Maria Scharapowa (re.) hatte keine Chance gegen Serena Williams.

© USA TODAY Sports / Robert Deutsch

Sport
08/27/2019

US Open: Serena Williams lässt Maria Scharapowa keine Chance

Die US-Amerikaner gibt gegen die Russin nur zwei Games ab. Auch Federer ist weiter, out sind hingegen Fognini und Kerber.

Der erste Tag der US Open in New York ist mit Favoritensiegen der Top-Ten-Spieler zu Ende gegangen. Titelverteidiger Novak Djokovic, Roger Federer bzw. Ashleigh Barty und auch die 23-fache Major-Siegerin Serena Williams erreichten u.a. jeweils die Runde der letzten 64 beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Williams beeindruckte dabei mit einem 6:1,6:1 über Maria Scharapowa besonders.

Serena Williams hat im 22. Duell mit der Russin Scharapowa zum 20. Mal die Oberhand behalten, zum 19. Mal in Folge. Und dies in einer Art und Weise, die ihrer Gegnerin schon wehtun musste. In nur 59 Minuten fegte die als Nummer 8 gesetzte Vorjahres-Finalistin mit 6:1,6:1 über die auf Platz 87 zurückgefallene Scharapowa hinweg. Es war übrigens das erste Aufeinandertreffen der beiden im Rahmen der US Open überhaupt.

Tennis: US Open

"Ich finde einfach, dass ihre Spielweise der meinen sehr liegt", sagte Williams als Begründung für ihre starke Performance. "Irgendwie landen ihre Bälle immer in meiner Schlagzone, das ist einfach perfekt für mich." Noch in Toronto hatte sie wegen einer Verletzung im Finale aufgeben müssen, nun scheint sie "heiß" auf den von ihr so ersehnten 24. Major-Rekord-Titel. "Dem Körper geht es gut, der Rücken ist viel besser", freute sich die 37-jährige US-Amerikanerin. Sie trifft nun auf Landsfrau Catherine McNally.

Federers schwacher Start

Der zweite Teil der Night Session im prall gefüllten Arthur Ashe Stadium war etwas weniger einseitig als erwartet: Roger Federer verzeichnete einen "rostigen" Start gegen den indischen Qualifikanten Sumit Nagal. Der Eidgenosse musste den ersten Satz gar 4:6 abgeben, ehe er sich doch noch sicher mit 6:1,6:2, durchsetzte. Federer qualifizierte sich damit übrigens auch als dritter Spieler nach Novak Djokovic und Rafael Nadal für das "Masters", also die ATP Tour Finals in London. Die "big three" sind also beim Saisonkehraus mit von der Partie.

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"Das was ein harter erster Satz für mich, aber er hat ihn sehr solide gespielt. Aber es ist alles zur rechten Zeit zurückgekommen", bezog sich Federer kurz vor Mitternacht u.a. auch auf einen noch nicht so guten Aufschlag. Sein nächster Gegner ist nun Damir Dzumhur (BIH).

Premiere für Djoker

Apropos "big three": Novak Djokovic hat sich bei seiner Rückkehr ins Arthur Ashe Stadium gleich wieder wie zu Hause gefühlt. Der Titelverteidiger gab sich beim 6:4,6:1,6:4 im ersten Aufeinandertreffen mit dem Spanier Roberto Carballes Baena keine Blöße. Der Weltranglisten-Erste hat sich im Vorjahr zum nun schon dreifachen US-Open-Sieger gekürt. Große Unterschiede hat der Serbe im Vergleich zu 2018 nicht bemerkt. "Es ist kühler als letztes Jahr. Das Wetter ist fantastisch", freute sich Djoker, der vier der vergangenen fünf Grand-Slam-Turniere gewonnen hat.

Er trifft nun ebenfalls zum ersten Mal auf den Argentinier Juan Ignacio Londero. Auch als Favorit überlässt er nichts dem Zufall. "Ich habe Analytiker in meinem Team, die dafür verantwortlich sind mir Daten und Informationen gegen jeden kommenden Gegner zu liefern", verriet Djokovic.

Als Jüngster der "big three" hat Djokovic die Grand Slams besonders im Visier. Dem 16-fachen Major-Sieger fehlen nur zwei Titel auf Nadal bzw. vier auf Federer. "Mein Tennis-Leben dreht sich hauptsächlich um die Grand Slams. Sie zählen einfach am meisten in der Geschichte des Sports und motivieren mich auch." Sein erster Auftritt am Montag sei eine "solide Performance" gewesen.

Federers Landsmann Stan Wawrinka kam ebenfalls in vier Sets weiter. Er besiegte das erst 18-jährige italienische Talent Jannick Sinner, dem eine große Zukunft prophezeit wird, 6:3,7:6(4),4:6,6:3.

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Thiems Herzdame überraschte

Bereits zuvor hatten French-Open-Siegerin Ashleigh Barty mit Startschwierigkeiten und Cincinnati-Champion Daniil Medwedew sicher zweite Runde erreicht. Barty setzte sich gegen die Kasachin Sarina Dijas erst nach 1:42 Stunden und einem schwachen ersten Satz mit 1:6,6:3,6:2 durch. Barty, die in Roland Garros als erste Australierin seit 46 Jahren einen Grand-Slam-Titel geholt hatte, trifft nun auf die US-Amerikanerin Lauren Davis.

Nur 85 Minuten benötigte hingegen Daniil Medwedew, der wie Federer mit Prajnesh Gunneswaran einen indischen Erstrundengegner hatte. Unbeeindruckt von den stark gestiegenen Erwartungshaltungen an ihn, brauste der gerade erst in die Top Five aufgestiegene Russe mit 6:4,6:1,6:2 in die zweite Runde.

Zu den Überraschungen des ersten Tages zählte der Sieg der ungesetzten Französin und Freundin von Dominic Thiem, Kristina "Kiki" Mladenovic. Sie besiegte die als Nummer 14 gesetzte Deutsche Angelique Kerber nach ungewöhnlichen 2:24 Stunden mit 7:5,0:6,6:4. Auch Thiems "Stallkollege" bei Fitnesscoach Duglas Cordero, der als 11 gesetzte Italiener Fabio Fognini, musste vorzeitig die Segel streichen und verlor gegen den Aufschlag-Giganten Reilly Opelka aus den USA (26 Asse, 2,11 m groß) in vier Sätzen.