Linz-Legende Philipp Lukas ist Vorstand der neuen Gewerkschaft

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Sport Wintersport
03/31/2021

Die Eishockey-Profis in Österreich haben eine Stimme bekommen

Die Ex-Spieler Alexander Tomanek, Patrick Harand und Philipp Lukas haben bei der EishockeyspielerInnen UNION viel zu tun.

von Peter Karlik

Es wird so manchem Klub-Manager ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen sein, als die Meldung kam, dass in Österreich eine Spieler-Gewerkschaft gegründet wurde. Schon einmal hatten Vereine erfolgreich gegen die Bildung einer Spieler-Vertretung Stimmung gemacht.

Trotz der fortgeschrittenen Professionalisierung des Eishockeys in den vergangenen 20 Jahren war es nie möglich, eine moderne Interessensvertretung für die Spieler nach internationalem Vorbild zu gründen. Genau das haben die Ex-Profis Alexander Tomanek, Patrick Harand und Philipp Lukas im Herbst geschafft. Lange Zeit waren die Planungen geheim, mittlerweile hat die EishockeyspielerInnen UNION zirka 140 Mitglieder. Die Cracks sind in der Younion-Daseinsgewerkschaft organisiert, in der zirka 150.000 Mitglieder unterstützt werden (z. B. Gemeindebedienstete), auch in den Fachgruppen Fußball und Basketball.

Derzeit sind Spieler von allen acht österreichischen Klubs dabei, sehr viele der Legionäre im Ausland und auch ausländische Profis in der ICEHL sowie Ex-Spieler.

Der Nutzen

Der Bedarf im Eishockey ist seit Jahren groß. Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Zweijahresvertrag vor der Nase eines Spielers zerrissen wurde, weil dieser im ersten Vertragsjahr zu lange verletzt gewesen war. Oder dass sich Profis ihre Lebenshaltungskosten kaum leisten konnten, wenn sie nicht bei Mama und Papa wohnen würden.

Für Tomanek, ehemaliger Stürmer bei Stadlau, WEV, Kapfenberg, Salzburg und den Capitals, im Brotberuf Jurist bei der Arbeiterkammer, hat die EishockeyspielerInnen UNION kurzfristige und langfristige Ziele: „Natürlich geht es um juristische Betreuung bei Fragen und Problemen. Uns geht es aber auch um die Betreuung der Spieler für die berufsbegleitende Ausbildung.“ Legionärin Janine Weber beginnt zum Beispiel einen Masterlehrgang. Auch mit dem Verein KADA gab es bezüglich Aus- und Weiterbildung Gespräche.

Die nächste Aufgabe wird ein Mustervertrag sein, den die Gewerkschaft mit der Liga aushandeln möchte. „Wenn wir das geschafft haben, dann müssen nur noch die Summen eingetragen werden“, erklärt Tomanek. Dazu soll es schon eine grundsätzliche Zustimmung aus dem Liga-Büro geben.

Kein Stopp

Weniger Übereinstimmung gab es beim von den Klubs ausgerufenen Transferstopp wegen der Corona-Unsicherheit. In einer Umfrage der UNION lehnten fast 100 Prozent der organisierten Spieler diesen Transferstopp ab, woraufhin kommuniziert wurde, dass es diesen Stopp gar nicht gibt. Noch dazu haben sich manche Klubs schon intensiv um neue Spieler von anderen Teams bemüht.

Tomanek begründet: „Wir wollen, dass die Spieler nach ihrem Marktwert bezahlt werden und nicht im Juli irgendein Angebot annehmen müssen, weil sie fürchten, keinen Job mehr zu bekommen.“ Die Spieler hätten sich wegen der Pandemie privat und auch finanziell eingeschränkt. „Sie haben es verdient, möglichst bald Klarheit zu bekommen.“

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