Nach 22 Jahren im Weltcup: Biathlon-Star Simon Eder hat genug

Simon Eder beendet mit 43 Jahren seine erfolgreiche Karriere. Nach dem Rücktritt von Lisa-Theresa Hauser verliert Österreichs Biathlon seinen zweiten Leader.
Simon Eder ist mit 43 Jahren immer noch das Treff-Ass der österreichischen Biathleten

Ist das überhaupt vorstellbar? Ein Biathlonbewerb ohne Simon Eder? Ohne den Mann, der von Hochfilzen bis Ruhpolding, von Östersund bis Pokljuka zum Inventar gehört?

Gefühlt seit Menschengedenken zieht der nimmermüde Pinzgauer im Weltcup seine Kreise und kaum ein Biathlet dürfte im Laufe seiner Karriere mehr Schüsse abgegeben haben als der 43-Jährige – vor allem wird es wenige Sportler geben, die dabei öfter ins Schwarze getroffen haben.

Schlussstrich

Nach dem Rücktritt von Lisa-Theresa Hauser erhält nun der nächste österreichische Meisterschütze Ehrensalven zum Abschied. 

Nach über zwei Jahrzehnten im Weltcup beendet auch Simon Eder an diesem Wochenende beim Weltcupfinale in Oslo seine Karriere. „Ich habe mich in den letzten Tagen dazu entschieden, dass Schluss ist“, erklärte er gegenüber dem KURIER.

Der 43-Jährige war immer als Meisterschütze bekannt

Der 43-Jährige war als Meisterschütze bekannt

Goldene Generation

Mit Simon Eder verabschiedet sich der letzte Biathlet der goldenen Generation. Der Saalfeldner, dessen Vater Alfred bereits Biathlon-Geschichte geschrieben hat, gehörte jenem ÖSV-Team an, das zwischen 2009 und 2017 mehrere Schützenfeste feiern durfte.

Vor allem die legendäre Staffel in der Besetzung Daniel Mesotitsch, Simon Eder, Christoph Sumann und Dominik Landertinger war bei Großereignissen ein Garant für Medaillen. Eder gewann mit der Männer-Staffel bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften jeweils zwei Medaillen.

Die bedeutendste Trophäe war für den treffsicheren Salzburger aber die Bronzemedaille im Massenstart bei der Heim-Weltmeisterschaft 2017 in Hochfilzen. Dort waren alle Augen auf den Lokalmatador gerichtet und Eder lieferte – wie so oft – ab.

Alleinunterhalter

In den letzten Jahren durfte und musste sich der ÖSV glücklich schätzen, dass der Routinier die Flinte nicht ins Korn warf und einfach nicht genug kriegen konnte von seinem Biathlonsport. 

Ohne Simon Eder würde das österreichische Männer-Team noch deutlich schlechter dastehen. Nur einmal zur Einordnung: Der 43-Jährige, der 2004 sein Debüt gegeben hatte, liegt im Gesamtweltcup als bester Österreicher an der 31. Stelle, die Nummer zwei wird auf Rang 70 geführt.

Papa als Lehrmeister

Simon Eder hatte mit seinem Vater Alfred auch den perfekten Lehrmeister. Aus ihm konnte eigentlich nur ein Biathlet werden.

 Papa Alfred fungierte während der Karriere auch stets als Coach, von ihm hat der 43-Jährige auch die Treffsicherheit. Nicht von ungefähr hält Simon Eder den Weltrekord für die meisten Rennen ohne Fehlschuss.

Gut vorstellbar, dass der 43-Jährige irgendwann eine ähnliche Karriere einschlägt wie sein Vater. Die ÖSV-Biathleten können die Expertise von Meister Eder gut gebrauchen. 2028 findet die Weltmeisterschaft in Hochfilzen statt.

Kommentare