Skeleton: Flock krönt Karriere mit Olympia-Gold
Janine Flock
Janine Flock hat ihrer Karriere im Skeleton die Krone aufgesetzt. Zu 12 EM-Medaillen (4x Gold) und drei WM-Medaillen (2x Silber, 1x Bronze) kommt nun die Olympiamedaille dazu – in Gold.
Janine Flock
Die 36-jährige Tirolerin fühlte sich wohl auf der „schönen, interessanten“ Olympiabahn von Cortina d'Ampezzo. Nach den ersten beiden Läufen ging sie am Freitagabend als Halbzeitführende ins Bett. „Entspannt“, wie sie sagt.
Am Samstag lieferte sie zwei weitere Male ab. Ihre Konstanz und mentale Reife haben diesmal den Unterschied gemacht.
Flock ließ den Deutschen Susanne Kreher und Jaqueline Pfeifer, die im vierten Lauf noch einmal angriffen, keine Chance und raste mit drei Laufbestzeiten zu ihrer – über Jahre hart erarbeitete – Goldmedaille.
„Es fühlt sich verdient an“, sagt Flock im Zielhaus und hält die Medaille fest in der Hand, schaut sie immer wieder an. Es ist der Lohn einer harten Arbeit, körperlich, aber vor allem auch mental.
Erinnerungen an Korea
Jetzt ist Flock auch davon überzeugt, dass das Leben gerecht ist. Denn vor dem letzten Lauf vorne zu sein – das wusste sie – heißt noch gar nichts. Zu präsent war bei ihr und ihrem Umfeld die Erinnerung an Pyeongchang 2018, als sie führte und am Ende Vierte wurde.
In Peking 2022 konnte sie ihre Olympia-Rechnung nicht begleichen. Sie wurde nur Zehnte. Eine schlechtere Platzierung als bei ihren ersten Spielen in Sotschi 2014, als sie Neunte wurde.
Dennoch blieb Janine Flock vor ihren vierten Olympischen Spielen in Cortina ruhig und abgeklärt. Sie hatte keine „Rechnung“ mehr offen mit Olympia, sondern hat sich gemeinsam mit ihrem Betreuerteam rund um Trainer Michael Grünberger vorgenommen, „unsere Olympia-Geschichte fertig zu erzählen“. Und nun wurde es das Happy End, das ihr viele wünschten.
"Das ist eine Teamleistung"
„Ich bin stolz und dankbar für den Weg, den ich bestreiten durfte. Und froh, dass wir es endlich geschafft haben.“ Sie sagt nicht „ich“, sondern „wir“ und hat eine Message: „Die Wege, die wir gemeinsam als Verband gegangen sind, haben sich ausgezahlt.“ Der Skeletonverband sei mit einem großen Betreuerstab nach Cortina angereist. „Und man merkt, das braucht es auch. Ich wurde von jeder Seite unterstützt – das ist eine Teamleistung.“
Janine Flock
Erholung zur richtigen Zeit
Janine Flocks Saison war bis zum Jahreswechsel vielversprechend verlaufen. Pünktlich kam sie in Olympiaform. Sie gewann zwei Weltcuprennen, wurde einmal Dritte und zweimal Vierte. Bis Anfang Jänner in St. Moritz ein Trainingssturz passierte. Flock erlitt eine Gehirnerschütterung, musste das Weltcupfinale absagen und verpasste damit die Chance auf ihren vierten Gesamtweltcupsieg. Vor ihrer Reise nach Cortina ging es die erfahrene Skeleton-Pilotin bewusst langsam an. „Ich brauchte Zeit und habe sie mir genommen.“
Erholung gibt es hier nicht für sie. Heute wartet schon der Mixed Teambewerb mit Samuel Maier (18 Uhr)
Für Österreich war es bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina 2026 die vierte Goldmedaille. Vor ihr haben schon die Snowboarder Benjamin Karl und Alessandro Hämmerle zugeschlagen, genauso wie das Ski-Duo Huber/Rädler in der Teamkombination.
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