Sport | Wintersport
30.12.2011

HC Innsbruck will in Italien aufs Eis

Der Tiroler Eishockey-Verein könnte sich die EBEL kaum leisten und möchte daher in der Serie A1 mitspielen.

Der österreichische Eishockey-Traditionsklub HC Innsbruck will künftig in der italienischen Serie A1 mitspielen. Klub-Obmann Günther Hanschitz hat gegenüber einigen Tiroler Tageszeitungen erklärt, dass man vor einer Woche einen diesbezüglichen Antrag gestellt habe. Die Gründe sind Kostenersparnis und die sportliche Perspektive. Innsbruck will ab der Saison 2012/13 in die höchste italienische Profiliga ausweichen.

Innsbruck hatte sich nach der Saison 2008/09 aus finanziellen Gründen aus der höchsten heimischen Meisterschaft, der Erste Bank Liga (EBEL), verabschiedet und spielt seither in der Nationalliga. Dort erreichte (und verlor) man in den beiden letzten Jahren das Finale. Neben dem sportlichen Erfolg ist der Verein nun auch wirtschaftlich gefestigt. Neue Herausforderungen werden anvisiert. In der EBEL müsste sich Innsbruck zu viele teure Legionäre leisten und quer durchs Lands zu den Spielen in Österreichs östlichen Nachbarländern reisen. Anfahrtswege und Spielerkosten wären in der Serie A1 deutlich geringer.

Verständnis

Beim ÖEHV stößt Innsbruck prinzipiell auf Verständnis. "Ich verstehe Innsbruck. Die EBEL ist nicht leistbar und auch sportlich nicht das wahre Ziel", sagte Verbands-Vizepräsident und Wettspielreferent Peter Schramm. Möglichst bald nach Neujahr sollen daher sowohl verbandsinterne Gespräche als auch Verhandlungen in Italien die Möglichkeiten einer Teilnahme Innsbrucks ausloten. Schramm ist eingebunden und sich im Klaren, dass es schwierig wird. "Denn auch in Italien wartet niemand auf Innsbruck." Prinzipiell müssten zudem die Verbände beider Länder einverstanden sein.

"Dass ein österreichischer Verein lieber ins Ausland geht als in der heimischen Liga zu spielen, sollte vor allem der EBEL zu denken geben. Es wäre unser Herzenswunsch, dass die Liga wieder zu den wahren Werten des österreichischen Eishockeys zurückkehrt. Derzeit bestimmen die Ausländer das Hockey", bekrittelte Schramm die aktuelle Situation in der EBEL, in der sechs österreichische und fünf ausländische Vereine spielen.