Nach dem 3:1 gegen Lettland: "Jetzt wollen wir ins Viertelfinale"
Österreich bejubelt ein 3:1
Sie lagen einander in den Armen, bedankten sich bei Torhüter Atte Tolvanen und am Hallendach wurde zum dritten Mal bei dieser Weltmeisterschaft in Zürich rot-weiß-rot aufgezogen.
Mit einer kämpferischen Weltklasseleistung rang Österreich Lettland, WM-Dritter 2023, mit 3:1 nieder und hat nach den Siegen gegen Großbritannien und Ungarn neun Punkte in Gruppe A. Erstmals bei einer WM der Top-Division gewann Österreich die ersten drei Partien.
Nach dem sensationellen Viertelfinaleinzug 2025 ist auch heuer das Erreichen der K.o.-Runde sehr realistisch. „Unser nächstes Ziel ist der vierte Sieg“, sagte Teamchef Roger Bader. „Dann wären wir sicher im Viertelfinale.“ Wahrscheinlich würde auch ein Punkt gegen die bisher enttäuschenden Deutschen am Samstagabend reichen, wenn Lettland keine Sensation mehr gelingt.
„Ich habe Gänsehaut an der Bande“
Nach einer kurzen und nüchternen Analyse gab der Teamchef auch zu: „Ich habe Gänsehaut an der Bande, wenn ich sehe, wie die Spieler kämpfen. Ganz ehrlich: Wir Trainer brauchen gar nichts coachen, weil sich die Mannschaft zu hundert Prozent an das Konzept hält – mit Puck und ohne Puck. Alle kämpfen, blocken Schüsse. Es macht mich schon sehr stolz.“
Österreichs Erfolgsrezept gegen Lettland
Der 3:1-Erfolg gegen die Letten basierte tatsächlich auf einem enormen Kampfgeist, einem überragenden Torhüter Atte Tolvanen und einer perfekten Effizienz.
Nach der ersten Pause geriet Österreich gegen die Letten stark unter Druck und ging dennoch mit der ersten guten Chance in Führung. Nachdem Tolvanen gegen Krastenbergs Sieger geblieben war, traf WM-Debütant Harnisch zum 1:0 für Österreich (28.).
„Wer nicht hüpft, der ist ein Lette“, hallte es jetzt durch die Arena. Es motivierte die Österreicher noch mehr. Nach 40 Minuten stand es sensationell 1:0, 15 Schüsse wurden bis dahin von Österreich geblockt. Im Eishockey ist das eine Frage des Charakters. Torschütze Harnisch gab zu: „Wir ziehen unseren Plan gut durch, machen die Kleinigkeiten richtig und wurden belohnt.“
Die Österreicher belohnten sich auch im Schlussdrittel. Nach dem 1:1 durch Balcers (41.) sorgte Nissner mit einem Powerplay-Treffer für das 2:1 (45.).
Jetzt begann das Zittern. Und ein heroischer Kampf der Österreicher, die sich in die Schüsse der Letten warfen, als würde das keine Schmerzen verursachen. Durch einen dieser unwiderstehlichen Antritte von Rohrer fiel auch noch das 3:1 (60.) ins bereits leere lettische Tor.
„Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung heute“, sagte Torhüter Tolvanen, der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde. „Wir haben Schüsse geblockt und die Letten außen gehalten. Auch die Disziplin war großartig.“ Tatsächlich war Österreich kein einziges Mal in Unterzahl. Tolvanen gab klar vor: „Jetzt wollen wir ins Viertelfinale. Die Chance ist groß.“
Am Mittwoch geht es gegen Turnier-Mitfavorit Schweiz weiter. Was passiert, wenn die Eisgenossen voll aufdrehen, haben die Österreicher beim 0:6 im Viertelfinale 2025 gespürt. „Das wird ein ganz anderes Spiel. Ich werde versuchen, den Jungs, die da nicht dabei waren, zu vermitteln, was auf uns zukommt“, sagte Kapitän Peter Schneider.
Kommentare