Wie ein Bild Österreich für das Entscheidungsspiel motivierte

© Bild: APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Nach dem 4:0 gegen Weißrussland spielt das Team 2019 bei der A-WM in der Slowakei

„If you cannot do great things, do small things in a great way“ (Wenn du nicht großartige Dinge vollbringen kannst, dann mache kleine Dinge großartig) steht auf einem Blumenkisterl im Kopenhagener Stadtteil Østerport. Teamchef Roger Bader sah den Spruch auf dem Bild meines Instagram-Postings und nutzte ihn zur Mannschaftsmotivation vor dem Entscheidungsspiel gegen Weißrussland.

„Das war ein Grund, warum wir gewonnen haben“, sagte der Schweizer nach dem 4:0. „Ich habe das Posting in der Früh gesehen, 22-mal ausgedruckt und allen Spielern in der Kabine auf den Platz gelegt. Einige haben sich das Bild auch aufgehängt.“ Es scheint funktioniert zu haben. Denn dank der überragenden Leistung und dem 4:0-Erfolg gegen Weißrussland ist Österreich das Sensationsteam dieser WM: Zum ersten Mal seit Frankreich im Jahr 2008 schafft ein Aufsteiger den Klassenerhalt bei einer A-WM. Österreich war dies zuletzt 2004 gelungen.

Vor dem letzten Spiel gegen Tschechien am Montag hat Österreich vier Punkte Vorsprung auf die Weißrussen, die als Absteiger feststehen. Österreich beendet die WM zumindest auf Platz 14 und hat sich somit für die A-WM 2019 in der Slowakei qualifiziert.

„Unter Umständen werden wir uns heute ein paar Bier genehmigen“, sagte Kapitän Thomas Hundertpfund. Nach dem 2:5 gegen Frankreich sei „ein Ruck durch die Mannschaft gegangen“. Konstantin Komarek, der nach dem Frankreich-Spiel hart kritisiert worden war, spielte eine ganz starke Partie: „Wir haben uns alle am Riemen gerissen und die Drecksarbeit gemacht.“ Warum es davor überhaupt nicht geklappt hat? „Wir sind auch alle Menschen. Man kann nicht immer auf dem höchsten Niveau spielen.“

Entscheidend für das 4:0 waren drei Powerplay-Tore, ein wieder sehr starker Goalie Starkbaum und die extreme taktische Disziplin. „Für unsere Verhältnisse war das ein perfektes Spiel“, sagte Teamchef Bader, der nach der Partie kaum Emotionen zeigte. „Ich war so fokussiert, dass ich noch sehr gefasst bin. Bei mir dauert das länger.“

Bei NHL-Profi Michael Raffl nicht: „Ich habe nicht gedacht, dass es mir so viel bedeutet. Es ist ein unglaubliches Gefühl: Zehn Jahre hat das kein Team geschafft.“

( kurier.at ) Erstellt am 13.05.2018