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Sport Wintersport
11/22/2019

Katharina Gallhuber: "Es war wie die Faust im Gesicht"

Ein Kreuzbandriss stoppte den Höhenflug der zweifachen Olympia-Medaillengewinnerin. In Levi feiert sie nun ihr Comeback.

von Christoph Geiler

Christian Mitter ist nicht unglücklich darüber, dass der Winter jetzt richtig Fahrt aufnimmt und im Wochenrhythmus renngefahren wird. Dann kann endlich wieder der Sport im Mittelpunkt stehen, und das leidige Sommer- und Herbstloch-Thema sollte damit endgültig Schnee von gestern sein.

Monatelang hatte die Materialdiskussion rund um Katharina Liensberger den Skiverband und die Öffentlichkeit beschäftigt, um nicht zu sagen: genervt. Das unnötige Hickhack hat spät, aber doch ein Ende gefunden, weshalb Katharina Liensberger nun am Samstag im Slalom von Levi auf die Weltcuppiste zurück kehrt.

Verlorene Zeit

Laut der Papierform wäre die Vorarlbergerin, die im letzten Winter fünf Mal in die Top Ten gefahren ist, wohl die stärkste österreichische Slalomläuferin, doch der Materialstreit mit dem Verband – Liensberger wollte Kästle-Ski fahren, ist nun aber wieder auf Rossignol unterwegs – kostete viel Energie und Zeit. „Die Vorbereitung war nicht perfekt, sie hat einige Trainingstage verloren“, weiß der neue Damen-Cheftrainer Christian Mitter, „ich hoffe, dass das Thema mit Levi dann durch ist.“

Zumal es ja auch noch andere ÖSV-Läuferinnen gibt, die im ersten Slalom des Winters im Fokus stehen. Sogar mehr als gedacht, nachdem die beste Slalomläuferin der vergangenen Jahre – Bernadette Schild – nicht dabei ist. Während die 29-Jährige mit einem Kreuzbandriss den ganzen Winter ausfällt, feiert eine Teamkollegin in Finnland nach langer Zwangspause ein Comeback: Katharina Gallhuber hatte sich vor knapp einem Jahr das Kreuzband gerissen und meldet sich nun zurück.

Tiefes Loch

Die schwere Verletzung hatte die Niederösterreicherin gerade in der besten Phase ihrer jungen Karriere ereilt. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang war Katharina Gallhuber mit Silber (Teambewerb) und Bronze (Slalom) eine der Senkrechtstarterinnen. Die Knieverletzung ließ sie in ein tiefes Loch stürzen, wie die 22-Jährige zugibt. „Das war ein großer Niederschlag“, gesteht die Scheibbserin, „wie wenn du die Faust ins Gesicht kriegst.“

Gallhuber musste erst lernen, mit dieser Situation und der Herausforderung umzugehen. „In meiner Karriere ist es vorher ja immer nur nach oben gegangen. Ich kannte die andere Seite gar nicht. Da lernt man dann schon einiges dazu.“

Kein Stress

Zum Beispiel sich ein Rennen anzusehen, ohne dabei zu hadern und in Selbstmitleid zu versinken. „Ich gebe es offen zu: Das Heimrennen am Semmering anzuschauen, war echt nicht lustig. Und natürlich macht man sich auch immer wieder Gedanken: ,Wo wäre denn ich in diesem Slalom wohl gelandet?‘“

 

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Nach der lange Pause hat Katharina Gallhuber ihre Ansprüche freiwillig nach unten geschraubt. Als sie vor einem Jahr in Levi in die Saison gestartet war, als Olympiadritte und große Slalomhoffnung, hatte sie die Spitzenplätze ins Visier genommen. Jetzt geht es für sie in erster Linie darum, wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden und sich in der Startliste nach vorne zu arbeiten. „Natürlich will ich dort anschließen, wo ich aufgehört habe. Aber ich mache mir deshalb keinen Stress.“

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