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Sport Wintersport
12/22/2019

Schwarz sorgt für bestes RTL-Saisonergebnis der ÖSV-Herren

Der Kärntner Marco Schwarz wird in Alta Badia als Sechster bester Österreicher. Es gewinnt der Norweger Kristoffersen.

von Christoph Geiler

Wenn der Norweger Henrik Kristoffersen eine gute Kinderstube hätte, dann müsste er sich jetzt artig bei allen fleißigen Helfern bedanken, die es möglich gemacht haben, dass der Riesentorlauf in Alta Badia über die Bühne gehen konnte. Und dass er sich am Nachmittag als großer Sieger feiern lassen durfte.

Doch Henrik Kristoffersen schimpfte die ganze Zeit nur wie ein Rohrspatz. An einigen Passagen sei es gefährlich, beklagte sich der 25-Jährige bereits nach dem ersten Durchgang, nach dem Rennen fand Kristoffersen dann erneut kritische Worte und beklagte die Bedingungen. Was der neue Weltcup-Leader in seinem unverständlichen Unmut völlig vergaß: Dass der Klassiker nach tagelangem Starkregen und heftigen Schneefällen überhaupt stattfinden konnte, gleicht einem kleinen Vorweihnachtswunder und war auch einigen freiwilligen Helfern aus Österreich zu verdanken. 27 Mitglieder der Pistencrew der Hahnenkammrennen, die gerade im Hochabteital waren, standen den Einheimischen zur Seite.

Holprige Piste

Es war dann zugegebenermaßen ein nicht ganz alltäglicher Riesentorlauf, der langjährige Begleiter des Alpinen Skiweltcups an frühere Zeiten erinnerte. Solch unruhige Pisten kennt die aktuelle Läufer-Generation eigentlich nur mehr vom Hörensagen.

„Es war unglaublich holprig“, erzählte Marco Schwarz und es war bewundernswert, wie sich der Kärntner auf den Tag genau zehn Monate nach seinem Kreuzbandriss über die anspruchsvolle Gran Risa- kämpfte. Kaum ein Läufer schaffte es, auf der Ideallinie zu bleiben, im Steilhang wurden die Stars teilweise durchgeschüttelt wie auf einer Buckelpiste. „Das war für alle von oben bis unten ein einziger Kampf“, sagte Schwarz.

Der 24-jährige Kärntner belohnte sich mit dem sechsten Rang für seine couragierte Fahrweise. Fast noch wichtiger als seine beste Platzierung in einem Weltcup-Riesentorlauf war für Schwarz aber die Erkenntnis, dass sein operiertes Kreuzband dieser Belastungsprobe im Extrembereich stand gehalten hat. „Das war der Härtetest für das Knie und den Kopf“, meinte der Allrounder.

Brenzlige Situation

Und spätestens mit diesem Resultat, dem ersten österreichischen Top-Ten-Platz in dieser Saison im Riesentorlauf, fühlt sich der 24-Jährige nun wieder bereit für die nächsten Aufgaben und Schritte. „Es ist extrem viel weiter gegangen, ich bin wieder zurück, jetzt kann ich wieder voll attackieren“, versichert Marco Schwarz.

Im Gegensatz zu Matthias Mayer, der im ersten Durchgang von der Piste rutschte und auf den Start im Parallelrennen am Montag verzichtet, erhöht Marco Schwarz nun die Schlagzahl. Der Kärntner bestreitet nicht nur das letzte Rennen vor der kurzen Weihnachtspause, er wird am Wochenende auch bei der Kombination in Bormio an den Start gehen.

Für Gesprächsstoff und Aufregung sorgten am Sonntag auf der Gran Risa aber noch zwei weitere Rennläufer: Bei der Fahrt von Filip Zubcic stockte den tausenden Zusehern kurz der Atem, gerade in dem Moment, als der Kroate über die Ziellinie fuhr, spazierte ein Offizieller seelenruhig quer über die Piste. Nur um Zentimeter entgingen die beiden einem folgenschweren Zusammenstoß.

Weniger Glück als Zubcic hatte Marco Odermatt. Der Schweizer hatte sich während der Fahrt das Knie verdreht, kam aber trotzdem noch ins Ziel (Rang 5). Das Ausnahmetalent konnte den Zielraum nicht mehr auf eigenen Beinen verlassen. Ersten Diagnosen bzw. Befürchtungen zufolge könnte Odermatt eine Meniskusverletzung erlitten haben. Weitere Untersuchungen in der Schweiz sollen am Montag Klarheit über den Grad der Verletzung bringen.

Endstand des Riesentorlaufs in Alta Badia:

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

1:57,33

Min.

58,95

58,38

2.

Cyprien Sarrazin (FRA)

1:57,64

+00,31

1:00,03

57,61

3.

Zan Kranjec (SLO)

1:57,72

+00,39

59,00

58,72

4.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

1:57,79

+00,46

58,92

58,87

5.

Marco Odermatt (SUI)

1:58,16

+00,83

58,76

59,40

6.

Marco Schwarz (AUT)

1:58,21

+00,88

58,91

59,30

7.

Rasmus Windingstad (NOR)

1:58,24

+00,91

59,43

58,81

8.

Lucas Braathen (NOR)

1:58,25

+00,92

1:00,30

57,95

.

Alexis Pinturault (FRA)

1:58,25

+00,92

58,89

59,36

10.

Filip Zubcic (CRO)

1:58,33

+01,00

59,28

59,05

11.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

1:58,43

+01,10

58,69

59,74

12.

Loic Meillard (SUI)

1:58,52

+01,19

59,35

59,17

13.

Alexander Schmid (GER)

1:58,58

+01,25

1:00,20

58,38

.

Thibaut Favrot (FRA)

1:58,58

+01,25

1:00,05

58,53

15.

Justin Murisier (SUI)

1:58,63

+01,30

59,12

59,51

16.

Luca de Aliprandini (ITA)

1:58,70

+01,37

59,28

59,42

17.

Gino Caviezel (SUI)

1:58,72

+01,39

59,68

59,04

18.

Riccardo Tonetti (ITA)

1:58,80

+01,47

1:00,14

58,66

19.

Ryan Cochran-Siegle (USA)

1:58,93

+01,60

59,88

59,05

20.

Tommy Ford (USA)

1:58,96

+01,63

59,47

59,49

21.

Stefan Brennsteiner (AUT)

1:58,98

+01,65

1:00,10

58,88

22.

Mathieu Faivre (FRA)

1:59,01

+01,68

59,66

59,35

23.

Roland Leitinger (AUT)

1:59,14

+01,81

59,82

59,32

24.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

1:59,15

+01,82

59,63

59,52

25.

Cedric Noger (SUI)

1:59,19

+01,86

59,46

59,73

26.

Dominik Raschner (AUT)

1:59,21

+01,88

59,80

59,41

27.

Adam Zampa (SVK)

1:59,69

+02,36

1:00,07

59,62

28.

Manfred Mölgg (ITA)

1:59,76

+02,43

1:00,14

59,62

29.

Thomas Tumler (SUI)

2:00,44

+03,11

59,67

1:00,77

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Matthias Mayer (AUT), Erik Read (CAN), Matts Olsson (SWE), Ted Ligety (USA)

Disqualifiziert nach dem 2. Durchgang: Hannes Zingerle (ITA)

U.a. nicht für den 2. Lauf qualifiziert: Michael Matt (32.), Daniel Meier (34.), Johannes Strolz (40./alle AUT)

 

Herren - Gesamtwertung nach 10 Rennen:

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

343

2.

Vincent Kriechmayr (AUT)

312

3.

Alexis Pinturault (FRA)

296

4.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

274

5.

Matthias Mayer (AUT)

257

6.

Dominik Paris (ITA)

249

7.

Marco Odermatt (SUI)

222

8.

Beat Feuz (SUI)

221

9.

Mauro Caviezel (SUI)

213

10.

Thomas Dreßen (GER)

202

11.

Kjetil Jansrud (NOR)

197

12.

Zan Kranjec (SLO)

180

13.

Tommy Ford (USA)

161

14.

Johan Clarey (FRA)

142

15.

Hannes Reichelt (AUT)

133

 

Weiter:

35.

Marco Schwarz (AUT)

72

37.

Michael Matt (AUT)

69

40.

Christian Hirschbühl (AUT)

60

45.

Christian Walder (AUT)

51

52.

Max Franz (AUT)

38

.

Manuel Feller (AUT)

38

62.

Roland Leitinger (AUT)

30

72.

Daniel Danklmaier (AUT)

20

84.

Otmar Striedinger (AUT)

14

89.

Stefan Babinsky (AUT)

11

.

Marc Digruber (AUT)

11

94.

Stefan Brennsteiner (AUT)

10

101.

Dominik Raschner (AUT)

8

105.

Christoph Krenn (AUT)

6

.

Christopher Neumayer (AUT)

6

Riesentorlauf (3):

1.

Henrik Kristoffersen (NOR)

193

2.

Zan Kranjec (SLO)

170

3.

Tommy Ford (USA)

161

4.

Alexis Pinturault (FRA)

146

5.

Mathieu Faivre (FRA)

129

6.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

110

7.

Cyprien Sarrazin (FRA)

100

8.

Lucas Braathen (NOR)

88

9.

Gino Caviezel (SUI)

72

10.

Ted Ligety (USA)

69

11.

Marco Odermatt (SUI)

65

12.

Luca de Aliprandini (ITA)

65

13.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

60

14.

Filip Zubcic (CRO)

58

15.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

55

 

Weiter:

18.

Marco Schwarz (AUT)

46

26.

Roland Leitinger (AUT)

30

27.

Matthias Mayer (AUT)

28

28.

Manuel Feller (AUT)

22

34.

Stefan Brennsteiner (AUT)

10

36.

Dominik Raschner (AUT)

8

Mannschaft Herren (10):

1.

Schweiz

1268

2.

Norwegen

1251

3.

Österreich

1146

4.

Frankreich

1099

5.

Italien

607

6.

USA

544

7.

Deutschland

433

8.

Schweden

272

9.

Slowenien

249

10.

Kanada

142

11.

Kroatien

136

12.

Russland

41

13.

Bulgarien

22

14.

Belgien

16

15.

Großbritannien

14

16.

Slowakei

4

Nationencup (20):

1.

Österreich

2455

2.

Schweiz

2214

3.

Norwegen

1898

4.

Italien

1735

5.

Frankreich

1414

6.

USA

1228

7.

Deutschland

1083

8.

Schweden

693

9.

Slowenien

485

10.

Slowakei

292

11.

Kanada

252

12.

Tschechien

206

13.

Kroatien

136

14.

Neuseeland

126

15.

Russland

62

16.

Liechtenstein

54

17.

Großbritannien

48

18.

Bulgarien

22

19.

Belgien

16

.

Japan

16

21.

Finnland

3

22.

Niederlande

1

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