 23-Jährige, dass sie in der Weltspitze angekommen ist. Exakt eine halbe Sekunde fehlte auf Vlhova, die ihren 16. Weltcupsieg feierte. "So macht's einfach Spaß, zu fahren", freute sich Liensberger. "Der flache Abschnitt war noch nicht das, wo ich hin will, aber ich freue mich über die beiden Podestplätze. Und wir haben ein super Teamergebnis geschafft. Die Richtung stimmt, und jetzt wissen wir, wo wir weiterarbeiten müssen."

Mikaela Shiffrin hingegen wirkte im zweiten Bewerb nach ihrer Rückkehr in den Weltcup ungewohnt unsicher. „Ich habe nicht gewusst, ob es mir gelingen würde, überhaupt zurückzukommen. Es hat sich nicht perfekt angefühlt“, hatte die 25-jährige Amerikanerin nach ihrem zweiten Platz am Samstag noch gesagt. „Ich war nicht wirklich nervös, aber ich bin so lange nicht mehr auf diesem Level gefahren. Es ist so ermüdend und emotional. Ich mag aber nicht mehr emotional sein.“

Doch die Emotionen schienen auch am Sonntag zu stark zu sein, Shiffrin wirkte beinahe fahrig, mehrfach rutschten ihr die Skier im ersten Durchgang weg, am Ende reichte es zu Platz 5 (+0,93).

Überzeugende ÖSV-Bilanz

Franziska Gritsch, am Samstag nach ausgezeichnetem Start ausgeschieden, zeigte abermals, dass sie im flachen Gelände mit den Besten auf Augenhöhe ist. Trotz kleiner Fehler im steileren Terrain kam die Ötztalerin auf den neunten Zwischenrang und verbesserte sich schließlich auf Platz 6 (+0,94). Katharina Truppe riskierte nach Platz zwölf bei Halbzeit voll, was mit der drittbesten Laufzeit und dem Sprung auf Platz 7 belohnt wurde (+1,00). "Es hat kein Lauf hundertprozentig gepasst, aber jetzt ist mir der Steilhang mal richtig gut gelungen, auch von der Aggressivität her", freute sich die Kärntnerin. Chiara Mair aus Tirol klassierte sich als Elfte (+1,41), und Konstanz bewies auch die Mostviertlerin Katharina Huber, die sich nach Platz zehn am Samstag mit der achten Zeit im zweiten Lauf vom 23. auf den 14. Rang verbesserte (+2,09).

Bernadette Schild hatte am Samstag im zweiten Rennen nach ihrem Kreuzbandriss die Qualifikation für den zweiten Lauf verpasst und lag nun in Lauf eins schon im Schnee, rettete sich aber akrobatisch und kassierte 1,82 Sekunden Rückstand. Das reichte hauchdünn für einen zweiten Auftritt an diesem Sonntag - Platz 30. "Es war auf jeden Fall einmal ein Schritt nach vorn", sagte die Wahl-Innsbruckerin aus Salzburg, die sich noch auf den 20. Rang vorarbeitete (+2,65). Olympia-Bronzemedaillengewinnerin Katharina Gallhuber hingegen raufte nach ihrem Kreuzbandriss noch mit der Sicherheit und fiel von Platz 17 auf 22 zurück (+2,82).

Bernadette Lorenz (45./+2,62) und Magdalena Egger (49./+2,74), die am Samstag erstmals Weltcup-Punkte gesammelt hatte, verpassten die Qualifikation für das Finale.

Weiter geht's am Donnerstag mit einem Parallelbewerb in Zürs am Arlberg (Qualifikation 10 Uhr, Rennen ab 17.45 Uhr), auch die Schwedinnen wollen kommen, nachdem sie in Levi wegen eines positiven Corona-Tests ihres Cheftrainers Christian Thoma nicht starten durften. Am Freitag greifen dann auch die Herren wieder ein, nicht dabei sind allerdings die Corona-positiven Schweizer Loic Meillard, Justin Murisier und Marco Odermatt.

1.

Petra Vlhova (SVK)

1:49,05

 

54,32

54,73

2.

Michelle Gisin (SUI)

1:49,36

+0,31

54,32

55,04

3.

Katharina Liensberger (AUT)

1:49,55

+0,50

54,89

54,66

4.

Wendy Holdener (SUI)

1:49,84

+0,79

54,55

55,29

5.

Mikaela Shiffrin (USA)

1:49,98

+0,93

54,69

55,29

6.

Franziska Gritsch (AUT)

1:49,99

+0,94

54,99

55,00

7.

Katharina Truppe (AUT)

1:50,05

+1,00

55,25

54,80

8.

Irene Curtoni (ITA)

1:50,27

+1,22

55,01

55,26

 

Laurence St-Germain (CAN)

1:50,27

+1,22

54,87

55,40

10.

Martina Dubovska (CZE)

1:50,28

+1,23

54,98

55,30

11.

Chiara Mair (AUT)

1:50,46

+1,41

55,33

55,13

12.

Mina Fürst Holtmann (NOR)

1:50,54

+1,49

54,92

55,62

13.

Erin Mielzynski (CAN)

1:50,62

+1,57

55,11

55,51

14.

Katharina Huber (AUT)

1:51,14

+2,09

55,87

55,27

15.

Thea Louise Stjernesund (NOR)

1:51,24

+2,19

55,47

55,77

16.

Ana Bucik (SLO)

1:51,46

+2,41

55,43

56,03

17.

Kristin Lysdahl (NOR)

1:51,54

+2,49

55,84

55,70

18.

Leona Popovic (CRO)

1:51,56

+2,51

55,72

55,84

 

Kristina Riis-Johannessen (NOR)

1:51,56

+2,51

55,97

55,59

20.

Bernadette Schild (AUT)

1:51,70

+2,65

56,14

55,56

21.

Lena Dürr (GER)

1:51,77

+2,72

56,13

55,64

22.

Katharina Gallhuber (AUT)

1:51,87

+2,82

55,71

56,16

23.

Paula Moltzan (USA)

1:52,00

+2,95

56,07

55,93

24.

Federica Brignone (ITA)

1:52,10

+3,05

55,89

56,21

25.

Lila Lapanja (USA)

1:52,13

+3,08

55,86

56,27

26.

Charlotte Guest (GBR)

1:52,31

+3,26

55,95

56,36

27.

Rosa Pohjolainen (FIN)

1:52,64

+3,59

55,35

57,29

28.

Ali Nullmeyer (CAN)

1:53,48

+4,43

55,82

57,66

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Meta Hrovat (SLO), Roni Remme (CAN), Melanie Meillard (SUI)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marta Bassino (ITA), Maria Therese Tviberg (NOR)

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