Anna Fenninger mit einem Helm der neuesten Baureihe.

© APA/EPA/JOHN G. MABANGLO

Kopfsache
12/04/2013

Die neuen Ski-Helme sorgen für Diskussionen

Der heftige Sturz von Hans Grugger im Jänner 2012 löste eine Regeländerung mit Folgen aus.

von Stefan Sigwarth

Neuer Winter, neue Regeln: Was bei Skispringern und Nordischen Kombinierern meist neue Details zur Berechnung von Windeinfluss oder überhaupt gleich neue Wettkampfformen bringt, betrifft bei den Alpinen immer wieder die Ausrüstung. Weniger taillierte Skier im Riesenslalom waren es vor einem Jahr, die für Diskussionen sorgten, zugleich aber auch für mehr Sicherheit – in der alpinen Basisdisziplin kam es im vergangenen Weltcupwinter nur noch zu einem Kreuzbandriss, insgesamt waren es vier (drei in Speeddisziplinen). Vor der lange umstrittenen Änderung waren es meist acht bis neun pro Winter.

Nun geht es ums Hirn: Dickere Helme sollen die Athletenköpfe besser schützen. Auslöser war der kapitale Sturz von Hans Grugger in Kitzbühel im Jänner 2012, als der Salzburger tagelang im künstlichen Koma lag und erst nach 57 Tagen wieder aus dem Spital entlassen wurde. Wie wichtig die Kopfbedeckung ist, zeigte auch der Sturz von Rainer Gstrein, dem Rennleiter von Sölden und Trainer von Benjamin Raich, der im Rahmen der Österreichischen Meisterschaften im Pitztal im Frühjahr bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen davongetragen hat. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat daraufhin für seine Trainer eine Helmpflicht erlassen.

Gnadenfrist

Im Skiweltcup freilich sorgten die neuen Regeln für einiges, nun ja, Kopfzerbrechen: Nicht alle Hersteller konnten schnell genug die geforderten Modelle für Abfahrt, Super-G und Riesenslalom produzieren, einer Firma brannte sogar eine Produktionshalle ab, und schließlich waren neue, verschärfte Tests für die Zulassung zu absolvieren.

Also hat der Ski-Weltverband FIS die Frist noch einmal verlängert. Doch die ist nun abgelaufen, und Herren-Renndirektor Günter Hujara hat vor dem ersten Training für die Abfahrt in Beaver Creek schon eine deutliche Warnung ausgesprochen: Wer mit dem falschen Material fährt, wird disqualifiziert. Um auf Nummer sicher zu gehen, lässt der Schwarzwälder jeden Athleten am Start und im Ziel fotografieren.

Ein Problem sind die unterschiedlichen Größen, und natürlich die unterschiedlichen Kopfformen der Athleten. So klagte Tina Maze, 2012/’13 Gesamtweltcupsiegern, dass sie mit dem neuen Helm zu wenig höre. Freilich könnte ihr durchwachsener Saisonstart auch Folge einer anderen Kopfsache sein ...

Die nächsten Rennen

6. 12. Damen-Abfahrt in Lake Louise (Kanada/20.30 Uhr MEZ), Herren-Abfahrt in Beaver Creek (USA/18.45 Uhr MEZ)

7. 12. Damen-Abfahrt (20.30 Uhr MEZ), Herren-Super-G (19.00 Uhr MEZ)

8. 12. Damen-Super-G (19.30 Uhr MEZ), Herren-Riesenslalom (17.45/20.45 Uhr MEZ)

So geht’s weiter: 14./15. 12. Damen-Super-G und -Riesenslalom in St. Moritz (CH), Herren-Riesenslalom und -Slalom in Val d’Isère (F).

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