Sport
29.08.2018

US Open: Thiem trifft nun auf Mister Oberschenkel

Dominic Thiem brillierte in Runde eins, heute wartet mit US-Mann Johnson ein Modellathlet.

Es würde nicht auffallen, wenn man Steve Johnson in den Züricher Letzigrund stecken würde oder in eine andere Leichtathletik-Arena. Der 28-Jährige ging wohl auch als Kugelstoßer oder Diskuswerfer durch. „Er ist ein unfassbarer Athlet“, sagt auch Dominic Thiem, der heute vom Amerikaner in der 2. Runde der US Open gefordert wird. Vor allem ein überproportionierter Körperteil hat es dem bald 25-Jährigen angetan. „Ich glaube, der hat die größten Oberschenkel im ganzen Tenniszirkus.“

Gut, zwei mächtige Oberschenkel allein sorgen nicht dafür, dass alles Hand und Fuß hat bei Mr. Johnson. Seine Form war aber gerade in den vergangenen Wochen oder Monaten überzeugend, beim Vorbereitungsturnier in Winston-Salem stand er erst im Endspiel, zudem holte er heuer in Houston auf Sand und Newport auf Rasen seine Karriere-Titel drei und vier. Und eines hat er Thiem sowieso voraus: Er stand schon einmal im Finale der Erste Bank Open in Wien (2015). Stärken? „Er serviert sehr gut, hat eine richtig gute Vorhand“, sagt Thiem über die gegenwärtige Nummer 31 der Welt.

Wieder hungrig

Alles fein, dennoch muss sich Thiem mit der Favoritenrolle anfreunden. „Dominic muss sehr viel über seine Rückhand spielen, das ist eine Schwachstelle“, sagt Trainer Günter Bresnik.

Und was noch für Thiem spricht: Seine eigene Erstrunden-Leistung beim 6:3-6:1-6:4-Sieg über den Bosnier Mirza Basic. „Das war meine beste Erstrunden-Partie überhaupt“, sagt der Niederösterreicher, der nach seiner überstandenen Virus-Erkrankung wieder topfit und vor allem hungrig ist. „Hier spiele ich immer gerne, ich liebe dieses Turnier und die Stadt.“ Drei Achtelfinalteilnahmen zeugen davon.

Dass er heuer bei der Turnierplanung Fehler gemacht hätte, gibt er zu. „Vor allem nach den French Open hätte ich länger pausieren müssen.“ Ein Umstand, der die Besten zu den Besten macht. „Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic halten sich deshalb seit mehr als zehn Jahren vorne, weil sie auf die Signale des Körpers hören“, sagt Eurosport-Kommentator Boris Becker.