Anna Veith ist für eine Ausdünnung des Rennkalenders.

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Sport Wintersport
01/29/2019

Anna Veith: "Es wäre wichtig, weniger Rennen zu machen"

Die vielen Verletzungen in dieser Ski-Saison lassen bei den Verantwortlichen die Alarmglocken schrillen.

Vor und während des aktuellen WM-Winters haben sich bis Ende Jänner bereits acht Alpinski-Damen des ÖSV-Teams schwer verletzt. Mit Cornelia Hütter erwischte es am Sonntag in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen eine Läuferin in dieser Saison bereits zum zweiten Mal. Anna Veith riss sich erst vor knapp zwei Wochen das Kreuzband und musste ihre Saison beenden.

Betroffen sind nicht nur aber vor allem jene Läuferinnen und Läufer in den Speed-Disziplinen. Bei den Herren erwischte es am Wochenende in Kitzbühel Abfahrer Max Franz. Er zog sich einen Fersenbeinbruch zu, fällt für die WM in Åre ebenfalls aus. Von den besten 40 Abfahrtsläufern sind aktuell rund 15 verletzt. Das lässt die Alarmglocken schrillen, auch bei der FIS.

"Skisport wird über die Zeit uninteressanter"

Veith selbst, die ihre Karriere trotz der neuerlichen Verletzung noch nicht am Ende sieht, plädierte in der am Sonntag ausgestrahlten Ö3-Sendung Frühstück bei mir für eine Ausdünnung des Rennkalenders: "Das was wir körperlich jetzt leisten hat nichts mehr mit dem zu tun, was vor 20, 30 Jahren war." Weshalb die FIS auch reagieren müsse. "Ich finde, dass es wichtig wäre, weniger Rennen zu machen. Ich glaube auch, dass wenn man es nicht mal schnell korrigiert, der Skisport über die Zeit uninteressanter wird", sagte Veith.

In der ZIB2 am Montag-Abend kam zu diesem Thema auch der Tiroler Sportarzt Christian Fink zu Wort. Er sieht die Schuld für die vielen Verletzungen auch beim aggressiven Material: "Das Material, wie wir es jetzt haben, verzeiht einfach keine Fahrfehler." Für eine Verletzung brauche es daher nicht viel: "Ein bisschen Rückenlage, ein Schlag zur falschen Zeit und dann passiert so eine Verletzung."

Die FIS in der Verantwortung

Körperlich seien die Athletinnen und Athleten jedenfalls bereits am Limit, so Fink. Daher befürchte er, "dass wir auch in Zukunft mit den Verletzungen leben müssen."

Weshalb auch ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher die FIS in der Verantwortung sieht: "Mit ein paar Verletzungen rechnet man, aber dass das gerade in letzter Zeit so stark zunimmt, da muss sich die FIS in meinen Augen das Programm einmal überlegen. Das ist sehr tough vor der WM und mit der WM geht es gleich weiter."

Die Verletzungen der ÖSV-Damen:

  • Elisabeth Kappaurer: Schien- und Wadenbeinbruch linker Unterschenkel beim RTL-Training in Saas Fee (Schweiz) Ende September
  • Sabrina Maier: Schien- und Wadenbeinbruch bei Speed-Training Mitte November in Copper Mountain (USA)
  • Christine Scheyer: Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie sowie Impressionsfraktur des Oberschenkels, erlitten am 2. Dezember im Super-G von Lake Louise
  • Katharina Gallhuber: Riss vorderes Kreuzband und Innenmeniskusriss im rechten Knie am 14. Dezember beim Slalom-Training auf dem Semmering
  • Rosina Schneeberger: Außenknöchelfraktur und Operation nach Sturz bei Europacup-Rennen in Zauchensee im Dezember und acht Wochen Pause
  • Stephanie Brunner: Kreuzband- und Innenmeniskusriss links beim Riesentorlauf-Training am 11. Jänner in Pozza di Fassa
  • Anna Veith: Kreuzbandriss rechts beim Riesentorlauf-Training am 12. Jänner in Pozza di Fassa
  • Cornelia Hütter: Innenbandeinriss im rechten Knie und Muskelfaserriss in der linken Wade. 4 bis 6 Wochen Pause.