99ers-Sieg gegen Fehervar: Orange ist die neue Modefarbe im Lande
Stimmung im Bunker
In Graz kennen zumindest die Fußballfans das erhebende Gefühl, Salzburg die Festspiele zu verderben. Sturm durchbrach die Meisterserie der Salzburger Bullen, jene der Eishockeycracks beendeten die 99ers. Vier Mal war Salzburg zuvor Meister, seit Mittwoch, seit dem Aus des KAC, steht es fest, dass auch die österreichische Meisterschaft im Eishockey an die Mur wandert. Denn die weiteren Halbfinalisten der ICEHL kommen aus Italien (Pustertal), Slowenien (Ljubljana) und Ungarn (Fehervar).
„Schon sehr cool, wenn man sieht, welchen Stellenwert Eishockey in Graz plötzlich wieder hat. Aber wir wollen natürlich noch mehr“, sagt Stürmer Paul Huber. Der erste österreichische Meistertitel seit 1978 – damit will sich keiner zufriedengeben.
Die Geschichte soll also weitererzählt werden. „Jetzt wollen wir den Liga-Titel“, sagt ein Fan in oranger 99ers-Wäsch’. Acht Siege benötigt man – den ersten gab es im ersten Match der Best-of-seven-Serie gegen Fehervar mit einem 3:2-Sieg für das Team von Head Coach Daniel Lacroix.
Tickets in 3 Minuten weg
Nachdem der Meistertitel gesichert worden war und man wusste, dass die Ungarn in der Steiermark vorbeischauen, waren die Tickets innerhalb von drei Minuten vergriffen. Etwas mehr als 4.000 Fans passen ins Eisstadion in Liebenau – und diese machten schon eine Stunde vor dem Bully Lärm. Unterstützt von vertrauten Klängen, auf die man auch bei Sturm setzt – die Cracks spielten sich beim Steiermark-Lied auf dem Eis warm.
Ohren- und vor allem Augenzeuge war neben Landeshauptmann Mario Kunasek natürlich Herbert Jerich, der sich auch als Mäzen im Tennissport einen Namen gemacht hat. Der erfolgreiche Gleisdorfer Spediteur, dem zu Geburtstagen A-Promis wie Dieter Bohlen oder Jürgen Klopp gratulieren, leitete in seiner zweiten Saison bei den 99ers einen Umbruch zum Aufbruch ein.
Das Eis in Liebenau war bereits nach vier Minuten gebrochen, als Huber nach Vorarbeit von Lukas Haudum zur Führung gratuliert wurde. Rollende, pardon, rutschende Angriffe gingen auf das Tor der Ungarn. In einem Powerplay kamen die Ungarn zum Ausgleich. 1:1 nach dem ersten Drittel, das gefiel Kunasek weniger. „Wir könnten schon klar führen.“
Die Fans konnten weiter nur kurz aufatmen, Fehervar blieb effektiv wie schon gegen die Vienna Capitals und den KAC. Ein Treffer von Nick Swaney zum 2:1 wurde rasch egalisiert. Nach einem zweiten aberkannten Grazer Treffer kochte die Halle, als Michael Schiechl fünf Minuten vor Schluss zum 3:2 traf.
Nach dem Auswärtsspiel in Fehervar wird am Donnerstag in Graz wieder ein Fest erwartet.
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