27 Hoffnungen auf Edelmetall

RUSSIA ALPINE SKIING WORLD CUP
Foto: APA/SERGEI ILNITSKY Am Limit: Marcel Hirscher führte die Kombination aus genialer Technik und starker Physis zum Sieg beim City-Event von Moskau.

13 Damen und 14 Herren steigen für Österreichs Skiverband ins WM-Rennen.

Alpine Ski-WM in Schladming Foto: APA Am kommenden Montag wird’s ernst in der WM-Stadt Schladming: Um 18.30 Uhr wird das – zumindest aus österreichischer Sicht – sportliche Highlight des Jahres eröffnet, am Dienstag sollen die Damen im Super-G die ersten Medaillen ausfahren.

Einen Tag nach den Schweizern haben auch die Österreicher ihr vorläufiges Aufgebot für die Titelkämpfe im Ennstal ausgeknobelt, was nicht immer eine leichte Angelegenheit war; drei Mitglieder des 27-köpfigen Kaders sind noch zu streichen. Wer darf was fahren – und wie stehen die Medaillenchancen?

Damen

13 Österreicherinnen umfasst der WM-Kader von Cheftrainer Herbert Mandl, der mit seinen Schützlingen vor zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen nicht weniger als vier Goldmedaillen bejubeln durfte. Und der damit ein Luxusproblem hat: Die Titelverteidigerinnen haben ein persönliches und nicht übertragbares Startrecht, daneben sind je Disziplin vier Plätze zu besetzen.

Super-G (5. Februar):

Canada Womens World Cup Super G Skiing Foto: AP/Jonathan Hayward Elisabeth Görgl ist die Titelverteidigerin, allerdings (noch) nicht in der Form von 2011. Eine Frage wird sein, wie sich die Piste präsentiert: Ist es hart und eisig, stehen ihre Chancen wesentlich besser.

Anna Fenninger (Bild) ist in den bisherigen vier Saisonbewerben zwei Mal aufs Podest gefahren und daher die aussichtsreichste Kandidatin; ob Nicole Schmidhofer ihren Coup von Cortina (Zweite!) wiederholen kann, ist die große Frage. Weiters wohl am Start: Stefanie Köhle sowie Stefanie Moser oder Olympiasiegerin Andrea Fischbacher.

Medaillenchance: 2/5

Superkombination (8. Februar):

Hosp of Austria reacts in the finish area after ta Foto: Reuters/MICHAEL BUHOLZER Anna Fenninger ist die Titelverteidigerin, im bisher einzigen Bewerb wurde sie Siebente. Das Rennen in St. Moritz ergab mehr oder weniger die Aufstellung für Schladming: Nicole Hosp (Bild) wurde Zweite, Kathrin Zettel Dritte, Michaela Kirchgasser Neunte und Elisabeth Görgl Zehnte.

Medaillenchance: 4,5/5

Abfahrt (10. Februar):

Switzerland Alpine Skiing World Cup Foto: AP/Arno Balzarini Elisabeth Görgl (Bild) ist die Titelverteidigerin, für die 31-Jährige gilt das Gleiche wie im Super-G: Je eisiger, desto Lizz. Anna Fenninger hat in vier der fünf Saisonrennen die Top Acht erreicht (einmal Dritte), Stefanie Moser, Regina Sterz und entweder Andrea Fischbacher oder Nicole Schmidhofer machen das Team zum Quintett.

Medaillenchance: 2/5

Riesenslalom (14. Februar):

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/GUILLAUME HORCAJUELO Der einzige Bewerb, in dem vor zwei Jahren keine Österreicherin vergoldet wurde, sondern Tina Maze. Die im laufenden Winter überragende Slowenin hat in Person von Anna Fenninger starke Konkurrenz: Ist die Adneterin ins Ziel gekommen, war sie nie schlechter als Fünfte, die Plätze 5, 4, 2, 1 und 3 sprechen für sich.  Kathrin Zettel (Bild) war drei Mal Zweite, Stefanie Köhle einmal Dritte, den vierten Platz schnapsen sich Michaela Kirchgasser und Elisabeth Görgl aus. Das Nachsehen hatte im knappen Rennen Eva-Maria Brem.

Medaillenchance:  4/5

Slalom (16. Februar):

Womens World Cup Skiing Foto: AP/Chris Council Als Titelverteidigerin braucht sich Marlies Schild (Bild) nicht qualifizieren, weshalb Herbert Mandl ein Trumpf-Ass im Talon hat. Die Frage wird sein, ob die Slalom-Queen nach ihrem Innenbandriss im Knie rechtzeitig fit wird. Kathrin Zettel steht mit den Plätzen eins, zwei und drei in der Poleposition, ist allerdings auch bereits vier Mal ausgeschieden; ein Schicksal, das sie mit Michaela Kirchgasser teilt. Bernadette Schild und Nicole Hosp oder Carmen Thalmann komplettieren das Aufgebot.

Medaillenchance: 4/5

Herren

Mathias Berthold hatte in einigen Disziplinen knifflige Entscheidungen zu treffen – so viele Kandidaten, so wenige Startplätze. Am Ende kam ein 14er-Team heraus.

Super-G (6. Februar):

SUPER-G DER HERREN IN KITZBÜHEL: MAYER (AUT) Foto: APA/ROBERT JAEGER Gesucht wird der Nachfolger von Christof Innerhofer (It), der auch die Generalprobe beim Weltcup-Finale im März 2012 gewonnen hat. Joachim Puchner und Hannes Reichelt qualifizierten sich mit dritten Plätzen, Matthias Mayer (Bild) mit einem zweiten. Dazu kommt vielleicht Routinier Klaus Kröll, Aufschluss über die Aufstellung soll am Donnerstag und Freitag das Training auf der Turracher Höhe bringen. Auch Max Franz, Georg Streitberger und Florian Scheiber haben Chancen.

Medaillenchance: 4/5

Abfahrt (9. Februar):

Reichelt from Austria speeds down during the secon Foto: Reuters/LEONHARD FOEGER Hannes Reichelt (Bild), Klaus Kröll und Max Franz standen in dieser Saison schon auf dem Podest.

Um den vierten Platz matchen sich Romed Baumann, Florian Scheiber und Joachim Puchner. Titelverteidiger: Erik Guay (Kan).

Medaillenchance: 4/5

Superkombination (11. Februar):

SWITZERLAND ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/ALESSANDRO DELLA BELLA Der Norweger Aksel Lund Svindal ist Titelverteidiger, Benjamin Raich verfehlte vor zwei Jahren Bronze um 27 Hundertstelsekunden.

Romed Baumann und Matthias Mayer hegen leise Podesthoffnungen, der vierte Mann dürfte Hannes Reichelt sein.

Medaillenchance: 2/5

Riesenslalom (15. Februar):

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/CHRISTOPHE KARABA Ted Ligety ist der amerikanische Mr. Giant Slalom, und der war er auch schon bei der letzten WM. In Marcel Hirscher ist ihm allerdings ein starker Konkurrent in Rot-Weiß-Rot erwachsen, der den US-Boy in diesem Winter auch schon bezwungen hat.

Benjamin Raich und Hannes Reichelt sind die weiteren Herausforderer, um den vierten Platz streiten Marcel Mathis (Bild)  und der WM-Dritte von 2011, Philipp Schörghofer.

Medaillenchance: 4/5

Slalom (17. Februar):

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP Foto: APA/HANS KLAUS TECHT Am letzten Tag ruhen die großen Hoffnungen erneut auf dem Mann der Stunde: Marcel Hirscher (Bild) hat fünf der acht Bewerbe im heurigen Winter gewonnen, zuletzt am Dienstag das City-Event in Moskau.

Und immer war der Annaberg-Lungötzer auf dem Stockerl. Eine Riesenserie, aber auch eine Riesenlast für den 23-Jährigen.

Hilfreich zur Seite stehen ihm die Routiniers Mario Matt, Benjamin Raich und Manfred Pranger; Reinfried Herbst muss vor dem Fernseher zuschauen. Vor zwei Jahren sicherte sich der Franzose Jean-Baptiste Grange den Titel.

Medaillenchance:  5/5

Teambewerb

Am 12. Februar steigt unter Flutlicht der Sie-und-Er-Lauf am Fuße der Planai. Vor zwei Jahren erlitt Benjamin Raich einen Kreuzbandriss, seine geschockten Mitstreiter holten Silber hinter Frankreich. Auch heuer ist der Teambewerb kein Selbstläufer: Italiener, Deutsche, Schweden und Franzosen sind starke Konkurrenz, von den Amerikanern ganz zu schweigen.

Medaillenchance: 4/5

Bilder

Die Gewinner der WM-Generalprobe

Beim Saisonfinale 2012 in Schladming konnte der Norweger Aksel Lund Svindal vor dem Schweizer Beat Feuz und Hannes Reichelt die Abfahrt gewinnen. Den Weltcup jedoch holte sich der Steirer Klaus Kröll. Bei den Damen holte sich Lindsey Vonn den Tagessieg vor der Französin Marion Rolland und Tina Maze. Nach dem Rennen durfte sie sich die Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup abholen. Einen Tag später siegte Christof Innerhofer auf der Planai im Super G. Dahinter reihten sich der Franzose Alexis Pinturault vor dem überraschenden Marcel Hirscher (Bild). Mit einer Zeit von 1:24,54 holte sich Viktoria Rebensburg (m.) den Sieg im Super G der Damen. Nur 18 Hunderstel dahinter platzierte sich Julia Mancuso (li.) auf Rang zwei. Marion Rolland landete auf Platz drei. Der Riesentorlauf in Schladming wurde zu einer rein österreichischen Angelegenheit. Ganz oben am Stockerl stand Marcel Hirscher. Hannes Reichelt wurde Zweiter. Und Marcel Mathis auf dem dritten Rang machten den rot-weiß-roten Dreifachsieg perfekt. Zudem holte sich Hirscher den RTL-Weltcup. Viktoria Rebensburg siegte in Schladming auch im Riesentorlauf. Dahinter folgten Anna Fenninger (Bild) und Federica Brignone auf den Stockerlplätzen. Neben dem Sieg holte sich die Deutsche Rebensburg noch die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin. Mit dem Slalomsieg auf der Planai konnte sich der Schwede Andre Myhrer die kleine Kristallkugel sichern. Des Weiteren landeten Felix Neureuther und Mario Matt (Bild) auf den Plätzen zwei und drei. Bei den Damen überraschte Michael Kirchgasse mit dem Tagesieg vor Veronika Zuzulova und Marlies Schild. Die mit einer starken Saison und großem Abstand den Slalom-Weltcup gewann. Beim Teambewerb konnten die ÖSV-Athleten einen Heimsieg einfahren. Dahinter fuhren die Schweiz und Schweden noch aufs Stockerl. Den Gesamtweltcup samt Kristallkugel durften schlussendlich Lindsey Vonn und Marcel Hirscher in die Höhe stemmen. Hirscher freute sich sichtlich über den "depperten Glasbecher".
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Die Titelverteidiger

Das ÖSV-Team startete in die Ski-WM von Garmisch-Partenkirchen mit einem vollen Erfolg: Elisabeth Görgl durfte vor Julia Mancuso und Maria Höfl-Riesch das Super-G-Podest besteigen. Den ersten Bewerb der Männer konnte mit Christof Innerhofer ein Italiener für sich entscheiden. Im Super G der Männer siegte Innerhofer vor Hannes Reichelt und Ivica Kostelic. Drei Tage nach dem Erfolg von Görgl setzte Anna Fenninger noch einen drauf: Die Salzburgerin erstrahlte vor Tina Maze und Anja Paerson in Super-Kombinations-Gold. Bei den Männern hatte der Norweger Aksel Lund Svindal die Nase vorne und verwies Christof Innerhofer und Peter Fill auf die Plätze zwei und drei. In der Abfahrt gab es ebenfalls nichts zu holen für die ÖSV-Herren. Der Kanadier Erik Guay sicherte sich vor Didier Cuche und Christof Innerhofer Gold. Bei den Damen konnte sich Elisabeth Görgl zur Doppel-Weltmeisterin küren und gewann vor Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch die begehrte Abfahrts-Goldmedaille. Den Sieg im Teambewerb konnte sich Frankreich sichern. Im Finale besiegte man das österreichische Ski-Team, das vor Schweden auf dem zweiten Platz landete. Den Riesentorlauf konnte der Amerikaner Ted Ligety für sich entscheiden. Dahinter durfte Philipp Schörghofer mit Rang drei seine zweite Medaille in Garmisch bejubeln. Vor ihm fuhr Richard Cyprien noch auf den zweiten Stockerlplatz. Sechs Tage zuvor holte Tina Maze bei der WM Silber, im RTL der Damen vergoldete sie sich schlussendlich. Silber holte Federica Brignone vor Tessa Worley. Der Schlussbewerb der Damen wurde noch einmal zu einer österreichischen Angelegenheit: Marlies Schild kürte sich vor Kathrin Zettel und Maria Pietilae-Holmner zur Slalom-Weltmeisterin. Das finale Rennen bei den Männern konnte Jean-Baptiste Grange vor Jens Byggmark und Manfred Moelgg für sich entscheiden.
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Das Damen-Team

Anna Fenninger ist als Titelverteidigerin in der Super-Kombi fix, daneben ist sie in den Bewerben Super G, Abfahrt und Riesentorlauf ebenfalls gesetzt. Kathrin Zettel konnte sich mit ihren guten Leistungen einen Startplatz für Slalom und Riesentorlauf sichern. Daneben ist die Niederösterreicherin im Teambewerb und in der Super-Kombi auch ein Thema. Nicole Hosp dürfte in der Super-Kombination einen gesicherten Startplatz haben. Auch für den Team-Bewerb hat Hosp gute Karten, im Slalom jedoch wird sie sich mit Carmen Thalmann um einen Platz matchen. Elisabeth Görgl hat als Titelverteidigerin in den Disziplinen Abfahrt und Super G zwei Tickets fix in der Tasche. Zusätzlich könnte die Steirerin bei der Heim-WM noch in der Super-Kombination und dem Riesentorlauf starten. Neben Görgl darf auch Kirchgasser auf einen RTL-Platz hoffen. Fix  dürfte sie auf der Slalom-Starliste stehen. Ebenfalls wird 27-jährige Salzburgerin höchstwahrscheinlich zusammen mit Marcel Hirscher das österreichische Aufgebot beim Teambewerb anführen. Die Teilnahme von Titelverteidigerin Marlies Schild beim WM-Slalom wäre ein kleines Wunder. Nicole Schmidhofer darf sich nur wenig Hoffnung auf einen Platz im Abfahrtsteam machen, Sterz und Moser haben ihr gegenüber deutliche Vorteile.

  In der Abfahrt darf Stefanie Moser, durchaus berechtigt, auf einen Startplatz hoffen. Im Super G hat sie jedoch nur Außenseiterchancen. Im Salom wird wohl Bernadette Schild ihre Schwester vertreten. Carmen Thalmann hat im Slalom-Bewerb der WM nur wenig Chancen auf einen Platz auf der Rennliste. Hosp gilt als schärfste Konkurrentin. Im Super G wird sich Stefanie Köhle um die drei weiteren Tickets mit Nicole Schmidhofer, Regina Sterz und Andrea Fischbacher rangeln. Auch für den Riesentorlauf kommt sie in Frage. Regina Sterz blickt auf die Super-G-Startplätze. Für Andrea Fischbacher wird es eng mit WM-Startplätzen: Neben der Abfahrt hat sie auch im Super-G wenig Chancen auf ein Rennstart.
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Das Herren-Team

Marcel Hirscher ist die unangefochtene Nummer eins im Herren-Team. Der Gesamtweltcup-Leader ist sowohl im Slalom, als auch im Riesentorlauf gesetzt und wird auch im Teambewerb antreten. Ob er in der Kombi startet, wo er ebenfalls einen Fixplatz hätte, hat er noch nicht entschieden. Klaus Kröll ist im Abfahrtsweltcup als bester Österreicher Dritter, folglich in diesem Bewerb auch bei der WM ein Fixstarter. Er darf sich aber auch im Super-G Hoffnungen auf einen Start machen. Spätestens seit seinem zweiten Platz im Super-G von Kitzbühel hat der Kärntner Matthias Mayer sein Ticket in der Tasche, könnte möglicherweise auch in der Abfahrt an den Start gehen. Fix dabei ist Hannes Reichelt in der Abfahrt. Der 32-jährige ist aber auch für Super-G, Riesentorlauf und Super-Kombination ein Thema. Spätestens nach seinem fünften Platz in Kitzbühel wird an Max Franz in der Herren-Abfahrt kein Weg vorbei führen. Auch im Super-G könnte er an den Start gehen. Benjamin Raich wird trotz einer wenig erfolgreichen Saison wohl in drei Bewerben dabei sein. Der Routinier dürfte in Slalom, Riesentorlauf und der Super-Kombination starten. Mario Matt ist im Slalom gesetzt. Auch Manfred Pranger wird wohl im Slalom mit dabei sein. Romed Baumann ist in der Super-Kombination ein Fixstarter, kommt aber auch für den letzten zu vergebenden Platz in der Abfahrt in Frage und könnte auch im Teambewerb starten. Philipp Schörghofer dürfte sich sein Riesentorlauf-Ticket im letzten Moment gesichert haben, kommt auch für den Teambewerb in Frage. Georg Streitberger hat in der Abfahrt und im Super-G Chancen auf einen WM-Einsatz. Auch Florian Scheiber darf sich in Abfahrt und Super-G Hoffnungen auf einen Start machen. Joachim Puchner darf sich vor allem im Super-G Hoffnungen machen, könnte auch in der Abfahrt starten. Marcel Mathis Mathis ist ein Kandidat für Riesentorlauf und Teambewerb.
Tagebuch

Eine Watschn im Herbst der Karriere

Reinfried Herbst spricht von einer brutalen Watschn. Der Olympia-Zweite von 2006 und Slalom-Weltcupsieger von 2010 bekommt keine WM-Chance.

In der Schweiz, wo nur vier von 13 für die WM nominierten Herren die WM-Kriterien (einmal unter Top Acht oder drei Mal unter Top 15) schafften, hätten sie einen wie ihn wohl mit der Sänfte Richtung Schladming getragen. Dem ÖSV aber haben die Plätze 6 und 7 des Salzburgers nicht genügt. Dabei, sagt Herbst, sei Benjamin Raich nur ein Mal schneller als er gewesen. „Daher hätte ich mir eine Qualifikation um den Slalom-Startplatz verdient.“

In Wahrheit geriet Herbst nicht wegen Raich, zumal dieser als Kombinierer Medaillenchancen hat, sondern wegen Marcel Mathis ins Abseits. Der 20-Jährige gilt im Riesenslalom als Riesentalent, nur hat er’s in dieser Saison nicht gezeigt.

Vielleicht erlebt Herbst, 34, vor Olympia 2014 in Sotschi einen dritten Frühling. Heuer war Russland für ihn noch keine Reise wert: Beim Moskauer Parallel-Rennen schied er aus. Marcel Hirscher setzte hingegen seine Erfolgsserie fort. Danach folgten eine zweistündige mitternächtliche Busfahrt von der Ski-Rampe zurück ins Hotel, vier Stunden Schlaf, neuerliche zwei Bus-Stunden zum Flughafen. Und, und, und. Aber Hirscher fühlt sich stressresistent, spekuliert er doch ernsthaft damit, in Schladming vor Riesentorlauf und Slalom in der Kombination auf Medaillenjagd zu gehen und sich damit ein Abfahrtsabenteuer anzutun.

Für die WM-Kombi war auch Trainersohn Frederic Berthold ein Thema gewesen. Gestern gewann der 21-jährige in Sarntal (Italien) die Europacup-Abfahrt. Zu spät. Chefcoach Mathias Berthold kennt keine Protektion. Er ließ sich weder durch den jüngsten Erfolg seines Juniors noch durch alte Verdienste von Herbst beeinflussen.

(kurier) Erstellt am
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