Das Ende der teuren Riesenschanzen

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Der Vikersund wurde umgebaut, um neue Höchstweiten zu ermöglichen. Heute fehlt das Geld für solche Projekte.

Fünf Skiflugschanzen gibt es weltweit - der Kulm in der Steiermark, Planica in Slowenien, Oberstdorf in Deutschland, Harrachov in Tschechien und Vikersund in Norwegen. Seit 1985 hatte Planica den Weltrekord gepachtet. 1994 landete Andreas Goldberger als Erster hinter der 200-Meter-Linie. Weil er in den Schnee griff, gilt der Finne Toni Nieminen als erster Über-200-Meter-Rekordler. In Planica grub man danach den Auslauf so weit hinunter, dass Björn Einar Romören (Nor) 2005 auf 239 Metern landen konnte.

Danach fing die Skiflug-Nation Norwegen zum Planen und Bauen an. Und Johan Remen Evensen (Nor) schraubte im Februar 2011 den Wert der längsten Flugleistung auf 246,5 Meter. Im neuen Flieger-Mekka Vikersund, nahe Oslo.

Millionen-Show

Mehr als elf Millionen Euro kostete diese Ehre. Damit ist die Weltrekordjagd der Schanzenkonstrukteure vorerst beendet. Lediglich in Planica könnte man sich im Zuge der Modernisierung den Weiten von Vikersund nähern - wenn der Schanzentisch nach hinten versetzt wird.

"In Zeiten der Krise sind aber Kosten wie in Vikersund von der öffentlichen Hand nicht mehr zu tragen", sagt Walter Hofer, Skisprungchef der FIS. Der Weltverband hatte diese Schanze, wo im Februar die Skiflug-WM stattfindet, ermöglicht, weil er einen Höhenunterschied zwischen Schanzentisch und Auslauf von 135 Metern erlaubte - um fünf mehr als zuvor.

Ähnliches hatte auch Kulm-Veranstalter Hubert Neuper angedacht. Heute sagt er: "Den Leuten geht es finanziell nicht gut, da ist so etwas nicht zu verantworten." Er muss den Kulm ohnehin modernisieren, indem der Radius im Aufsprung flacher wird. Ein bisschen weiter könnte es gehen, wenn er finanzieren kann, dass der Schanzentisch zurückversetzt wird.

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( Kurier ) Erstellt am 13.01.2012