Routiniert: Marlies Schild hat bereits 33 Slaloms gewonnen und vier Mal den Weltcup geholt.

© APA/HARALD SCHNEIDER

Ski alpin
11/13/2013

Generationen-Duell: Schild vs. Shiffrin

Die amtierende Weltmeisterin aus den USA freut sich auf die Rückkehr ihres großen Vorbildes.

Vier Siege, die kleine Kristallkugel für den Slalom-Weltcup und der Weltmeister-Titel in Schladming. Die 18-jährige Mikaela Shiffrin darf auf eine Traumsaison zurückblicken. Und dennoch hat dem Ausnahmetalent aus den USA im Vorjahr eines gefehlt: Marlies Schild.

„Erst wenn sie fährt, ist das Feld komplett“, hatte Shiffrin nach ihrem Erfolg in Zagreb gesagt, der wie alle ihre Weltcupsiege in Abwesenheit der österreichischen Slalom-Königin gelang. Auch nach ihrer Erfolgssaison streute sie ihrem Vorbild Rosen: „Marlies Schild ist nach wie vor die beste Slalom-Fahrerin der Welt.“ Schild, 32, hatte sich vor einem Jahr beim Training in Åre (Sd) das innere Seitenband gerissen. Seitdem stand für die 33-fache Slalom-Siegerin Regeneration und Aufbautraining statt Rennen und Weltcup-Reisen auf dem Programm. Einzige Ausnahme: der WM-Slalom in Schladming im Februar, wo Schild überraschend startete und Neunte wurde.

Alte Ziele

Am Samstag gibt die vierfache Slalom-Weltcupsiegerin beim ersten Torlauf der Saison in Levi ihr Comeback. Als mögliche Siegläuferin sieht sich die gebürtige Salzburgerin in Finnland noch nicht. Zunächst gilt es, einen Startplatz in der Top-Gruppe zurückzuerobern. Denn durch ihren Start bei der WM hat Schild ihren Verletztenstatus verloren und ist auf Rang 17 der Slalom-Weltrangliste zurückgefallen – zuletzt war sie 2002 von so weit hinten gestartet.

Aber nein, sie bereue die Entscheidung zu starten nicht, sagt Schild, die ihrer vierten Olympia-Saison entspannt entgegenblickt.

Stefan Bürgler, Neo-Chef der Slalom-Damen, traut seiner erfolgreichsten Läuferin wieder einiges zu: „Wenn sie gut drauf ist, messen sich nach wie vor alle an ihr. Du kannst nicht 35 Rennen gewinnen und dann in einer Saison das Skifahren verlernen.“

Neuer Fokus

Die größten Chancen auf das Sieges-Rentier, das es heuer neben Preisgeld und Blumen erstmals in Levi zu gewinnen gibt, hat Mikaela Shiffrin. Die fröhliche Überfliegerin der vergangenen Saison hätte nichts gegen ein Patentier in Lappland einzuwenden („Aber ich würde es nicht im Flugzeug mit nach Hause nehmen“). Genauso wenig wie gegen eine Erweiterung ihrer Sieges-Disziplinen.

Beim RTL-Auftakt in Sölden hatte Shiffrin nach Training mit US-Star Ted Ligety ihre gute Form schon bewiesen (6.). Und auch ihre Schnelligkeit im Super-G beeindruckt Patrick Riml, Cheftrainer des US-Teams („Wahnsinn“). Damit könnte die ehrgeizige US-Dame auch im Gesamtweltcup zu den Favoritinnen aufsteigen.

Die nächsten Rennen

Levi (Fin) Damen- und Herren-Slalom (16./17.11.)

Beaver Creek (USA) Abfahrt, Super-G, RTL, Damen: 29.11.–1.12., Herren: 6.–8.12.

Lake Louise ( Kan) Abfahrt, Super-G, Herren: 30.11.–1.12., Damen (2 Abfahrten): 6.–8.12.

St. Moritz (CH) Damen-Super-G und RTL (14./15.12.)

Val d’Isère (F) Herren-Riesentorlauf und Slalom (14./15.12.)

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