Aller guten Dinge sind drei: Nach 2008 und 2012 will Alberto Contador auch heuer die Spanienrundfahrt als erster beenden.

© APA/EPA/JAVIER LIZON

Vuelta 2014
09/09/2014

Contador zeigt dem Feld sein Hinterrad

Alberto Contador nähert sich dem dritten Vuelta-Sieg. Sechs Etappen fehlen dem Spanier noch.

von Stefan Sigwarth

2008 hat er seine Heim-Rundfahrt gewonnen, 2012 ebenfalls – und nun schickt sich Alberto Contador an, zum dritten Mal die Vuelta an erster Stelle zu beenden. Und das, obwohl er sich bei der Tour de France im Juli ein Schienbein gebrochen hat. Der 31-jährige Madrilene geht mit 1:36 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Alejandro Valverde in die letzten sechs Etappen, jene am Freitag und Samstag führen noch einmal in die Berge.

Nach seiner Machtdemonstration am Montag zückte Contador wieder die virtuelle Pistole, mit der er seit 2007 feiert. Anfangs war die Geste seine Form der Gegenwehr angesichts der Verdächtigungen, er habe mit Doping- und Frauenarzt Eufemiano Fuentes gearbeitet. Nachdem die spanische Justiz jedoch nach wie vor wenig Interesse an den Tag legt, die Causa komplett aufzuklären (weder wurde die Kundenliste veröffentlicht, noch wurden die gefundenen Blutbeutel ihren Besitzern zugeordnet), wurde die Schussgeste zum Markenzeichen.

Seither wird Contador "El Pistolero" genannt; sein erster Spitzname war übrigens "Pantani" – nach dem italienischen Ausnahme-Bergfahrer, der erst die Tour de France gewann, dann als Dopingsünder entlarvt wurde, in Depressionen verfiel und schließlich unter ungeklärten Umständen tot in einem Hotelzimmer aufgefunden worden ist.

Neue Konkurrenz

Alberto Contador jedenfalls ist seit seiner zweijährigen Dopingsperre ein wenig normaler geworden, wie so viele der Leistungen in den letzten beiden Jahren wieder mehr nach Sport als nach Pharma-Wettbewerb aussehen.

Interessant wird der Wettbewerb, was die Teams angeht: Formel-1-Pilot Fernando Alonso verfolgt nach wie vor seinen Plan, einen Rennstall zu gründen, sein Manager Luis Garcia Abad hat die Unterlagen dafür beim Radsport-Weltverband UCI eingereicht. Beantragt ist eine Lizenz der höchsten Kategorie (World Tour), allerdings könnte es auch sein, dass das Team zunächst in der zweiten Division (Continental Pro) fahren muss, wenn es nicht genügend hochkarätige Fahrer verpflichten kann.

Eine World-Tour-Lizenz wird jedenfalls frei: Cannondale, das amerikanische Team des Wieners Matthias Krizek, fusioniert im Winter mit Garmin-Sharp. Allerdings gibt es Konkurrenz, denn die Franzosen von Cofidis wollen aus der zweiten Liga in die erste aufsteigen.

Matthias Krizek hat bei der Vuelta jedenfalls schon für Aufsehen gesorgt, als er am Donnerstag nach langer Flucht als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet wurde – nicht die schlechteste Werbung in eigener Sache.

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